Venezuela: Sozialismus endet im Krieg

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von raid-rush, 28. Juni 2017 .

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  1. #1 28. Juni 2017
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2017
    Die Lage in Venezuela spitzt sich weiter zu. Das sozialistische Regime unter Präsident Maduro hat klare Worte zum jüngsten Vorfall: ein Putschversuch - bisher allerdings ein Einzellfall. In seiner Rede macht er ganz klar, das er die sozialistische Ideologie mit allen Kräften verteidigen will. Maduro scheint diesen Vorfall zur Aufrüstung des Militärs genutzt zu haben. Bisher konnte kein Putschversuch bestätigt werden. Mittlerweile gehen viele sogar von einer Inszenierung aus um das militärische Vorgehen gegen Oppositionen zu rechtfertigen.

    Quelle: Venezuela: Präsident spricht nach angeblicher Helikopterattacke von Putschversuch - SPIEGEL ONLINE - Politik


    Das Land ist eigentlich sehr reich an Rohstoffen und den Bewohnern müsste es viel besser gehen, doch die Misswirtschaft der Sozialisten fördert Korruption und brachte dem Land keine ausreichende Entwicklung und eine enorme Abhängigkeit von einem einzigen Wirtschaftszweig, dessen Zustand marode ist. Andere Wirtschaft hat in dem Land keinen Fuß gefasst, da es in dem Land auch keine Anreize für Unternehmer gibt. Zunehmend macht sich der Wohlfahrtstaat von Importen abhängig.

    Das Land lebte von den 95% Ölexporten - nach dem die Ölpreise stark gesunken sind, sank die Wirtschaftsleistung um mindestens ein Drittel. Das Land hat kaum mehr Devisenreserven und kann somit nichts mehr Importieren. Lebensmittel und Medikamente und vieles weitere Lebenswichtige kann nun nicht mehr gekauft werden.

    Immer mehr Menschen wollen das Maduro zurücktritt. Vom Sozialismus wollen sich aber die meisten noch nicht verabschieden. Immerhin bietet er auch viele Annehmlichkeiten. Nur Leider funktionieren diese selten langfristig, wenn die Planwirtschaft den Überblick verliert und keine Kompetenzen bündeln kann.

    Wie lange kann sich Maduro noch halten, wird der Sozialismus noch in den nächsten Jahren zerbrechen? Die Regierung wandelt sich immer mehr zu einer Diktatur was einen Bürgerkrieg noch weiter befeuern könnte.

    Eigentlich ist die jetzige Regierung für den Westen von Vorteil. Denn das Land wird immer klein bleiben und dient als billiges Rohstofflager ohne weitere wirtschaftliche Bedeutung. Andererseits ist ein solches Exportland auch sehr unzuverlässig und man könnte sich auf Öllieferungen nicht sehr gut verlassen. Wenn Ölkonzerne in dem Land ansiedeln könnten, wäre das wohl auf beiden Seiten ein gutes Geschäft - auf kosten der Umwelt.
     

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  3. #2 29. Juni 2017
    Grundsätzlich stimme ich Dir zu, selbst Kuba ergeht es um einiges besser. Sozialismus/Kommunismus funktioniert (weltweit) seit Jahrzehnten mit einem enormen Militärapparat - voller Privilegien selbstverständlich. Ein typisches zwei Klassen System.

    Über 2 Ecken kenne ich eine Person, welche aus Venezuela kommt und derzeit auch wieder da lebt, irgendwo Richtung der kolumbianischen Grenze. Laut Ihrer Aussage, ist die Lage nicht immer so krass wie gerne dargestellt und es müsse unbedingt zwischen Land- und Stadtbevölkerung unterschieden werden (wie generell in Südamerika, falls man sich intensiver mit diesem Kontinent befasst).
     
