Österreich und die Kirche

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von annac, 16. Februar 2012 .

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  1. #1 16. Februar 2012
    Buddhistischer Mönch Sunim: "Ewald Stadler verbreitet Hass"

    Die Errichtung eines im niederösterreichischen Gföhl geplanten buddhistischen Tempels wurde bei einer verbindlichen Bürgerbefragung mit 67 Prozent der Stimmen abgelehnt. ÖVP-Bürgermeister Karl Simlinger, dem die Errichtung des größten Sakralbaus dieser Art in Europa ein wichtiges Anliegen war, akzeptierte die Entscheidung der Bevölkerung. Dass sich die Gföhler schlussendlich gegen den Stupa entschieden haben, liege an einer Hetzkampagne politischer Gegner, sagt Bop Jon Sunim, buddhistischer Mönch und Mitinitiator des geplanten Baus, im Interview mit derStandard.at.

    derStandard.at: Mehrere, vor allem christlich geprägte Organisationen erhoben zuletzt per Postwurfsendung (http://images.derstandard.at/2012/02/14/stupaaussendungen.pdf) schwere Vorwürfe gegen den Buddhismus, um vor der Errichtung des Stupas zu warnen. Welche Auswirkungen hatte das?

    Bop Jon Sunim: Bis eine Woche vor der Befragung waren die Rückmeldungen aus der Bevölkerung fast ausschließlich positiv. Das Ergebnis der Abstimmung war sicher auch eine Konsequenz dieser Aussendungen.

    derStandard.at: Einer der Vorwürfe lautete, der Dalai Lama wolle einen "diktatorischen Gottesstaat" einsetzen und mit einem "blutigen Religionskrieg gegen Andersdenkende" die Welteroberung anstreben.

    Bop Jon Sunim: Ich glaube, eine solche Kritik an anderen Religionen ist höchstens eine Selbstdisqualifizierung. Vorwürfe von Parallelen mit einer Diktatur sind vollkommen falsch, der Buddhismus ist ein Weg der Liebe, nicht des Hasses. So denken nur wenige, die meisten Österreicher haben große Sympathien für den Dalai Lama. Er ist in Österreich sogar beliebter als der Papst und der Kardinal.

    derStandard.at: In dem Flugblatt wird auch eine Nähe des Buddhismus zum Nationalsozialismus hergestellt.

    Bop Jon Sunim: Einen solchen Zusammenhang hat es nie gegeben. Wer das behauptet, macht bewusste Falschaussagen, die absolut unnötig sind. Für mich sind solche Behauptungen unglaublich.

    derStandard.at: Es heißt darin außerdem, durch "unklare Aussagen über Sexualität mit Kindern" werde im Buddhismus "****philie Tür und Tor geöffnet".

    Bop Jon Sunim: Diese Vorwürfe sind unvorstellbar. Die Piusbruderschaft und vor allem Ewald Stadler arbeiten gegen uns und verbreiten mit solchen Aussagen nur Hass ohne jede Grundlage. Aber es ist sehr schwer, die Leute von der Wahrheit zu überzeugen, wenn an jeden Haushalt Broschüren mit diesen Lügen geschickt werden. Das ist nichts anderes als eine politische Negativkampagne.

    derStandard.at: Ein Kritikpunkt am Stupa selbst war seine geplante Höhe von 35 Metern. Hätte es vielleicht weniger Widerspruch gegeben, wenn der Bau niedriger gewesen wäre?

    Bop Jon Sunim: In Österreich gibt es etwa 8.000 Kirchen, von denen die meisten höher sind. Die Kirche in Gföhl ist 45 Meter hoch, der Stephansdom über 130 Meter. Dieser Punkt kann also objektiv nicht so ein wichtiges Thema sein.

    derStandard.at: Sie haben kulturpolitisch eine Zusammenarbeit mit den Stiften Zwettl, Geras und Pernegg angedacht - wie war die Kommunikation mit den offiziellen Vertretern der katholischen Kirche?

