Holzvermessen in drei Minuten
Das Tablet wird von Frank Kaiser parallel zum Holzpolter gehalten. Mit einem einfachen Druck auf die Aufnahme-Taste beginnt die Messung. Er geht entlang des Holzstapels bis zum Ende – ein schnelles „Stop“ und die App LogStackLIDAR zeigt das Ergebnis an. Das Volumen wird in wenigen Augenblicken berechnet – 68 Festmeter und 347 Stämme stehen nach nur drei Minuten fest. „Für uns ist das eine große Zeitersparnis“ erklärt Kaiser. Er hebt hervor, dass die gewonnen Zeit den Waldbesitzern zugutekommt. „Mehr Zeit für die Beratung – weniger für das Zählen von Stämmen“.
Nur für Schnittholz
Seit dem Frühjahr nutzt die WBV diese Methode. Das Tablet, ausgestattet mit fortschrittlicher Kameratechnologie, erhielt finanzielle Unterstützung vom Freistaat Bayern. Diese Form der optischen Vermessung eignet sich ausschließlich für Schnittholz mit festen Längen. Teueres Wertholz benötigt nach wie vor eine manuelle Vermessung. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Stämme müssen präzise aufgeschichtet sein. Liegen sie schief, drohen falsche Ergebnisse.
Transparenz für den Waldbesitzer
Verschiedene Forst-Vereinigungen setzen ebenfalls auf Vermessungs-Apps – Timbeter, iFovea, Forstify und PolterMax gehören zu den gängigen Tools. Diese nutzen Fotos zur Datenaufnahme. Wacklige Bilder sind ein häufiges Missgeschick, das die Funktionalität stören kann. Es ist wichtig zu betonen, dass alle Messergebnisse zunächst Schätzwerte darstellen. Die endgültige Abrechnung erfolgt im Sägewerk – dort werden die Stämme individuell gescannt. Diese Apps stellen jedoch ein gutes Kontrollmaß dar. So kann ein transparentes Angebot erstellt werden. Im Falle von Problemen wird ein Video als Backup bereitgestellt.
Eichfähige Messergebnisse
Die Bayerischen Staatsforsten haben einen entscheidenden Fortschritt gemacht. Ihre Anwendung sScale bietet eichfähige Messergebnisse, die rechtlich bindend sind. Diese Technologie ermöglicht den Verkauf des Holzes. Das System nutzt Stereokameras, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen arbeiten. Ein bemerkenswerter Vorteil: Der Forstwirt muss nicht einmal aus seinem Fahrzeug aussteigen. Die Kameras sind auf dem Dach montiert. Doch der Preis ist deutlich höher, was solche Lösungen nicht für jede Forstwirtschaft erschwinglich macht.
Ausblick und Fazit
Trotz auftretender Herausforderungen in der praktischen Anwendung und der Büroverarbeitung sind diese Technologien auf dem Vormarsch. Die Zukunft der Holzvermessung wird sich mutmaßlich vom Wald bis zum Sägewerk erstrecken – ein einheitlicher Standard ist absehbar. Die Technik entwickelt sich ständig weiter. Der Trend zeigt in Richtung schlanker Arbeitsflüsse – weniger Körperliche Anstrengung – mehr Transparenz. Doch um von diesen Vorteilen zu profitieren, müssen die Eigenheiten der Stämme respektiert werden. Qualität und Ordnung in der Schichtung sind unerlässlich für den Erfolg.