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  4. #3 1. Juli 2017
    Das ist nicht der sozialismus das sind Soldaten die dafür ausgebildet worden sind einen Staat zu korrumpieren. Vielleicht Blackwatersolaten? Who knows. :(
     
  5. #4 1. Juli 2017
    [​IMG] [​IMG]
     
  6. #5 12. Juli 2017
    Das Hauptproblem in Venezuela ist das Wechselkurssystem. War gestern auf nem Vortrag über Venezuela von einem Ökonomen der FES, der das auch noch mal bestätigt hat. Das Ganze ist ne recht komplizierte Geschichte, zu der linke Ökonomen teilweise völlig konträre Dinge erzählen. Anfang der 2000er als der Chavismo sich radikalisierte und daraufhin Putschversuch & Sabotage der Ölindustrie folgten kam es zu enormer Kapitalflucht. Die Reaktion darauf war das heutige Wechselkurssystem. Die Krise in Venezuela ist also auch Ausdruck davon wie schwierig es ist im Kapitalismus die Macht des Kapitals zu bekämpfen. Vermutlich hätte man ab 2013 stärker die Schlüsselindustrien und Importe vergesellschaften müssen, insbesondere den größten Lebensmittelkonzern Polar, dessen Chef offen für die Opposition auftritt und schon oft der Sabotage bezichtigt wurde. Es gibt zwar sehr gute Ansätze insbesondere was die zunehmende ökonomische Rolle der Räte angeht, allerdings bräuchte man dafür wohl mehr Zeit, um das vernünftig auszubauen.
     
  7. #6 12. Juli 2017
    Das ist wohl nur eines von vielen Problemen...

    Am besten wieder Teile privatisieren und die Umweltrichtlinien und Sozialabgaben ordentlich hoch festlegen, dann würde das Land wieder Boomen ohne Umweltzerstörung. Die damit geschaffenen Arbeitsplätze und eingenommene Steuer, wäre trotz der Netto-Gewinne die in private Taschen fließen deutlich höher. Abgesehen davon würden Investitionen gezielt und sinnvoll ablaufen, auch das Ausland würde wieder Investieren wenn eine zuverlässige Politik da wäre.

    Wie soll das auch funktionieren wenn die Betreiber vom System auf dem Papier bestellt sind. Nach 14 Uhr Stift fallen lassen...
    Experten sind längst alle in die Privatwirtschaft abgewandert.
     
  8. #7 12. Juli 2017
    Du willst nicht in etwas DIESEN Sozialismus verteidigen?!

    Ich war schon auf Kuba und in Venezuela und kann behaupten, dass das System Sozialismus auf dem Papier gut ausschaut, aber in Wirklichkeit immer wieder scheitert. Unabhängig von der Intervention westlicher Staaten!
    Jeder noch so kleine Fortschritt eines Individuums wird im Keim erstickt, es entsteht Unzufriedenheit.

    Kleines Beispiel:
    War auf Kuba in nem kleinem Dorf, wo das Wasser aus dem Brunnen aufwendig per Hand gepumpt werden muss. Frag ich, warum sie keine maschinelle Pumpe hätten. Wurde mir gesagt, ein Ingenieur aus dem Dorf hat mal eine gebaut hat. (Ihr müsst wissen, dass in Kuba 20-25% der Menschen einen Hochschulabschluss haben). Also war diese Pumpe fürs allgemeine Wohl gedacht, keine Persönliche Bereicherung. Die Pumpe bestand aber zum Teil aus Einzelteilen vom Schwarzmarkt (da gibt es kein Obi für Heimwerkerdzubehör, "jede Schraube wird gefühlt in Havanna registriert"). Irgendwann kam die Polizei, Pumpe beschlagnahmt und der Ingenieur musste in Haft. Nicht lange, aber "kurz und effektiv".
    Und nein, dass war Garantiert kein Propagandadorf für westliche Touris.
     
  9. #8 28. Juli 2017
    Mit Kuba hab ich nix am Hut, das isn autoritäres Überbleibsl des ML und Ostblocks. Das neue und spannende an Venezuela sind die basisdemokratischen, kommunalen Räte, die schon von Chavez immer als der eigentliche Kern des aufzubauenden Sozialismus angesehen wurden. Woran die Probleme in Venezuela liegen lässt sich recht klar benennen. Das Wechselkurssystem hab ich schon benannt. Außerdem wurde insgesamt der Fehler gemacht, Güter zu subventionieren statt die Armen mit direkten Zahlungen zu unterstützen. So wird ein Großteil der Lebensmittel & des Benzins ins Ausland geschmuggelt. Der Fehler wird leider nur sehr zögerlich korrigiert. Die Räte sind sicherlich kein Problem, im Gegenteil: Sie sind eines der wenigen Dinge, die gut funktionieren und übernehmen nun in der Krise Teile der Lebensmittelverteilung.
    Zu den Räten: Venezuela: Die konstituierende Macht in Bewegung | Dario Azzellini
    Dario Azzellini: Partizipation, Arbeiterkontrolle und die Commune. Bewegungen und soziale Transformation am Beispiel Venezuela. VSA: Verlag Hamburg

