Temperaturanstieg übersteigt frühere Schätzungen
Nach den aktuellen Auswertungen des DWD hat sich der Temperaturanstieg in Deutschland nicht nur als besorgniserregend, sondern auch als schneller herausgestellt als zuvor prognostiziert. Die Messungen seit den 1960er Jahren zeigen eine klare Tendenz: Jedes Jahrzehnt war wärmer als das vorherige. Die Durchschnittstemperatur des Jahrgangs 2024 stellte mit bemerkenswerten 10,9 Grad Celsius einen neuen Rekord auf. Der DWD wandte sich nun, in einer tiefgehenden Analyse, erneut dem Thema zu, welches die Gesellschaft intensiv beschäftigt. Nach den traditionellen Methoden lag der Temperaturanstieg bei 1,9 Grad. Doch die neu berechneten Werte zeigen einen Anstieg von schon 2,5 Grad seit dem vorindustriellen Zeitalter. Tobias Fuchs vom DWD bemerkte, dass es sich nicht um neue Messungen handele; die bestehenden Daten wurden einfach erneut bewertet.
Extreme Wetterereignisse sind die neue Normalität
Im Rahmen dieser Analyse stellte sich heraus, dass Wetterextreme in der heutigen Zeit häufig vorkommen. Tobias Fuchs erklärte, dass zwischen 1881 und 1990 eine vergleichsweise stabile Wetterlage herrschte, während heute extreme Wetterlagen immer häufiger auftreten. Starke Niederschläge und langanhaltende Dürreperioden wechseln sich zunehmend ab. Hinzu kommt die Besorgnis über die vermehrten Hitzewellen, insbesondere in urbanen Gebieten. Diese Entwicklungen gefährden insbesondere chronisch kranke Menschen sowie ältere Mitbürger.
Die Ozeane tragen ebenfalls zur Verschärfung dieser Situation bei, so Fuchs weiter. Mit steigenden Wassertemperaturen erhöht sich die Verdunstungsrate, was zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit führt. Dieser Wasserdampf resultiert in katastrophalen Niederschlägen. Auch für Allergiker ist die Lage angespannt. Der Winter schließt immer kürzer, bevor die Pollensaison beginnt. Krankheiten, die durch Insekten übertragen werden, breiten sich schneller aus. Dies geschieht beispielsweise im Fall von durch Zecken übertragener FSME.
2024: Ein Rekordjahr, das besorgt stimmt
Das vergangene Jahr 2024 war in Bezug auf die Temperaturen ein außergewöhnliches Jahr. Die Erhebung von Durchschnittswerten ergab eine nie zuvor gemessene Höchsttemperatur von 10,9 Grad. Andreas Becker, der Leiter der Klimaüberwachung des DWD, äußerte sich alarmiert über diese Entwicklung. Der alte Rekord aus 2023 wurde um beeindruckende 0,3 Grad übertroffen. Dies ist auf einen milden Winter und ein überdurchschnittlich warmes Frühjahr zurückzuführen.
Der Sommer des Jahres brachte ein erhebliches Volumen an Sommertagen mit mehr als 25 Grad. Mit 52 Tagen war dieser fast doppelt so umfangreich wie gewöhnlich. Zudem gab es zwölf Tage, an denen die Temperaturen die 30-Grad-Marke überschritten – fast dreimal so viele wie im Durchschnitt. Diese Rekorde stehen jedoch auch im Kontext einer erhöhten Niederschlagsstatistik. Im Jahr 2024 stellte sich das Wetter als zwölftfeuchtestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 heraus.
Fazit und Ausblick: Herausforderungen des Klimawandels meistern
Die drängenden Resultate dieser Klimastudien lassen wenig Raum für Pessimismus. Deutschland steht vor gewaltigen Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Die veränderten Wetterbedingungen haben weitreichende Folgen für die Gesellschaft, die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Nachhaltige Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sind daher unerlässlich.
Die neuen Erkenntnisse des DWD müssen ein Weckruf für Politik und Gesellschaft sein. Präventive Strategien zur Minderung der negativen Auswirkungen des Klimawandels sollten höchste Priorität genießen. Verantwortungsbewusstes Handeln ist gefordert, um die Lebensqualität in Deutschland langfristig zu sichern.
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