Kirschlorbeer - eine Zierde für jeden Garten

Artikel von Tommy Weber am 17. Juni 2022 um 18:12 Uhr im Forum Haus, Garten, Tiere & Pflanzen - Kategorie: Ratgeber & Wissen

Schlagworte:

Kirschlorbeer - eine Zierde für jeden Garten

17. Juni 2022     Kategorie: Ratgeber & Wissen
Einen Garten attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten, ist nicht immer so einfach, denn die Pflanzen sollen gut aussehen, sich leicht pflegen lassen und nach Möglichkeit wenig Arbeit machen. Eine Pflanze, die alle diese guten Eigenschaften mitbringt, ist der Kirschlorbeer oder „Prunus laurocerasus“, wie die Pflanze mit botanischem Namen heißt. Der Kirschlorbeer stellt wenig Ansprüche, er wächst recht schnell und lässt sich gut schneiden. Er macht als Strauch im Garten, aber auch als Kübelpflanze eine sehr gute Figur und ist genau das Richtige für alle, die beim Thema Garten noch nicht so erfahren sind.

Kirschlorbeer---eine-Zierde-für-jeden-Garten.jpg


Der Lorbeer, der kein Lorbeer ist
Wahrscheinlich denkt bei Kirschlorbeer jeder zuerst an den klassischen Lorbeer, aber damit hat die genügsame Pflanze wenig zu tun. Der Kirschlorbeer ist Mitglied in der großen Familie der Rosengewächse und damit ein naher Verwandter von Obstsorten wie Äpfeln, Pflaumen und natürlich Kirschen. Lorbeerkirsche wird der so schön blühende Strauch auch gerne genannt. Dieser Name ist eigentlich zutreffender, obwohl ihn kaum jemand nutzt.

Die Heimat des Kirschlorbeer ist der östliche Teil des Balkans, auch im Kaukasus und in Vorderasien fühlt er sich zu Hause. In Deutschland hat sich der Kirschlorbeer als Zierstrauch einen guten Namen gemacht und wird gerne als Heckenpflanze genutzt. Da er schnell wächst, hält er neugierige Blicke der Nachbarn ab. Wer sich die Mühe macht und den Lorbeer, der keiner ist, zu hübschen Figuren schneide, hat einen echten Hingucker im Garten, im Eingangsbereich oder auf der Terrasse im dekorativen Kübel.

Wie sieht der Kirschlorbeer aus?
Wer den Kirschlorbeer in seinem Garten hat, wird staunen, wie schnell und vor allem wie gerade dieser Strauch wächst. Eine weitere gute Eigenschaft des kleinen Baums ist folgende: Er ist immergrün und wenn der Sommer mal trocken sein sollte, dann macht ihm das nichts aus, der Kirschlorbeer wächst trotzdem weiter. Zwischen anderthalb und drei Meter kann der Strauch in der Breite erreichen und je nachdem, um welche Sorte es sich handelt, ist sogar eine Höhe von drei Meter keine Seltenheit. Wächst der Kirschlorbeer wild, dann kann er mühelos sieben Meter hoch werden.

Was Frost angeht, ist Kirschlorbeer unempfindlich. Seine Rinde ist grau, seine Blätter sind glatt und fühlen sich ledrig und etwas derb an. Sie können bis zu zwölf Zentimeter lang und zwischen zwei und fünf Zentimeter breit werden.

Mit dem echten Lorbeer hat der Kirschlorbeer die spitz zulaufende Form der Blätter gemeinsam. Wenn der Kirschlorbeer zwischen Ende April und Anfang Juni blüht, verzaubert er mit Blütentrauben in einem wunderbaren Cremeweiß. Der Duft ist zart, sehr dezent und an jeder Blütentraube befinden sich fünf einzelne Blüten. Fühlt sich die Pflanze an ihren Standort sehr wohl, dann belohnt sie den Gartenbesitzer, in dem sie im September, wenn auch nur kurz, noch einmal blüht.

