Die zugrunde liegende Studie
Wissenschaftler von Harvard, Mass General Brigham und MIT haben diese Schlussfolgerungen ermöglicht. Auf Daten von zwei großen Gesundheitsstudien wurde zurückgegriffen. Die erste hieß Nurses Health Study und lieferte Daten von Krankenschwestern von 1976 bis 2023. Die zweite war die Health Professionals Follow-up Study, die bis 2023 Gesundheitsdaten männlicher Fachkräfte sammelte.
Genau 131.821 Teilnehmende wurden in einer Metaanalyse berücksichtigt. Nur Daten mit vollständigen Ernährungsprotokollen fanden Anwendung. Ausschluss galt für Personen mit Vorerkrankungen und jene, die unrealistische Kalorienaufnahme meldeten. Auch Teilnehmende ohne Angaben zu koffeinhaltigen Getränken wurden nicht einbezogen.
Methodik und Forschungsergebnisse
Ein statistisches Werkzeug – Cox-Regressionsmodell genannt – diente zur Standardisierung der Teilnehmenden. Es wurden Faktoren wie Alter, Rauchen, BMI und Aktivität herangezogen. Ziel war es, den Konsum von koffeinhaltigen Getränken als schützendes Element gegen Demenz zu betrachten. Die Frage lautete: „Sehen wir trotz identischer Alter und Gewicht dennoch Unterschiede im Demenzrisiko?“
Die Ergebnisse zeigten signifikante Unterschiede. Menschen mit höherem Kaffeekonsum hatten ein um 18 % reduziertes Risiko für Demenz im Vergleich zu denen mit dem niedrigsten Konsum. Teilnehmer der Tee-Trinkergruppe hatten ein um 14 % verringertes Risiko. Insgesamt senkten die höchsten Konsumenten von Koffein ihr Risiko um 22 %. Der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee zeigte keinen Einfluss.
Die Forscher schrieben in der Studie: „Koffein scheint der primäre neuroprotektive Wirkstoff zu sein, der die beobachtete Assoziation erklärt.“ Dies wurde in der Journal of the American Medical Association veröffentlicht.
Die richtige Menge
Die ermutigenden Statistiken offenbaren, dass der optimale Koffeinkonsum nicht exorbitant ist. Die Forscher sammelten Daten zu zwei bis drei Tassen Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee pro Tag. Übermäßiger Konsum führte nicht zu weiterem Schutz. Eine ideale Koffeinaufnahme betrug etwa 300 mg täglich.
Mechanismen und positive Effekte
Obwohl die Studie nur beobachtend ist, bieten Forscher plausible Erklärungen. Koffein könnte Adenosinrezeptoren blockieren, was synaptische Signalübertragung erhöht. Außerdem könnte es die Beta-Amyloid-Produktion, ein schädliches Protein bei Alzheimer, reduzieren. Koffein hat entzündungshemmende Eigenschaften und verbessert den Blutfluss; zusätzlich könnte es das Risiko für Typ-2-Diabetes senken.
Weitere Inhaltsstoffe in koffeinhaltigen Getränken – besonders im Tee – könnten positive Gehirneffekte haben. Polyphenole und L-Theanin schützen möglicherweise gegen oxidativen Stress und unterstützen die Funktion der Blutgefäße.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Diese Forschung deckt sich mit anderen Studien, die gesunde Vorteile moderaten Koffeinkonsums belegen. Studien zeigen, dass jede Tasse Kaffee die gesunde Alterung um bis zu fünf Prozent fördern kann. Kognitive Vorteile des Koffeins konnten ebenfalls festgestellt werden. Zudem schützt täglicher Kaffee das Herz; die Kombination von Kaffee und Tee kann das Risiko für Kopf-Hals-Krebs senken.
Eine zu hohe Dosis Koffein kann jedoch problematisch sein. Schlafstörungen und Herzbelastungen sind dokumentiert. Daniel Wang, der Senior-Autor, hebt kritisch hervor: „Die Effektgröße ist gering – es gibt viele weitere Wege, kognitive Funktion im Alter zu schützen."
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Genuss von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee ein Puzzlestück zu einem gesünderen Lebensstil sein kann.
Fazit und Ausblick
Die Weiterentwicklung der Forschung zu Koffein und geistiger Gesundheit bleibt spannend. Zukünftige Studien werden helfen, Mechanismen hinter diesen Beobachtungen besser zu verstehen.