Robbie Williams' Wurzeln liegen im Britpop
Robbie Williams sieht Britpop nicht nur als ein Revival. So beschreibt er die Musik als Kunstform und Ausdruck von Mode. Seine Wurzeln sind tief in diesem Genre verwurzelt. Im Jahr 1995, als Oasis ihr berühmtes Album "What’s the Story Morning Glory?" herausbrachten, setzte sich Williams in seiner musikalischen Entwicklung fest. Auch Blur war aktiv und lieferte mit "The Great Escape" einen weiteren Hit. Der "Battle of Britpop" entblätterte sich zwischen den Gruppen, wobei Oasis aus Manchester und Blur aus London stammten. Noel Gallagher nannte einmal Liam Gallagher einen „fetten Tänzer“ – diese Fehde hatte auch ihren Unterhaltungswert. Liam forderte Noel gar zu einem Boxkampf heraus. Dieser Streit zieht sich durch die Jahre und endet bis heute nicht. Williams entwickelte sich zum europaweit erfolgreichsten männlichen Solokünstler. Allerdings spielte seine Musik nie unter dem Label Britpop. Dennoch sieht er eine interessante Verbindung zwischen Musik, Kunst und Mode in diesem Stil. Seine Sympathie gilt Pulp. Er äußerte: „Meine Lieblingsband war Pulp“. Aber inspiriert von Oasis war er auch fasziniert – das Adrenalin und das freigeistige „Scheiß-egal“-Gefühl waren für ihn ungeheuerlich anziehend. Der Wert einer europäischen Perspektive bei BR24 wird geradezu hervorgehoben.
Britpop fehlen die großen Songs
Williams hat bei "Britpop" das Album erschaffen, das er seit seinem Ausstieg bei Take That im Jahr 1995 im Kopf hatte. Doch 1995 erfuhr dies kaum die Aufmerksamkeit, die es verdient hätte. Der Konkurrenzkampf war hart, und das Album wirkte nicht gänzlich überzeugend. Trotz interessanter Ansätze fehlte oft die nötige Stringenz. Eine besonders bemerkenswerte Up-Tempo-Nummer trägt den Titel "Rocket". Ein weiteres schönes Klavierstück ist "Cocky", das klarer hörbar klavierbetont erklingt. "It’s OK Until The Drugs Stop Working" wird zur Streicherhymne. Hier erkennbare Ähnlichkeiten zum legendären The Verve Klassiker "The Drugs Don’t Work" sind nicht zu leugnen.
Die eigene Karriere und der britische Kontext
Nostalgie ist reizvoll. Williams bleibt dennoch realistisch. Seine Solokarriere begann im Jahr 1997 mit dem Album "Life Thru a Lens". "Angels" prägte die Popkultur nachhaltig. Britpop war nie die Hauptbezeichnung seiner Musik – hier zeigt sich eine Brücke, die die Rückkehr zum Britpop-Gefühl nicht ausschließt. Der Blick zurück bleibt stets ein Teil von ihm.