Trägt der Kirschlorbeer auch Früchte?
Was blüht, trägt in der Regel später Früchte, der Kirschlorbeer macht da keine Ausnahme. Im August, also im Hochsommer, ist es so weit, dann beginnen die Früchte am Strauch zu reifen. Zunächst sind sie rot, erst, wenn sie den vollreifen Zustand erreicht haben, glänzen sie in einem tiefen Schwarz. Die Früchte sehen zwar appetitlich aus, sie sind jedoch sehr gefährlich, denn der Kirschlorbeer ist eine Giftpflanze. Der wunderschön blühende Strauch mit den reifen Früchten wird in einem Atemzug mit dem Seidelbast, dem Fingerhut und der Eibe genannt. Seine Giftigkeit, gepaart mit seinen guten Eigenschaften und dem schönen Aussehen, machen den Kirschlorbeer zu einer Pflanze, die die Hobbygärtner polarisiert.

Viele entscheiden sich bei der Auswahl ihrer Gartenpflanzen sehr bewusst gegen den gut aussehenden Kirschlorbeer, weil er so giftig ist. Die Blätter und die Früchte des Lorbeers enthalten sogenannte cyanogene Glykoside. Diese Substanz setzt die hochgiftige Blausäure frei, wenn Teile der Pflanze gekaut werden. Das Fruchtfleisch und die Blätter sind nur mäßig giftig, lebensgefährlich sind hingegen die Kerne, die die Früchte in ihrem Inneren tragen. Wer zehn Stück davon isst, muss mit Atem- und Kreislaufstillstand rechnen. Allerdings ist es fast unmöglich, die Kerne zu zerkauen, daher kommt es auch sehr selten zu Vergiftungen.

Der Kirschlorbeer als schöne Hecke
Der Kirschlorbeer als Hecke bietet immer einen imposanten Eindruck, denn er gibt dem Garten Struktur und ist nicht zu übersehen. Mithilfe des Lorbeers in Form einer Hecke lässt sich der Garten mühelos in verschiedene Bereiche einteilen, es werden neue Perspektiven geschaffen und zu den Nachbarn auch optisch präsente Grenzen gesetzt. Das Schöne am Kirschlorbeer ist, dass er das ganze Jahr über einen wunderbaren Sichtschutz herstellt. Ist er hoch genug gewachsen, dann kann er sogar die Geräusche einer nahen Straße dämpfen. Er ist zudem ein hervorragender Windfang, wenn er im richtigen Winkel zur Terrasse gepflanzt wird und er hält den Garten staubfrei.

Alle, die keine Hecken möchten oder brauchen, müssen nicht auf den dekorativen Kirschlorbeer verzichten. Er kann sogar alte Mauern und unschön gewordene Wände wieder zu einem grünen Blickfang machen. Wer keine Laube im Garten hat, pflanzt den Lorbeer im Halbkreis und stellt Tische und Stühle einfach in die Mitte. Wer eine niedrig wachsende Sorte kauft, kann den Kirschlorbeer noch als flächendeckende Pflanze nutzen. Er wächst gerne an Böschungen und Hängen sowie an schwer zugänglichen Stellen, die trotzdem gut aussehen sollen.

Wie wird die Pflanze gepflegt?
Pflanzen wie der Kirschlorbeer fühlen sich auf der Schattenseite des Gartens besonders wohl. Im Halbschatten geht es auch noch und wenn er einen sonnigen Standort bekommt, ist der Kirschlorbeer ebenfalls zufrieden. Was der Strauch aber nicht mag, ist eine allzu starke Sonneneinstrahlung im Winter. Kommt dazu noch starker Frost, dann tragen die Blätter nicht selten einen sogenannten Trockenschaden davon. Wird der Strauch in einer eher kalten und windigen Region gepflanzt, dann ist es wichtig, dass er einen windgeschützten Platz bekommt.

Was den Boden angeht, so mag es der Kirschlorbeer eher lehmig und humos, aber immer reich an Nährstoffen. Probleme verursacht der Strauch nur, wenn der Boden sehr verdichtet oder viel zu nass ist. Dass er diese Böden nicht mag, zeigt er durch gelb gefärbte Blätter. Herbst und Frühling sind die beste Zeit, um einen Kirschlorbeer zu pflanzen, denn da sind die Böden noch gut durchfeuchtet. Diese Bedingungen machen es dem immergrünen Strauch deutlich einfacher, im Garten Fuß zu fassen und sich wohlzufühlen.

Zur Autoren Facebookseite

Bildquelle: © Depositphotos.com / Wirestock
 

Kommentare