    Bop Jon Sunim: Wir haben sehr viele katholische Freunde, die uns bei dem Projekt unterstützt haben. Anders als die sogenannten "christlichen" Kritiker mit ihrer Kampagne haben uns die offiziellen Kirchenvertreter immer sehr freundlich behandelt.

    derStandard.at: Das Gebäude hätte auf dem Galgenberg, einer ehemaligen Hinrichtungsstätte, erbaut werden sollen. Wäre das nicht eine etwas problematische Symbolik gewesen?

    Bop Jon Sunim: Dazu gibt es eine schöne Geschichte: Vor über 2.200 Jahren herrschte Krieg in Indien und viele Menschen sind gestorben. Als König Ashoka gesehen hat, wie eine Frau den Tod ihres Sohnes betrauerte, hat er den Krieg beendet und am Schlachtfeld den ersten Stupa als Zeichen des Friedens errichtet.

    derStandard.at: Der Standort in Gföhl ist nicht mehr realisierbar - werden Sie sich nun nach einem anderen Standort umschauen?

    Bop Jon Sunim: Wir haben bereits einige Angebote aus ganz Österreich und überlegen, wie es weitergehen wird.

    derStandard.at: Was passiert mit dem Gföhler Grundstück, das Sie erworben haben und nun doch nicht in Bauland umwidmen können?

    Bop Jon Sunim: Auch das ist noch offen.

    derStandard.at: Sie waren schon Initiator des bisher größten Stupas in Europa, der 1993 im ungarischen Zalaszántó errichtet wurde. Gab es auch dort öffentlichen Widerstand?

    Bop Jon Sunim: Es gab weder damals noch in der Zeit danach irgendwelche negativen Stimmen aus der Bevölkerung. Die Bewohner haben sich von Anfang an gefreut. Wir haben gedacht, dass die Mehrheit der Österreicher ähnlich tolerant und offen gegenüber anderen Religionen und Menschen ist.

    Quelle: Buddhistischer Mönch Sunim: Ewald Stadler verbreitet Hass - Religion - derStandard.at › Panorama

    ___________________________________________________________________________________

    Bitte unbedingt die Postwurfsendung der Kirche anschauen: http://images.derstandard.at/2012/02/14/stupaaussendungen.pdf

    Ich will auch kein Kichen-Bashing betreiben aber warum besitzt dieser Verein nicht die Courage, Verfasser solcher Texte hinauszuschmeissen und sich öffentlich dafür zu entschuldigen?
    Darf man solche Postwurfsendungen überhaupt verbreiten?

    § 283

    Gesetzestext (Berücksichtigter Stand der Gesetzgebung: 1. Februar 2012)
    (1) Wer öffentlich auf eine Weise, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden, oder wer für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder aufreizt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren zu bestrafen.
     

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  3. #2 16. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Alles, was eigentlich am dreckingen Stecken der Christen steckt wurde den lieben Buddhisten in die Schuhe geschoben.
    Das ist schon sehr dreist, aber sie sind damit durchgekommen und das finde ich irgendwie traurig. Es gibt so viele dumme Menschen. Man muss nur auf die Straße gehen ...

    80% der Menschheit kann man so leicht beeinflussen - die glauben einem einfach alles, wenn man eine etwas autoritäre Rolle in der Gesellschaft hat.

    Ich persönlich bin Atheist und kann über Religionen eigentlich nur lächeln (respektiere zwar Gläubige aber bin manchmal auch nicht sehr gut darin) aber den Buddhismus fand ich immer gut. Der zieht wenigstens nicht eine jahrhundertlange Blutspur hinter sich her.


    greetings ESP
     
  4. #3 16. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Die Relation zwischen Quelltext und deiner Meinung ist etwas unterirdisch, diese wird keinesfalls dem Thema gerecht.

    Die 1. Frage ist zu unpräzise, was genau ist sowas? Verbieten? Wählen? Etwas aus dem Text?
    Bei der 2. Frage wirst Du nur pauschale Antworten bekommen, welche sich wiederholen werden.