    Vor dem Kapital einknicken und sich weiter von einer Minderheit Kapitalisten ausbeuten und knechten lassen mag für bürgerliche Liberale ne Option sein, aber nicht für vernünftige Sozialisten. Die Mehrheit in Venezuela bekennt sich zum Sozialismus.
     
  10. #9 29. Juli 2017
    Südamerika ist mittlerweile so instabil das Investitionen von außen fern bleiben und damit die Situation noch schlechter wird. Die werden sich auch nicht mehr ohne Hilfe von außen stabilisieren können, Afrika 2.0
    Da sparen sich die Amis das Einmarschieren weil früher oder später müssen sie eh alles verschenken an Bodenschätzen.
     
  11. #10 31. Juli 2017
    Wahlbeteiligung für die verfassungsgebende Versammlung ist da: "turnout in Sunday's vote was 41.53 percent, or 8,089,320 people." "a turnout more than double the estimates of both the government's political opponents and independent experts." (abcnews)
    HAHA. Hat die bürgerliche Presse und Opposition mal wieder die Unterstützung für die Revolution ordentlich unterschätzt. :)
     
  12. #11 31. Juli 2017
    Wobei das die "offiziellen" Zahlen sind, mit ungültigen Stimmen wohlgemerkt. Die Opposition geht von 2-3 Mio Wählern aus, die richtige Zahl wird wohl irgendwo dazwischen liegen ^^
     
  13. #12 3. August 2017
    Verdacht auf eine Million gefälschte Stimmen bei Wahl in Venezuela

    Die nächste Diffamierungskampagne westlicher Medien ;-)
     
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  14. #13 3. August 2017
    Zuletzt bearbeitet: 3. August 2017
    Gehört halt zu einer richtig guten Diktatur dazu :D Allerdings ist das Land durch die einseitige Planwirtschaft auf Öl gescheitert, was anderes hat sich unter der Politik nicht Entwickelt. Keiner der bei Verstand ist wird diese Politik noch weiter unterstützen. Sozialismus geht vielleicht auch klüger, flexibler und weniger ideologisch - zumindest in einem so reichen Land. Anderswo hätte man die Chance gar nicht das zu finanzieren. Entweder Ressourcen ausbeuten oder Menschen, oder beides - haben alle gemeinsam.

    Alle erprobten oder aktiven Systeme sind irgend wie Mist. Bei allen steht die Umwelt irgend wo ganz unten. Und damit steht auch der Mensch nicht im Mittelpunkt sondern nur seine Triebe wie man sie am besten befriedigt oder eindämmt. Je mehr Menschen desto enger wird der Käfig, denn alle müssen sich die Erde teilen und das geht nur mit Regeln. Der Kapitalismus war bisher ein passabler und funktionaler Entwickler, allerdings stößt er an seine Grenzen und Sozialismus bietet zumindest einige Inspiration für eine Weiterentwicklung. In der Praxis konnte man allerdings nichts brauchbares erleben, was meiner Meinung nach an der fehlenden Technokratie liegt, die nicht mit Populismus harmoniert bzw unpopulär und unbeliebte Konsequenzen vertritt. Oder kurz gesagt, die breite Masse wird nicht das Verständnis haben für nötige Entwicklungen. Auf demokratischem Weg ist das also nur über Hintertüren möglich, in dem man alle belügt, denn das funktioniert ja wunderbar. Märchen mag doch jeder, Gott lobs.
     
