Neue Supercool-Legierung: Entlastung für Helium-3 in Quantencomputern?

Die Jagd nach der extremen Kälte, die für Quanten-Technologien notwendig ist, hat einen möglichen Vorreiter hervorgebracht. Wissenschaftler aus China haben eine Legierung entwickelt. Diese erreicht fast absolute Null, die tiefste Temperatur ohne den Einsatz des seltenen Isotops Helium-3. Das ist faszinierend. Partikel verhalten sich seltsam - besonders in winzigen Maßstäben. Das bringt Anwendungen hervor, die fast wie Science-Fiction erscheinen.

Neue Supercool-Legierung: Entlastung für Helium-3 in Quantencomputern?

von   Kategorie: Technik
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Quantencomputer und ihre magischen Fähigkeiten


Quantencomputer sind das beste Beispiel. Normale Computer speichern Informationen als 0 und 1. Die Quantencomputer jedoch nutzen Qubits. Diese fundamentalen Informationseinheiten können in mehreren Zuständen gleichzeitig existieren. Das führt dazu, dass sie Berechnungen durchführen können, die traditionelle Computer Millionen Jahre kosten würden. Oft wird auch von Quanten-Sensoren gesprochen. Sie erkennen kleinste Veränderungen in magnetischen oder gravitativen Feldern - und das mit einer Präzision, die alles bisher Dagewesene übertrifft.

Hitze ist eine Herausforderung für die Quantenwelt


Jetzt kommt das Problem ins Spiel: Quanten-Technologien „hassen Hitze“. Atome sind ständig in Bewegung. Diese Bewegung gibt die Energie ab, die wir als Hitze wahrnehmen. Für Quanten-Anwendungen sind jedoch nahezu ruhende Atome erforderlich. Ein Zustand, der nur bei extrem niedrigen Temperaturen erreicht werden kann. Unter 1 Kelvin - das sind -272,15 °C. Hier wird es wichtig.

Die Rolle von Helium-3


Helium-3 kommt häufig in der Kühltechnik zum Einsatz. Der beliebteste Weg, extreme Kälte zu erreichen, ist der Verdünnungskühler. Dieser nutzt meistens eine Mischung aus Helium-3 und Helium-4, um Millikelvin-Temperaturen zu erzeugen. Das Problem? Helium-3 ist rar und teuer. Es wird hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Zerfall von Tritium in Kernreaktoren erzeugt. Die globalen Vorräte sind im Vergleich zur Nachfrage winzig. Das führt zu hohen Kosten und limitiert die Verfügbarkeit.

Ein Durchbruch aus China: Die neue Legierung


Um die Herausforderungen zu bewältigen, hat ein Team von Forschern der Hefei Institute of Physical Science, des Institute of Theoretical Physics, und der Shanghai Jiao Tong University eine neue Legierung entwickelt. Diese erreicht Temperaturen, die nur einen Wimpernschlag über dem absoluten Nullpunkt liegen. Die Legierung, genannt EuCoAl, enthält Europium, Kobalt und Aluminium.

Die Technologie der adiabatischen Demagnetisierung


Diese Legierung erzielt Kühlung durch adiabatische Demagnetisierung (ADR). Dabei wird ein magnetisches Material einem starken Magnetfeld ausgesetzt. Die internen magnetischen Momente richten sich aus und geben Wärme ab. Sobald das Material vom Umfeld isoliert ist, wird das Magnetfeld entfernt. Die Momente ordnen sich wieder unregelmäßig und absorbieren Hitze aus der Umgebung.

Vorteile der neuen Legierung und ihre Auswirkungen


Bisherige ADR-Materialien hatten oft Probleme mit der Wärmeleitfähigkeit. Dies ist hier anders. Der neue Prototyp aus China kombiniert das Kühlpotential von ADR mit guter Wärmeleitfähigkeit. Das Ergebnis: Ein kompaktes, festes Kühlmodul ohne bewegliche Teile. Es ist leicht und könnte sogar einfacher in großen Mengen produziert werden. Zudem ist es unabhängig vom Helium-3. Labortests zeigen beeindruckende Ergebnisse. Temperaturen um 106 Millikelvin erreicht dieser neue Stoff - vergleichbar mit den traditionellen Helium-3-Systemen.

Anwendungsmöglichkeiten in der Zukunft


Die Vorteile dieser neuen Legierung sind enorm. Ein kompaktes, festes Kühlsystem könnte tragbare kryogene Systeme ermöglichen. Das würde Quantum-Computer umwelt- und kosteneffizienter machen. Es würde auch den Platzbedarf in Forschungseinrichtungen reduzieren. Besonders spannend: Kompakte Quantenprozessoren könnten direkt in Raumschiffen für Berechnungen im Weltraum eingesetzt werden. Auch in der Militärtechnologie könnten sichere Quanten-Netzwerke ohne große Kühlanlagen integriert werden.

Einheit von Wissenschaft und Bedarf


Das Timing für die Entwicklung könnte nicht besser sein. Die Studie, die diese Forschung abdeckt, wurde in Nature veröffentlicht, nur zwei Wochen nachdem die US Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) einen dringenden Aufruf zur Entwicklung eines modularen, helium-3-freien Kühlsystems herausgegeben hat.

Fazit


Diese Fortschritte im Bereich der Quanten-Technologien sind erfolgsversprechend. Es zeigt, dass innovative Lösungen vorhanden sind. Forschung und Entwicklung könnten zu wohltuenden Veränderungen in der Technologielandschaft führen. Die Menschheit hat einen weiteren Schritt in die Zukunft gemacht.