    Überarbeite das mal und dann kannst Du (mit PN-Benachrichtigung an mich) das Thema wieder öffnen.

    PS Das sollte keine Sammelstelle für Religions-Streitereien werden, sobald das Thema wieder offen ist. Diskutiert in einer angemessenen Art und Weise (Respektvoll und tolerant).
     
  5. #4 17. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Das ist auch richtig. Vor dem Einmarsch der Chinesen lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Tibet bei 35 Jahren, weil die sich krumm malocht haben für die Klöster. Wer seine Zwangsabgaben nicht leistete, wurde von Beamten der Klöster gefoltert und ermordet, da wurden bis ins 20. Jahrhundert hinein Augen ausgestochen und die Haut abgezogen. Nach Maos Eroberungsfeldzug stieg die Lebenserwartung auf 59 Jahre, die Landreform brachte der Bevölkerung erst die Lebensgrundlage zurück.
    Der Dalai Lama hat sich damals aus dem Staub gemacht, nahm Unmengen von Gold aus einem armen Land mit und auf die ganzen Geschichten, die in Tibet gelaufen sind, wusste er nichts zu antworten.
    Göring hat die Tibeter für die Ur-Arier gehalten und Missionen dorthin entsendet, seine Theorien zu bestätigen.
     
  6. #5 17. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Mit ist ein buddhistisches Kloster lieber als eine Moschee.
     
  7. #6 19. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Mir sind Buddhisten auch lieber als Typen wie du.
     
  8. #7 19. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Budshistischer Tempel, Kirche, Moschee, :poop:gal, hier herscht Regionsfreiheit und somit sollte alles gebaut werden dürfen.

    Eig. ist des doch auch Rufmord. Ich kann doch nicht einfach irg. welchen Mist ohne Belege über andere Leute verbreiten.

    Naja fanatische Spinner gibts in jeder Religion, diese sind jedoch in keinem Fall repräsentativ für die gesamte Religion.

    Joar ohne Religion wäre in der heutigen Zeit vieles einfacher ^^

    Danke für deine persönliche Meinung.

    Ich esse übrigens gerne Schinkenpizza mit Knoblauch.
     
  9. #8 20. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Ich weiss ja das du keine Ahnung vom Islam hast, aber beim Buddhismus siehts noch düsterer aus.

    Zuerst einmal: Warum wird hier überhaupt über den Dalai Lama geredet, geht es exziplit um tibetischen Buddhismus? Es wird ja nichtmal ein Unterschied zwischen den verschiedenen "Fahrzeugen" gemacht. Der Buddhismus (und auch nicht der tibetische Vajrayana, der auf keinen Fall den größten Anteil der Buddhisten stellt)hat rein gar nichts mit Folterung und Ausbeutung zutun, du bist ja noch schlimmer als diese Hassnachricht von dieser christlichen Institution. Vor dem Einfall der Chinesen gab es dort einfach das Feudalsystem mit Leibeigenen. Die Großgrundbesitzer haben mit ihren Sklaven halt gemacht was sie wollten. De Facto hatte der Dalai Lama also nicht die Kontrolle über alles und jeden. Solche Vebrechen stehen auch nicht im Einklang mit der tibetisch Buddhistischen Maxime. Unter Mao wurden dann die Gegner des Systems ebenfalls aufs übelste gefoltert etc... aber ab dann waren vor allem die Mönche dran. Das Gold mitzunehmen ist eine gute Entscheidung: Es ist leichter Exil zu finden und aktiv etwas zu unternehmen sein Land zu befreien als gefoltert zu werden und im Gefängnis zu verrotten und ausserdem denkst du ja wohl nicht im ernst, dass das Gold nicht in die Hände der Chinesen gefallen wäre?!