  15. #14 13. August 2017
    Zuletzt bearbeitet: 13. August 2017
    Wenn die Firma Zugriff auf die Daten hätte, könnte sie auf die Stimme genau die Abweichung angeben. Wenn sie keinen Zugriff hat, kann sie auch nichts über die Abweichung sagen. Also lügen sie wahrscheinlich.
    Aber selbst die Firma sagt ja, dass man das leicht mit einem 100% Audit überprüfen kann. Die Überprüfung läuft und bis dahin sollte man sich mit Vorwürfen zurückhalten. Eine Einschätzung von Dario Azzellini zur konstituierenden Versammlung, der ein scharfer Kritiker der Regierung ist: "Voters did not have to vote for the PSUV or Maduro, they could vote for the process of change without voting for Maduro and his candidates. And that is what many did. Even if in the end the PSUV electoral machine prevailed. Nevertheless there are many members of the ANC that are not in line with Maduro. Not only the whole sector of Chavismo bravio, which groups the radical chavista rank and file, but also others, like Oscar Schemel, owner of a polling institute, that has been elected for the sector of entreprenuers, and who has always been and still is very critical of the government. And the argument most voters at the ballot boxes gave for their participation was to vote against the opposition violence. The ANC elections brought rank and file chavismo again in the offensive. After months of desillusion, depression and immobility (in order to avoid a civil war), activists, militants, rank and file, felt invigorated again, discussed political matters again."

    Im Gegensatz zur letzten Parlamentswahl waren also diesmal die Listen offen für Listen der regierungskritischen Basis und es sind auch einige reingekommen, insbesondere über die sektoralen Listen. Die Constituyente ist also deutlich näher an der linken Basis als das Parlament und damit diesem vorzuziehen. Die Legitimität der Constituyente wird davon abhängen, ob ihr Maßnahmen gegen die Krise einfallen und ob sie (wie angekündigt) zur Stärkung der basisdemokratischen Rätestruktur beiträgt.
    Was für ne Planwirtschaft? Das Land ist weiterhin (leider) kapitalistisch. Mit Sozialismus haben die Fehler dort NICHTS zu tun. Was das mit Sozialismus zu tun haben soll können die Leute nämlich auch nie erklären.
    Das Hauptproblem ist das Wechselkurssystem. Das war eine Reaktion auf die Sabotage der Ölindustrie durch die Opposition 2003. Damals gab es massive Kapitalflucht und die musste man irgendwie stoppen. Daher hat man die Kontrollen fürs Wechselkurssystem eingeführt und das hat auch erst mal gut funktioniert! Insbesondere als der Ölpreis abstürzte wurden die aber dysfunktional und man hätte sie am besten schon etwas vorher abschaffen sollen. Das sind komplizierte Fragen, aber mit Sozialismus, also der basisdemokratischen Vergesellschaftung der Produktion wie es sie erst in Ansätzen mit den Räten gibt, hat das genau NULL zu tun.

    Die Solidarität sollte nicht der Regierung gelten, sondern dem revolutionären Prozess und der Regierung nur insofern die Regierung ihn unterstützt. Makroökonomisch hat die Regierung einige Fehler gemacht, aber die Räte als Kern der Revolution hat sie immer unterstützt, während die Opposition die Räte am liebsten sofort abschaffen würde. Interessante Diktatur, die den Aufbau eines basisdemokratischen Rätesystems unterstützt, das den Ziel hat den bürgerlichen Staat zu ersetzen.

    Leute, ernsthaft, wenn ihr zu einem Thema keine Ahnung habt, dann solltet ihr nicht so tun als ob.
     
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  16. #15 16. August 2017
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2017
    Margaret Thatcher: "Das Problem mit dem Sozialismus ist, dass einem irgendwann das Geld der anderen Leute ausgeht." Und das ist in Venezuela passiert. Es passt einfach nicht ins Weltbild der Linken dass im Endeffekt die kapitalistische Gesellschaft humaner ist als die sozialistische. Wenn unser nobody die Attribute des Kapitalismus aufzählen würde und dann die Attribute/Gesetze der bolivarischen Revolution, dann würde der kundige Leser merken, dass Maduro/Chavez keinerlei kapitalistischen Elemente enthält und dem feuchten Traum eines Linken entspricht. Zumindest auf dem Papier. Absolute Macht wird absolut missbraucht und das nehmen die Linken in Kauf um Ihre Segnungen in der Welt zu verbreiten. Der Machtmissbrauch gehört zum Sozialismus wie die klebrigen Hände zur Zuckerwatte.
     
