Fälle von FSME nehmen zu: Zeckenlovorten und Hirnhautentzündungen steigen

Die Zahl der FSME-Fälle (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist in Deutschland dramatisch am Ansteigen. Im Jahr 2025 wurden 693 bestätigte Erkrankungen erfasst, zusätzlich stehen 100 Verdachtsfälle. Man könnte sagen, der Rekordwert des Vorjahres mit 695 Fällen wird wohl übertroffen werden. Viele Experten allerdings schätzen die Dunkelziffer als hoch ein; milde Infektionen verlaufen oft unbemerkt.

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von   Kategorie: Ratgeber & Wissen
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Ganzjährig aktive Zecken – Ein besorgniserregender Trend


Zecken aktiv sind mittlerweile in fast allen Jahreszeiten zu finden. Dies gilt besonders für kältere Bergregionen sowie für den Norden Deutschlands. Ein Zyklus – ein Jahr mit zahlreichen Krankheitsfällen, gefolgt von einem schwächeren Jahr – wurde seit 2016 nicht mehr beobachtet. Die Ursachen dafür sind vielfältig, aber der Klimawandel und steigende Temperaturen spielen eine entscheidende Rolle. Forscher informieren darüber, dass ganz Deutschland ehrlich gesagt mittlerweile als FSME-Risikogebiet gelten muss.

Bayern und Baden-Württemberg – Riziko-Hochburgen erkennen


Laut den neuesten Daten stehen Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze der gemeldeten FSME-Fälle. Rund 85 Prozent der Krankheitsmeldungen stammen von dort. Diese Zahlen zeigen an, dass auch in anderen Bundesländern die Fälle steigen, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau. Der Frost in den Wintermonaten trifft die Zecken nicht hart. Ihr Lebenszyklus erstreckt sich über mehrere Jahre; die meisten bleiben nicht einfach verschwunden durch Kälte.

Für Betroffene – Eine dringende Empfehlung zur Impfung


Eine alarmierende Zahl: 99 Prozent der Betroffenen haben keinen Impfschutz. Insbesondere für jene ohne Impfschutz hat sich das Risiko einer Infektion stark erhöht. Im Landkreis Passau haben bereits 80 Prozent der Bevölkerung einen gewissen Schutz, doch die Fallzahlen steigen in der anderen Gruppe. Die eindringliche Empfehlung der Experten lautet: Schutzimpfungen gegen FSME sind notwendig.

FSME und ihre Krankheitszeichen – Verlauf und Therapiemöglichkeiten


FSME ist als Virus-Infektion bekannt. Etwa ein Drittel der Infizierten zeigt grippeähnliche Symptome: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In fünf bis zehn Prozent der Fälle entwickeln Infizierte nach einem anfangs symptomfreien Verlauf schwere Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet; bleibende Schäden sind nicht ausgeschlossen. Eine spezielle Therapie gegen FSME existiert nicht. Lediglich die Symptome können behandelt werden.

Lebensräume der Zecken – Wo sie sich gerne aufhalten und wie man Schäden meidet


Zecken halten sich bevorzugt in Wäldern, Parks und Gärten auf. Sie sitzen an Gräsern, Sträuchern und losem Laub, wo sie auf vorbeilaufende Tiere oder Menschen warten. Sobald sie beißen, injizieren sie potenziell krankheitserregende Stoffe. Ab Temperaturen von fünf Grad Celsius werden Zecken aktiv. Damit Spaziergänger sich schützen, ist das Tragen von langer Kleidung unerlässlich; die Haut muss zudem gründlich abgesucht werden. Der Einsatz von Antizeckenmitteln kann ebenfalls wirken, allerdings ist der Schutz zeitlich begrenzt.

Borreliose – Die häufigere Bedrohung zu FSME und ihre Behandlung


Es ist bemerkenswert: Nicht FSME, sondern Lyme-Borreliose wird am häufigsten durch Zecken übertragen. Diese Krankheit kann ernsthafte Schäden an Nervensystem und Gelenken verursachen. Die Fälle variieren stark – zwischen 40.000 und 120.000 pro Jahr. Kratzen grippeähnliche Symptome binnen vier Wochen nach einem Zeckenbiss auf, dann sollte ein Arzt konsultiert werden. Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Frühzeitig erkannt, kann eine Borreliose jedoch gut mit Antibiotika behandelt werden. Es ist wichtig zu wissen, dass die Übertragung erst erfolgt, nachdem die Zecke einige Zeit Blut gesogen hat.