TV-Sender schickt 40 Kinder in die Wüste

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von jeraline, 19. September 2007 .

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  1. #1 19. September 2007
    "Das ist Bonanza-City - oder das, was davon übrig ist" - so startet der Trailer, mit dem der US-Fernsehsender CBS Werbung für seine neue Reality-Show mit dem Titel "Kid Nation" (übersetzt: "Kinderstaat") macht. Schon vor der ersten Folge, die CBS heute zur besten Sendezeit ausstrahlen will, sorgte die Sendung in den USA für heiße Diskussionen. Das Konzept der Reality-Show ist zwar nichts Neues - neu ist aber, dass die Macher 40 Kinder für 40 Tage in eine Geisterstadt in die Wüste New Mexicos schicken. Die Kids sind zwischen acht und 15 Jahre alt, und sie sind komplett auf sich gestellt. In Bonanza City gibt es weder Strom noch fließend Wasser noch Erwachsene - mal abgesehen von den Produzenten und Kameraleuten sowie einem Ärzte- und Psychologenteam, das einsatzbereit im Abseits steht.
    Waschen, kochen, Plumpsklos putzen

    Kid Nation Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Keine Erwachsenen" - das Motto von "Kid Nation" ]
    Die Kinder müssen sich ihren Alltag in einer Art basisdemokratischem Jugend-Staat selbst organisieren, entscheiden, wer welchen Job macht, wer Arbeiter ist, wer den Kaufladen schmeißt oder wer zur "Ober-Klasse" gehört. Sie müssen waschen, putzen, kochen und Plumps-Klos reinigen. Alle drei Tage treffen sie sich zu einer Art Gemeindesitzung, wo die Probleme der Gemeinschaft besprochen und möglichst gelöst werden sollen. Im Werbetrailer spart CBS nicht mit Emotionen. So fängt ein kleiner Junge während der Gemeindesitzung an zu weinen, weil er Heimweh nach seinem Bruder hat. "...weil, er sitzt im Rollstuhl", schluchzt der Kleine. Spontan trösten ihn die anderen mit Umarmungen. Auch an Pathos fehlt es nicht: Als sich die Kinder über ein Problem nicht einigen können und wild durcheinander schreien, steht ein Junge auf und erklärt seinen Genossen, dass es um mehr geht als um die eigenen Interessen: "Wir sind hier, um zu beweisen, dass Kinder aller Altersstufen in der Lage sind, eine Gesellschaft zu organisieren!"
    Goldstern als Belohnung

    Auch in den USA schwächeln die Reality-Shows. Das Interesse an Container-Ödnis oder Insekten-Futtern im Dschungel hat nachgelassen. Nun setzt CBS bei der Jagd auf Quote offenbar auf Kinder. Allerdings wird bei "Kid Nation" niemand abgewählt oder rausgeekelt. Stattdessen wählt die Kinder-Gemeinde nach jeder Episode eine Art "Held des Tages", der einen Goldstern im Wert von 20.000 Dollar überreicht bekommt. Außerdem zahlt CBS jedem Teilnehmer 5000 Dollar.
    Vorwürfe: Geldgier und Verantwortungslosigkeit

    Geldgier und Verantwortungslosigkeit lauten denn auch die Vorwürfe, die den Eltern der teilnehmenden Kinder gemacht werden. Denn sie mussten die Teilnahme natürlich erlauben. In den Bedigungen unterschrieben sie, dass sie die Produktionsfirma von jeder Verantwortung entbinden, falls ihre Kinder durch unvorhersehbare Ereignisse geschädigt würden. Dennoch beschwerten sich einige Eltern nach Abschluss der Dreharbeiten im April: Ein Mädchen habe sich mit heißem Fett das Gesicht verbrannt, weitere Kinder hätten Seifenlauge getrunken, die Kinder seien unbeaufsichtigt gewesen, lauten die Vorwürfe. Der Produzent Tom Forman weist die Kritik zurück: Ein Medizinerteam hätte in Notfällen eingreifen können, heißt es. Und: Die Bedingungen bei "Kid-Nation" seien ähnlich wie in Sommer-Camps. Auch dort seien Kinder wochenlang von ihren Eltern getrennt.
    Kritiker fühlen sich an "Herr der Fliegen" erinnert

    Inzwischen muss sich CBS aber auch mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass die Dreharbeiten während des Schuljahrs stattfanden und sich an einigen Tagen so lange hinzogen, dass sie New Mexicos Gesetze über die Beschäftigung Minderjähriger verletzten. Manche Kritiker fühlen sich durch das Setting an William Goldings Roman "Herr der Fliegen" erinnert, in dem der englische Schriftsteller 1954 die Robinsonade einer Kindergruppe auf einer einsamen Insel beschreibt. Sie endet in einer grausamen Hetzjagd.

    Kid Nation Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Wer wird wohl aufhören wollen?" ]
    Psychologen und Medienkritiker in den USA monieren, dass CBS die Kinder in der beschriebenen Art und Weise zur Schau stellen würde. Hier sei eine Grenze überschritten worden. CBS hält trotz der massiven Kritik am Ausstrahlungstermin fest. Die hitzige Diskussion wird vermutlich für gute Einschaltquoten sorgen. die Amis werden immer kranker
     

  2. Anzeige
  3. #2 20. September 2007
  4. #3 20. September 2007
    AW: TV-Sender schickt 40 Kinder in die Wüste


    is zwar aus den news-regeln, lässt sich aber in letzter zeit erstaunlich gut aufs talk-forum projezieren, auch wenns ausnahmsweise von tagesschau.de ist, es ist und bleibt boulevard.bitte hört auf mit der effekthascherei, über sowas kann doch kein mensch diskutieren!

    ~closed~


    greetz
    Kabio
     

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