  17. #16 18. August 2017
    Ein Organ, welches ÜBER allen anderen Institutionen/Organen steht, würde ich nicht als Basisdemokratisch ansehen.
    Würde mal gerne ne Liste über die Mitglieder finden.

    Und warum wird nun die Staatsanwältin Ortega verfolgt? Weil der Chavismus nun doch nicht so perfekt ist oder weil sie Maduros letzte große Widersacherin ist?
    Darüber haben sich alle Südamerikanischen Staaten gegen die Constituyente ausgesprochen, nur Kuba hält noch zu Venezuela.
     
  18. #17 18. August 2017
    Halbwegs "sinnbildlicher" Sozialismus würde nur unter einer Technokratie funktionieren - sofern überhaupt die nötigen Leute da wären und sich die Bürde auferlegen und sich nicht lieber mit ihren Fähigkeiten ein schönes Leben machen. Das was in DE die Kanzlerin verdient, wäre nie genug für die Verantwortung, deshalb gibt es Sponsoring durch Reden. Oder legale Korruption durch Lobbys.

    Eine "Hoffnung" für Technokratie wäre, dass auch gute Leute immer weniger Chancen haben nach ganz oben zu kommen. Es wird auch nicht mehr angestrebt, mittlerweile geht der Trend zu weniger Geld und Arbeit dafür mehr Lebensqualität oder Freizeit... das belegt auch der Geburtentrend bei der Bildungselite. Mehr quanititativer Konsum verbessert das Leben nicht zumindest ab dem Mittelstand, wenn die Gesellschaftliche Gefühlsebene erreicht ist in der man sich priviligiert genug fühlt, um die unüberwindbare nächste Stufe anzustreben. Der Erfolgsdruck von unten in die Mitte ist gigantisch wohingegen der Druck von der Mitte nach Oben klar nachlässt in Summe, da die Abstände zu groß sind. Der Aufstieg ist also viel schwieriger und der damit gefühlte Abstand noch größer. Lebensqualität ist nicht direkt Proportional damit verbunden aber die emotionale Wahrnehmung erzeugt eine Spaltung. Denn es geht heute zumindest in der ersten Welt allen besser, da jeder vom Fortschritt zumindest ein wenig profitiert, indirekt. An der Lebensqualität vom Gefühl her hat sich aber wohl nichts verbessert und das ist aber das worauf es auch ankommt. Zufriedenheit lässt sich nicht durch eine Blase aufrecht erhalten. Von einer Religion in die nächste, ich könnte mir sogar vorstellen das Religionen oder neue Weltanschauungen starke Zuläufe verzeichnen einfach weil das vorgelebte Konsum Leben in der breiten Gesellschaft nicht mehr so angenehm ist und keine Zukunftsperspektive der "Zufriedenheit" bietet.
    Zufriedenheit braucht auch Platz und Freiräume und die werden immer weniger... Die Vorstellung von Freiheit schrumpfen also dahin.

    Deutschland ist seit Trump der Stabilitäts Index Weltweit. Wenn es hier nicht mehr funktioniert wo alles wirklich einfach und gediegen läuft, dann stehen die Tore offen für eine neue Weltordnung der Chaoten inklusive allem was dazu gehört.

    Ein System mit Zukunft muss die ganze Welt einbeziehen in der Planung und alles berücksichtigen, nur nicht Jeden.
     
  19. #18 20. August 2017
    Nur argumentfreie Pöbelei ohne Bezug zur Realität in Venezuela.
    Woran man auch erinnern sollte: Die aktuelle Verfassung wird ja mittlerweile selbst von der rechten Opposition anerkannt. Die ist übrigens so zustande gekommen: "Of the 1,171 candidates standing for election to the assembly, over 900 of them were opponents of Chávez. Chávez's supporters won 52% of the vote; despite this, because of voting procedures chosen by the government beforehand, supporters of the new government took 125 seats (95% of the total)"
    Es gab auch die gleichen Vorwürfe zur Errichtung einer Diktatur:
    "The Assembly convened 3 August. On 12 August 1999, the new constitutional assembly voted to give themselves the power to abolish government institutions and to dismiss officials who were perceived as being corrupt or operating only in their own interests. As Jones noted, "It was a breathtaking move. To its supporters, it could force reforms that had been blocked for years by corrupt politicians and judicial authorities. To its critics, it was an overreach of power and a threat to democracy. The stage was set for a confrontation with the Supreme Court."[7] Indeed, Chávez and his supporters had discussed dissolving both the Supreme Court and the Congress, each of which they believed to be entirely controlled by the oligarchy and the opponents of the Bolivarian movement. The constitutional assembly had the power to perform such an action, and had already fired almost sixty judges whom it identified as being involved in corruption."
    1999 Constituent National Assembly - Wikipedia

