Mit Maniok den Hunger bekämpfen – Forscher nutzen Unkraut-Gen

Die Herausforderung, die Welt vor Hunger zu bewahren, ist erheblich. Im Fokus der Wissenschaftler der FAU Erlangen steht der Maniok — eine Pflanze, die in den Tropen von großer Bedeutung ist. Ziel der Forscher: die Anpassungsfähigkeit des Manioks an trockene Klimabedingungen deutlich zu verbessern – zugleich sollen die Erträge angehoben werden. Eine beeindruckende Idee, um mehr als einer Milliarde Menschen eine gesicherte Nahrungsversorgung zu ermöglichen.

Mit Maniok den Hunger bekämpfen – Forscher nutzen Unkraut-Gen

von   Kategorie: Wissenschaft
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Grundnahrungsmittel steht klimatisch unter Druck



Maniok zählt zu den fundamentales Lebensmitteln. Die stärkehaltigen Wurzeln sind für viele Menschen in den tropischen Regionen von essenzieller Bedeutung. Während die Zahlen vorgegeben werden – weltweit ist Maniok nach Reis, Mais und Weizen das viertwichtigste Agrarprodukt – verstärkt sich der Druck durch den Klimawandel. Anhaltende Trockenheit ist ein Feind des Manioks. Die Erträge brechen ein. Das führt zu steigenden Preisen, und in vielen ärmeren Regionen Afrikas wird Maniok unerschwinglich.

Gen eines Unkrauts ist die Lösung



Prof. Uwe Sonnewald, ein Biochemiker an der FAU Erlangen, forscht seit zwanzig Jahren. Er möchte die Erträge von Kulturpflanzen optimieren – gegenwärtig liegt der Schwerpunkt auf Kartoffeln. Vor fünf Jahren startete das internationale Projekt für Maniok. Die Innovation darin: Ein Gen, das den Kaliumhaushalt reguliert. Die Quelle: Das Unkraut Ackerschmalwand, das auch in hiesigen Gefilden wächst. Durch den transferierten genetischen Code wird Maniok widerstandsfähiger gegen Dürrephasen. Langzeitversuche in Taiwan sprechen für den Erfolg. Über Jahre zeigte sich die Stabilität der neuartigen Eigenschaften der Maniokpflanze.

Jahrzehnte schneller als herkömmliche Züchtung



Die Forscher hätten durchaus die altbewährten Züchtungsmethoden nutzen können. Doch dies hätte irreparable Jahrzehnte in Anspruch genommen, bei gleichzeitig ungewissem Ausgang. Ein optimistischer Blick in die Zukunft – die Forscher planen, bereits in einem Jahrzehnt die neuen Pflanzen in die Hände der Bauern zu geben. Der Klimawandel allerdings gibt der Wissenschaft keine Ruhe. Schnelles Handeln ist gefordert.

Grüne Gentechnik als Hoffnung im Kampf gegen den Hunger



Die Gentechnik ist ein Meilenstein. Sie hat die Recherche beschleunigt und die gewünschten Eigenschaften hervorgebracht. Diese Methode gilt als sicher, da die natürlichen Inhalte der Pflanze unverändert geblieben sind. Dennoch – die neuen Maniokpflanzen sind GVOs. Sie unterliegen den strengen Vorschriften der EU. Aus diesem Grund fanden Feldversuche in Taiwan und Afrika statt. Dort gelten Genehmigungen für den Anbau von GVOs zu Forschungszwecken – die Auflagen sind trotzdem beachtlich.