Afghanistan: Frauenbeauftragte in Kandahar ermordet

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von sb322, 25. September 2006 .

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  1. #1 25. September 2006
    Anschlag in Afghanistan

    Frauenbeauftragte in Kandahar ermordet​


    Die höchste Vertreterin des afghanischen Frauenministeriums in der Provinz Kandahar ist bei einem Anschlag getötet worden. Safia Hama Dschan wurde vor ihrem Haus von zwei Männern erschossen, wie ihre Behörde mitteilte. Nach Angaben eines Augenzeugen hatten sich die beiden Männer mit Turbanen am Straßenrand aufgestellt und auf ihr Opfer gewartet. Demnach schossen die Angreifer etwa drei Minuten lang auf den Wagen von Dschan und flohen auf einem Motorrad. Für den Anschlag übernahm bisher niemand die Verantwortung. In der Region sind aber die Taliban aktiv, die während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001 die Rechte der Frauen drastisch beschnitten hatten.​

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    Safia Hama Dschan auf einem Archivfoto.​


    Uno und Bundesregierung verurteilen Mord​


    Dschan war für ihr Eintreten für Frauenrechte bekannt und hatte Kandahar auch in den schlimmsten Kriegsjahren nicht verlassen. Die UN-Mission in Afghanistan äußerte sich "entsetzt über diesen sinnlosen Mord." Die Bundesregierung sprach von einem "feigen Mord" an der Frauenbeauftragten. "Jetzt sind die afghanische Polizei und Justiz in der Pflicht", erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Sie müssten den Fall schnellstmöglich aufklären "und die Schuldigen ihrer gerechten Strafe zuführen". Dies sei im Interesse "der großen Mehrzahl der Bevölkerung, die sich nach Frieden und Entwicklung sehnt".​

    Immer wieder Anschläge auf Frauen​


    Safia Hama Dschan hatte den Posten seit der Gründung des Ministeriums für Frauenfragen im Jahr 2002 inne. Eine Mitarbeiterin des Ministeriums in der Hauptstadt Kabul bezeichnete die etwa 55-jährige frühere Lehrerin als sehr "engagiert". Seit der Entmachtung der Taliban im Jahr 2001 kehrten tausende Mädchen wieder in die Schulen des Landes zurück. Mehr Frauen durften wieder arbeiten. Jedoch hat sich die Situation für die meisten Frauen in Afghanistan nicht entscheidend verbessert. Frauen waren immer wieder im Visier der Taliban, es gab Anschläge auf mehrere weibliche Kandidaten für die Parlamentswahl im vergangenen Jahr.

    Behördenvertreter in Paktika ermordet​


    In der benachbarten Provinz Paktika im Süden des Landes drangen am Sonntagabend etwa 20 Extremisten in das Haus eines regionalen Behördenvertreters ein und töteten ihn, wie die Provinzregierung mitteilte. In der Nähe der Stadt Chost kamen zwei potenzielle Selbstmordattentäter ums Leben, als die Sprengladungen in ihrem Fahrzeug vorzeitig explodierten, wie die Polizei mitteilte.​

    Stand: 25.09.2006 19:38 Uhr

    Quelle
     

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