    Das einzig legitime Kriterium etwas zu beurteilen ist nicht das Verfahren wie etwas zustande kommt, sondern was dabei herauskommt. Es kommt also wie gesagt darauf an, ob Maßnahmen gegen die Krise gefunden werden und ob die Basisdemokratie in Form der kommunalen Räte gestärkt wird.
    Ortega hat unfassbaren Unsinn erzählt und gemacht. Sie wollte z.B. das gesamte oberste Gericht absetzen, hat sich verweigert Strafverfahren gegen die Gewalttäter bei oppositionellen Protesten einzuleiten, wirft der Regierung ohne Belege Wahlbetrug vor und redet von Unsinn wie "Diktatur" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"(!). Die Frau ist schlicht zur Opposition übergelaufen. Damit war sie nicht mehr tragbar als Generalstaatsanwältin, die nun mal die Interessen der Regierung zu vertreten hat.
    Bei was für absurden Quellen informierst du dich eigentlich? Neben Kuba unterstützen auch Nicaragua, Ecuador und Bolivien die konstituierende Versammlung. In Mittelamerika außerdem El Salvador. Also eben alle linken, d.h. vernünftigen Regierungen.

    Exemplarisch für eine Position der sozialen Bewegungen zur Constituyente, ein Interview mit einem Aktivisten der "Revolutionary Sex and Gender Diversity Alliance (ASGDRe)":
    "The importance of the July 30 elections went beyond the event itself because, in the minds of Venezuelans, it represented a critical turning point: It was an opportunity for the people to express themselves in an election on two very different proposals.
    One proposal was to support terrorism as a means to overthrow the government; the other was to choose representatives from grassroots organisations across the country to a National Constituent Assembly to discuss and approve the decisions needed to solve the problems we need to solve." Venezuela's Revolutionary Sex and Gender Diversity Alliance: 'The Constituent Assembly Has Been a Huge Boost to the Spirit of Chavistas'
     
  20. #19 24. August 2017
    Es geht vor allem der ehemals dritten Welt durch den Kapitalismus heute viel viel viel besser.

    Hungerte in den 70ern noch jeder 3te Erdbewohner, so ist es heute noch jeder 11te und das trotz einer Verdreifachung der Erdbevölkerung.

    In China hat sich die Zahl der Armen seit dem Ende des Sozialismus von 60% auf lächerliche 3% reduziert. In Vietnam haben die Einkommen seit dem Ende des Sozialismus um den Faktor 20 erhöht.

    Der Kapitalismus hat die Menschen reich gemacht und die Not die letzten Jahre dramatisch reduziert.
     
  21. #20 25. August 2017
    infovid was da los ist in dem land

    Spoiler
     
  22. #21 20. September 2017
    Unsinn. Muss aber auch meine eigene Einschätzung etwas revidieren.
    Hab da was entdeckt:
    Bisher hab ich das Gerede vom “Wirtschaftskrieg” weitgehend als Regierungspropaganda abgetan, um von eigenen Fehlern abzulenken, aber nach der Lektüre einer langen Untersuchung eines bekannten venezolanischen Ökonomen scheint mir da doch mehr dran zu sein. Liest sich wie ein Thriller.
    Pasqualina Curcio – “The Visible Hand of the Market: Economic Warfare in Venezuela” (2017) [Quelle]

    Ein erstes Indiz: Der Schwarzmarktkurs für Dollars schießt immer vor wichtigen Wahlen in die Höhe, allerdings nicht für die Zeit von 2003-2005, als es aber schon Wechselkurskontrollen gab. Ähnlich bei den Lebensmittelknappheiten.

