Was ist Kokedama wirklich?
Kokedama, wörtlich übersetzt als „Moosball“, stammt aus Japan. Diese Form des Gärtnerns verzichtet auf Töpfe. Die Pflanzen wachsen in kugelförmigen Substratbällen, die von Moos umgeben sind. Kokedama vereint die Pflege von Pflanzen mit kreativen gestalterischen Elementen. Solche Pflanzen sind dekorative Highlights in Wohnungen, Büros und Gärten. Sie ziehen alle Blicke auf sich – das ist unbestritten.
Wie stellt man Kokedama selbst her?
Der Prozess beginnt mit der Pflanze selbst. Zuerst sollte die Pflanze aus ihrem Topf genommen werden. Dabei säubern sich die Wurzeln. Alte Erdreste werden nicht haften bleiben. Anschließend mischt man Blumenerde, Gartenboden und Kokosfaser, um eine Kugel zu formen. Ein Loch wird hineingedrückt, in das die Pflanze gesetzt wird. Vor allem bei Stecklingen empfiehlt es sich, den Wurzelballen mit Sphagnum-Moos zu umwickeln. Ältere Pflanzen benötigen dies in der Regel nicht.
Moos umwickeln und Kokedama formen
Ist die Pflanze in der Kugel platziert, wird die Kugel neu geformt, sodass keine Luftlöcher verbleiben. Jetzt kommt das Moos ins Spiel. Es wird sorgfältig um den Ball gelegt. Um die Form zu fixieren, kommen Schnur, Draht oder Juteband zum Einsatz. Die Form wird immer wieder kontrolliert. Mit ein wenig Übung kann jeder Kokedama gelingen – ob als Mini-Deko oder als Element einer grünen Pflanzenwand.
Kokedama richtig bewässern
Die Bewässerung von Kokedama unterscheidet sich von der normalen Pflege von Zimmerpflanzen. Der Moosball wird kurz in lauwarmes Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach sollte das Wasser etwa 30 Minuten abtropfen. Anschließend kann der Kokedama wieder aufgehängt oder aufgestellt werden. Diese Methode sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit gleichmäßig im Substrat verteilt ist und Staunässe vermieden wird. Je nach Pflanze und Standort benötigt ein Kokedama etwa einmal pro Woche Wasser. In vielen Fällen ist jedoch eine wöchentliche Bewässerung ausreichend. Diese Strategie hält das Moos frisch und die Pflanze gesund. Die Form des Moosballs bleibt erhalten.
Wie pflegt man Kokedama optimal?
- Licht: Kokedama bevorzugen helles, indirektes Licht. Direkte Sonneneinstrahlung könnte das Moos austrocknen.
- Luftfeuchtigkeit: Regelmäßiges Besprühen ist besonders wichtig bei tropischen Pflanzen, um die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten.
- Düngen: In der Wachstumsphase sollten alle vier bis sechs Wochen leichte Flüssigdünger ins Wasser gegeben werden.
- Kontrolle: Es ist ratsam, regelmäßig zu prüfen, ob das Moos noch fest ist und dass die Wurzeln nicht zu trocken oder zu nass sind.
Welche Pflanzen eignen sich für Kokedama?
Für Kokedama sind kleine Zimmerpflanzen ideal. Diese Pflanzen sollten konstante, leicht feuchte Wurzeln haben und benötigen kein direktes Sonnenlicht. Beispiele sind Farne, Efeu, Einblatt und Grünlilien. Ebenso sind kompakte Sukkulenten wie Hauswurz und Fetthenne sowie saisonale Blühpflanzen wie Hyazinthen und Narzissen geeignet. Wichtig ist, dass die Pflanzen kleine und überschaubare Wurzelballen besitzen. Nur so erhalten sie Halt und ausreichend Feuchtigkeit im Moos.
Stecklinge und Vermehrung im Moos
Kokedama eignet sich nicht nur für etablierte Pflanzen, sondern auch hervorragend zur Vermehrung. Stecklinge können direkt im Moos neue Wurzeln bilden. Eine Mischung aus Sphagnum-Moos und Perlite sorgt dabei für optimale Durchlüftung. In einem luftdicht verschlossenen Glas können Stecklinge innerhalb weniger Wochen neue Wurzeln entwickeln. Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden.