Ärzte drohen mit Ausstieg aus dem Gesundheitskartenprojekt

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von rainman, 9. Mai 2007 .

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  1. #1 9. Mai 2007
    In einer gemeinsamen Erklärung haben sich alle wichtigen Arztorganisationen im Vorfeld des Deutschen Ärztetages kritisch zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) geäußert. Der Berufsverband Deutscher Internisten, die Bundesärztekammer, der Deutsche Hausärzteverband, die Gemeinschaft der Fachärztlichen Berufsverbände, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, der Marburger Bund, Hartmannbund und NAV-Virchow-Bund drohen mit dem Ausstieg der Ärzte aus dem Projekt, wenn den Ärzten nicht die gesamten Kosten für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vergütet werden. Außerdem fordern die Verbände von der Projektgesellschaft Gematik, "eine umfassende, gleichwohl für technische Laien verständliche Gesamtbeschreibung der bis jetzt konzipierten technischen Lösungen und besonders der Sicherheitskonzepte zu erstellen".

    Im Unterschied zur Position von Verbänden wie der Freien Ärzteschaft lehnen die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung die Gesundheitskarte nicht völlig ab. Vielmehr möchte man die Ergebnisse der Testphase abwarten und schauen, ob die ärztlichen Interessen beim eGK-Projekt gewahrt bleiben. Jedoch wird große Skepsis geäußert: "Die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse der ersten Tests der elektronischen Gesundheitskarte nähren die Befürchtung, dass der Einsatz im Regelbetrieb zu nicht hinnehmbaren Belastungen und Störungen in der Patientenversorgung führt."

    Besonders stören sich die Ärzte daran, dass mit der eGK und der Einführung des elektronischen Rezeptes nur administrative Verwaltungsprozesse der Krankenkassen gelöst würden und die Karte keinen Nutzen für Ärzte wie Patienten habe. Daher enthält die gemeinsame Erklärung auch die Forderung nach einem deutlichen Nutzwert für Ärzte: "Wenn nicht von Beginn an der sichere elektronische Datenaustausch der Ärztinnen und Ärzte untereinander ermöglicht wird, ist ein Anschluss von Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur nicht sinnvoll und wird keine Akzeptanz finden."

    Mit der gemeinsamen Erklärung erreichen die Ärzteverbände zumindest, dass die Gesundheitskarte erneut ein Thema für den Deutschen Ärztetag ist, der in der nächsten Woche in Münster stattfindet. Bereits im vergangenen Jahr stand die eGK auf der Tagesordnung des Ärztetages und wurde mit denkbar knapper Mehrheit durchgewinkt.

    Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund mit Links zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens:

    * Die Auseinandersetzung um die Digitalisierung des Gesundheitswesens:http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/85635
    Detlef Borchers) / (jk/c't)

    Quelle:http://www.heise.de/newsticker/meldung/89478
     

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