    Der Kurs für Dollars auf dem Schwarzmarkt verläuft bis 2012 linear. Ab 2012 verläuft er exponentiell. Damit kommt die Hyperinflation. Der Absturz des Ölpreises findet erst Mitte 2014 statt. Der linke amerikanische Ökonom Mark Weisbrot argumentiert, der Auslöser für die exponentielle Entwicklung auf dem Schwarzmarkt sei die Regierung gewesen, die im Herbst 2012 der Wirtschaft zu wenig Dollars gegeben habe. Das ist auch das Narrativ der Opposition, der privaten Unternehmen und der bürgerlichen Medien. Das klang auch für mich bisher plausibel. Das Problem ist nur: Es stimmt nicht. Wenn man sich die Daten ansieht (Chart 20, S. 186) bekam der Privatsektor von 2012 auf 2013 sogar etwas mehr Dollars. Man muss außerdem wissen: Die Seite Dollartoday, die den Schwarzmarktkurs publiziert an dem sich die Wirtschaft orientiert, wird von Oppositionellen im Ausland kontrolliert, die bereits am Putschversuch 2002 beteiligt waren. Die Schlussfolgerung liegt also nun nahe, dass das Hauptproblem tatsächlich von Anfang an genau wie von Maduro immer behauptet eine bewusste Manipulation ist: Wirtschaftskrieg. Man kennt das von Allende in Chile (“Let the economy scream” - Nixon). Man könnte es auch einen ökonomischen Putschversuch nennen. In solchen Zeiten sind auch undemokratische Maßnahmen mehr als legitim.
     
  23. #22 20. September 2017
    Ja aber dieser Wirtschaftskrieg ist überall... jeder Währungsraum versucht für sich Vorteile zu erzielen, also die Währung anpasst. Je niedriger die Währung von Produzenten desto besser die Nachfrage am Weltmarkt. Natürlich gibt es auch Länder die auf Importe angewiesen sind und eine schlechte Wirtschaft haben, diese befinden sich in einer Abwärtsspirale da deren Währung immer weniger Wert wird mit steigenden Staatsschulden. Doch das erhöht normalerweise die Wettbewerbsfähigkeit allerdings nicht immer, denn billige Länder gibt es viele, doch wichtig sind auch politische Verhältnisse. Auf der anderen Seite wird man mit Geld überflutet und hat Deflationsängste die man mit Jahrelangem Gelddrucken und Nullzinsen entgegenwirkt und damit auch die Währung attraktiv günstig hält.

    Die technologische Handelsübermacht hat bisher verhindern das billige Länder nur alleine vom billig sein nie Wachsen werden, die werden immer billig bleiben außer sie haben Rohstoffe, das ist praktisch die einzige Möglichkeit für Aufstieg. Der Rest wird immer Arm bleiben es sei den sie würden unsere Bildung und damit Innovationen und Technologie nachholen oder sogar überholen oder den Westen durch ein Rohstoffembargo angreifen, allerdings sinnlos da das "Gewaltmonopol" beim Westen liegt.

    Sicherlich liegt es nicht nur an der Regierungsform die kein Vertrauen bei anderen Ländern findet (wie Nordkorea) aber irgend wo stockt es schon bei unternehmerischer Entwicklung trotz Umweltzerstörungsfreiheit und Rohstoffen.
     
  24. #23 20. September 2017
    Klar, die Amis (der Hauptabnehmer des Öls) sind wieder schuld dass jeder Sozialismus bisher in bitterster Armut und Not geendet hat.

    Logisch.

    Sozialismus ist ein Verbrechen und bedeutet immer: Armut und Hunger für alle.
     
