ICC: G8-Konferenz soll gegen Piraterie und Plagiate vorgehen

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 29. Mai 2007 .

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  1. #1 29. Mai 2007
    Die internationale Handelskammer fordert, dass auf dem kommenden G8-Gipfel verstärkte Maßnahmen gegen Piraterie und Raubkopien beschlossen werden. Den politischen Entscheidungsträgern nahm man schon ein wenig Arbeit ab, indem konkrete Maßnahmen gleich mit vorgeschlagen wurden. Gegen bereits angekündigte Verschärfungen haben Piratenpartei und Netzwerk freies Wissen protestiert.

    23 Manager und Vorstände unterzeichneten im Namen der ICC das Schreiben, welches den G8-Teilnehmern zugeschickt wurde. Begrüßt wurde die zentrale Rolle, die Piraterie in Heiligendamm spielen wird. Nun sei es aber notwendig, konkrete Taten folgen zu lassen, da den Unternehmen jährlich 600 Milliarden Dollar durch Piraterie verloren gehen würde.

    Konkret fordern die Wirtschaftsbosse:
    • Beendigung aller Produktpiraterie und dem entsprechenden Handel in den G8-Staaten, inbegriffen Internethandel
    • Verhinderung des Transports entsprechender Waren in Freihandelszonen
    • Übernahme einer Führungsrolle bei der Umsetzung von WTO-Standards, über die Zollabwicklung harmonisiert und der Handel mit nachgemachten Produkten aufgespürt und verfolgt wird
    • Einsatz von Geld, anderen Ressourcen und Kompetenzen zum Kampf gegen Piraterie in den G8-Ländern
    • Einführung weiterer Gesetze gegen Produktpiraterie und scharfer Kriminalstrafen, die den Raub geistigen Eigentums eindämmen
    Obgleich meist nur von G8-Staaten die Rede ist, wird selbstverständlich weiterhin vom "globalen" Problem der Piraterie gesprochen. Gemeint sind natürlich beispielsweise die Hersteller billiger Imitate bekannter Markenprodukte oder Medikamente. Diese sitzen jedoch nur zu einem kleineren Teil in den G8-Staaten. Insofern bewahren die Wirtschaftsbosse wenigstens einen kleinen Rest von Anstand: billige Aidsmedikamente, in Entwicklungsländern ohne Lizenz produziert, scheint man für ein ethisch doch etwas zu heißes Eisen zu halten. Was vermutlich das Lobbying hinter den Kulissen nicht ausbremst, um auch auf diesen Gebieten oder in der fortgesetzten Biopiraterie durch die Konzerne selbst weitere Vorteile gegenüber den Entwicklungsländern zu gewinnen.

    "Es ist perfide, von gefälschten T-Shirts und unsicheren Medikamenten zu reden, wenn eigentlich versucht wird, die so notwendige Produktion von generischen Medikamenten in Entwicklungsländern zu stoppen", kommentierte in der Vergangenheit das Netzwerk freies Wissen.


    quelle: gulli untergrund news
     

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