Michel Houellebecq - Faschist, Sexist oder Genie?

Dieses Thema im Forum "Literatur & Kunst" wurde erstellt von mineau, 25. Oktober 2011 .

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  1. #1 25. Oktober 2011
    In seinen meist in Ich-Form geschriebenen Romanen zeigt Houellebecq eine kranke narzisstische und konsumgeile Welt auf oft durch Protagonisten, die selber alles andere als normal sind: Oft handelt es sich um gestörte Soziopathen /-phoben die selber im Egoismus sowie (oft sexuellem) Unerfülltsein versinken, alles sehr nüchtern und präzsie wiedergegeben, fast wissenschaftlicher Natur. Ein Paradoxon in diesem Zusammenhang bilden die Äußerungen und Argumentationen, welche oft unter jegliches Niveau greifen und jedwede Kulanz vermissen lassen, im Verhältnis zum Sprachstil, der, wie schon erwähnt, dieses fast schon zu vermeiden wollen scheint.

    Ich kann jeden, der sich gerne mit realen und kaputten Menschen und einer verhaltensgestörten Gesellschaft auseinandersetzen will, die Bücher:

    -Elementarteilchen
    -Ausweitung der Kampfzone
    -Die Möglichkeit einer Insel

    nur empfehlen. Eigentlich sind alle seiner erschienen Bücher zu empfehlen, diese hier lassen sich nur eher begreifen und schrecken nicht gleich ab.

    Außerdem wollt ich fragen ob jemand ähnlich Autoren kennt, die zumindest ähnlich wie er arbeiten (mit Ausnahme von Frédéric Beigbeder)!
     

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  3. #2 28. Oktober 2011
    AW: Michel Houellebecq - Faschist, Sexist oder Genie?

    Lautréamont - Die Gesänge des Malodor

     
  4. #3 1. November 2011
    AW: Michel Houellebecq - Faschist, Sexist oder Genie?

    Kluger Thread von dir. Ich habe selbst noch keine seiner Bücher gelesen aber schon oft von anderen davon erzählt bekommen.

    Also in den knappen Zeilen wie du seine Art zu schreiben erklärst und definierst kann ich Schnittstellen mit einigen Philosophen erkennen.
    Ich würde dir zB. Friedrich Nietzsche ("Also sprach Zarathustra",usf.) oder andere teilweise Menschenverachtende Philosophen empfehlen.
    Ich könnte mir vorstellen, wenn dich Houellebecqs Art zu Schreiben fasziniert, könnte eine Betrachtung dieser Thematiken auf Metaebene interessieren. Für mich selbst ist das lesen von Nietzsche keine schöne Angelegenheit, danch fühle ich mich angeekelt.

    Kurzes Zitat von Schopenhauer noch, auf Wikipedia:

    ,,Heiraten heißt das Mögliche thun, einander zum Ekel zu werden. [...] seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln. [...] Heiraten heißt, mit verbundenen Augen in einen Sack greifen und hoffen, dass man einen Aal aus einem Haufen Schlangen herausfinde."

    GruSS _ViEcH_
     
  5. #4 7. November 2011
    AW: Michel Houellebecq - Faschist, Sexist oder Genie?

    WTF ? Da hat jemand wohl nietze nicht so recht verstanden. Sondern nur das schwache, das nicht zur macht streben wollende, das mitfühlende an den Menschen. Er will das sich der Mensch über sich selbst erhebt und zum übermenschen wird und er verdammt nicht die Menschen per se
     
  6. #5 16. Dezember 2011
    AW: Michel Houellebecq - Faschist, Sexist oder Genie?

    oh mein gott gefährliches-halbwissen-alarm!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    (wie leider soooooooo oft in der philosophie :()
    [ihr bemerkt die onomatopoetische darstellung meiner gefühlssituation...]

    kurzes zitat von martin luther noch, auf wikipedia: "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen."

    sagt das etwas ernstzunehmendes über martin luthers werk, schaffen oder biographie aus? nein. spiegelt diese zitat in irgendeiner weise die realität wieder, mit der es übereinstimmen soll? nein. gibt es hierbei einen analytisch-wissenschaftlich ernstzunehmenden hinweis auf luthers reale rolle während der reformation oder danach? nein.

    aphorismen bergen die gefahr, dass der komprimierte wortschmuck, der ihnen angehängt wird, für manche interpreten die sicht auf den konkreten bezug teilweise oder gar vollkommen verdeckt. philosophische präzision wurde noch nie mit aphorismen erreicht, also sind anführung derer meist eher ein armutszeugnis einer peripheren verständnis der eigentlichen thematik oder produkt eines eitlen wunsches nach ästhetisierung der eigenen nicht kritikfreien meinung.
     

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