  25. #24 20. September 2017
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2017
    Nur in armen Ländern... Wenn das Land technologisch Hochentwickelt ist kann es sich durch Export einen "Sozialismus" dauerhaft leisten, sofern die anderen sich nie übermäßig entwickeln und somit als Rohstofflager und billige Produktionsstädte dienen.
    Das ist der Grund warum der Reichtumhaufen irgend wann durch Grundeinkommen verteilt wird, weil das westliche Paradies einfach nichts mehr Arbeiten muss und trotzdem "Geld" einnimmt. Praktisch lassen wir die Dritte Welt schuften während die 10% Weltbevölkerung im Westen gut leben können.
    Wenn das ganze Kapital bzw Beteiligungen/Unternehmensanleihen dem Staat gehören würde (im Westen), hätte er so viel Rendite für Grundeinkommen das keiner mehr Arbeiten müsste. Das macht die ärmere Welt.
    So ähnlich läuft es ja heute schon, nur halt auf privaten Haufen begrenzt. Sonst hätte ja keiner mehr Arbeit und was machen die Menschen dann mit so viel Zeit und Kaufkraft, da kommt nichts gutes bei raus... Der Mensch braucht einen Auftrag. Aber der Trend bei hoher Entwicklung und Sicherheit ist glücklicherweise auch weniger Bevölkerungswachstum bzw Rückgang. Dann verteilt sich das ganze auf weniger Menschen die Lebensqualität steigt also an. Wenn man dann noch drauf kommt Massen-konsum/produktion einzustellen und auf Qualität und nachhaltige und ökologische Technologie kommt, ist das Ziel erreicht. Doch der Übergang dahin den wir jetzt erleben ist sehr übel für die ärmere Welt. Stellt sich die Frage, kann der Mensch nicht anders? Ethik, Vernunft und Moral sind nicht so wirklich erkennbar in der Praxis.

    So wie die Chancengleichheit innerhalb der Bevölkerung durch Kapitalabstände wächst, verhält es sich auch mit Ländern untereinander. Es ist praktisch unmöglich aufzuholen das ist ein grundlegendes Prinzip von Kapitalismus, deshalb werden Schuldenberge gleichermaßen weiter anwachsen. Die Produktivität sowie das Investment statt Konsum, verhindert eine Inflation, die man ja bei der Geldmenge erwarten würde. Dadurch das aber keiner das Geld in echte Warennachfrage wandelt sondern das meiste Geld in die Produktion oder Sparstrumpf gesteckt wird entsteht keine Inflation obwohl die Geldmenge da wäre. Der Hebel sind hierbei Rohstoffe und Löhne, diese müssten steigen um den Geldfluss zu vergrößern proportional zur Geldmenge.

    Der Deflationsspirale entkommt man also nur durch die Erweiterung des Währungsraums welche gleichzeitig auch Einflussbereiche erhöht und den Wirtschaftsraum stärkt. Die Strategie alle EU Länder in die Währungsunion aufzunehmen ist also nicht schlecht. Auch wenn Griechenland ein negativ Beispiel ist für sich selbst, innerhalb der EU ist damit kein Schaden entstanden, im Gegenteil der Nutzen war weit größer als die bisherigen Kosten. Was fehlt ist ein innereuropäischer Sozialausgleich durch Länder die profitieren von einer relativ vergünstigten Währung im Handelsraum. Denn sonst müssten die anderen EU Länder gegenüber Deutschland Zölle verhängen.

    Wenn Venezuela das Vertrauen in sich und damit in die Landeswährung nicht stabilisieren kann in dem Sie Kapital Sicherheiten geben und Handlungsspielraum erlauben, besteht unabhängig von sonstigen Eingriffen keine natürliche Chance auf Erholung. Der Schwarzmarkt mit Dollar wird weiter zunehmen in der Bevölkerung wenn die Landeswährung nicht grundlegend Vertrauen gewinnen kann. Dazu müsste die Gelddruckerei für den Sozialismus gestoppt werden bis sie langsam wieder anfahren kann mit dem Wirtschaftswachstum. Man kann in einer globalisierten Welt nicht einfach Sozialismus betreiben wie im Bilderbuch. Es ist möglich, aber nur mit Kompromissen und die sind durchaus zumutbar.
     
  26. #25 23. September 2017
    Alles westlichen Länder die dauerhaft linke Politik betrieben haben haben nach und nach den Anschluss verloren. Noch ganz ohne Sozialismus. Darum hat auch Skandinavien mit dem sozialen Experimenten schnell Schluss gemacht, die Leistungen sind heute weit unter den Deutschen bei deutlich mehr Druck.
     

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