    Wayne-Train startet richtung Mount-Whateverest... Selbst wenn der Nationasozialismus mal wieder irgend ne abstrakte Theorie aufgestellt hatte, was hat das mit dem Buddhismus zutun? Denk doch mal nach...weil in dieser Postsendung steht: "Das Hakenkreuz ist auf Buddha zu sehen" ist jeder Buddhist ein Nazionalsozialist, denn der Nationalsozialismus leitet sich vom Buddhismus ab? Ist ja wohl klar das die Swastika einfach geklaut wurde. Nur weil jemand etwas behauptet stimmt das doch noch lange nicht. Zeig mir mal ein paar Parallelen auf.
    Guck mal auf wieviele Kulturen man den Nationalsozialismus zurückführen könnte:
    Swastika – Wikipedia

    2 Asien

    2.1 Indien
    2.2 Japan
    2.3 China
    2.4 Tibet

    3 Europa

    3.1 Vin?a-Kultur
    3.2 Antikes Griechenland
    3.3 Hallstattkultur
    3.4 Germanen
    3.5 Römisches Reich
    3.6 Mittelalter und frühe Neuzeit
    3.7 19. und 20. Jahrhundert

    Aber nein, warum haben Neo-Nazis denn nur Glatzen? Genau, weil man sich das von allen buddhistischen Mönchen abgeguckt hat.



    Aber ist echt hart, ich glaub die meisten Menschen in der Bevölkerung denken echt, dass die Nazis das Hakenkreuz erfunden haben. Da kann man sich nur an den Kopf fassen.
     
  10. #9 20. Februar 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. April 2017
    AW: Österreich und die Kirche

    :rolleyes:


    Quelle

    B2T:

    Für mich ist der Brief nur ein Bekenntnis von Angst.
    Lächerlich.

    Traurig nur das das so einfach von den Menschen geschluckt wird...
    Spoiler
    Shaun_the_sheep_1527887c.jpg
    {img-src: //www.dogwalkblog.com/wp-content/uploads/Shaun_the_sheep_1527887c.jpg}
     
  11. #10 20. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Was genau willst du uns damit sagen?
     
  12. #11 20. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Das war eine Anspielung an die Unwissenheit von der MetaL-Locke redete.
     
  13. #12 21. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Leute, ihr könnt sagen was ihr wollt,.. aber die Religion die sich am ruhigsten verhält und am noch einigermaßen an Menschenliebe interessiert ist sind nunmal die Christen.

    Ich persönlich bin allerdings absolut dafür, das wir ALLE Gotteshäuser schliessen sollten, denn Religionen haben in der vergangenen Jahrhunderte extrem viel elend verursacht. Das die ganzen Story's erstunken und erlogen sind ( Entstehung des Menschen etc ) ist doch bewiesen.
     
  14. #13 21. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Geht so.
    Das Ding ist, wenn Moslems krieg führen oder Terroranschläge machen, denken alle sofort das es religiöse Gründe hat und die einfach nur "Ungläubige" töten wollen.

    Wenn Christen Krieg führen, vor jedem Kampf beten, Sachen sagen wie "Gott wird uns beistehen" usw. , sagt niemand, das Religion der Grund ist. Ist sie auch nicht.

    Auch Terroranschläge und Kriege der Moslems haben Politische Hintergründe und dienen z.B als Druckmittel auf Regierungen und haben nicht wirklich was mit der Religion zu tun.
     
  15. #14 23. Februar 2012
    AW: Österreich und die Kirche

    Zuerst einmal: Was hat das mit dem ursprünglichen Thema zu tun?

    Zu deiner These:
    Die USA zB führen immer noch menschenverachtende blutige Kriege im Namen des Herren. Die Kirche ist wie eine Firma, Geld in Massen aber die Ärmsten Katholiken zB sehen in Afrika und Südamerika garnichts. Sie kriegen nur den Rat mit keine Kondome zu nutzen und andere mittelalterliche Riten zu befolgen. Das veraltete Zölibat wird weiterhin für Kindesmissbrauch sorgen. etc.

    Beim Buddhismus wirst du sowas nicht finden...
     

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