Aktienkauf nach Crash, Empfehlungen?

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von Nexus24, 21. März 2020 .

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  1. #1 21. März 2020
    Hallo zusammen,

    die Zeiten stehen derzeit auf Finanz-Crash. Welche Aktien könnt ihr Empfehlen zu kaufen, die Langfristig, aber auch schnell (1-2 Jahren) wieder nach oben klettern werden?

    Danke für eure Empfehlungen!
     
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  3. #2 21. März 2020
    Zuletzt bearbeitet: 22. März 2020
    Es wird mit den Nullzinsen ewig weiter gehen, also würde ich mich nicht auf die jetzige hohe Rendite festlegen, weil die Dividenden werden bei vielen Konzernen gestrichen oder viel weniger.

    Mein Tipp sind also für langfristige und sichere Anlagen, Anleihen von soliden EU Unternehmen.

    Hab mir Telekom Anleihen geholt. Leider sind die jetzt schon ziemlich vergriffen und die Rendite sinkt stark. Ich würde mich auf Anleihen beschränken die ca 2% Zins bringen. ETF wäre auch möglich und ist sicherer da weiter gestreut: Core EUR Corp Bond

    Die Anleihen sind Grundlage und sichere Beimischung. (Anleihen haben nur einen Nachteil, wenn eine Inflation steigt... das wird aber absehbar nicht der Fall sein. Die niedrigen Ölpreise welche 60% der Inflationsentwicklung beitragen sowie die nicht gekaufte Ware in den Läden und die stetig steigende Produktivität machen eher eine Deflation wahrscheinlich)

    Ebenfalls interessant ist natürlich die Telekom-Aktie selbst, das Unternehmen wird nicht pleite gehen da ein Drittel dem Staat gehört. Die Telekom hat zwar kein so extremes Wachstumspotential ist aber solide und schüttet immer Dividenden aus.

    Sehr riskant und lockend sind jetzt Unternehmen die vermeintlich günstig sind, aber hier muss man aufpassen, den gerade die Industrie (Auto und Maschinenbau) die schon seit Jahren in der Rezession sind, werden sich nicht so schnell erholen und meiner Ansicht nach nie wieder so viel Verkaufen wie früher.

    Sicher und beliebt sind Grundversorger (Energie und Infrastruktur) (EURO STOXX Utilities) und Nahrungsmittelhersteller. Unbeliebt aber solide ist der Schweizer Nestle Konzern.

    Des weiteren eignen sich auch ETF als Diversifizieung - meiner ansicht nach ist der MSCI World Minimum Volaltility langfristig am sichersten. Dieser ist allerdings in USD notiert, daher muss man Währungsschankungen absichern entweder in einer Hedge Variante oder man spekuliert darauf, das der derzeit niedrige EUR Kurs nicht mehr ansteigt gegenüber dem USD.

    Hochrisiko, EU Ölkonzerne. Total, BP, Shell etc. sowie in Kraftwerke und Energieversorger angelegt. Die werden vermutlich 2 Jahre schwere Zeiten haben und Verluste einfahren, sind daher total ausverkauft weil auch der Ölpreis niedrig ist. Ich gehe aber davon aus, dass diese Konzerne noch sparpotential haben und die Ölpreise langfristig steigen müssen, da sonst auch Staaten wie Saudiarabien oder Russland an dem niedrigen Ölpreis ihren Haushalt nicht decken können. (STOXX Europe 600 Oil & Gas)
    Würde aber von dieser Investition trotz der hohen Chancen dringend abraten!

    Alphabet (ex Google) wäre noch interessant, wenig Schulden und solide Einnahmen. Hat aber kaum Wachstum im Vergleich zu Amazon, nur von Amazon lass ich die Finger, denn die Bewertung geht schon 10 Jahre dem Wachstum Voraus, ein KGV von über 65 !! Ist für mich zu langfristige Spekulation. Sicher wird auch Google einen Gewinneinbruch haben wegen ausfallender Werbeaufträge und sinkender Konkurrenz, aber das wird auch nicht dauerhaft so sein.

    Was ebenfalls sehr interessant ist, sind Immobilien Konzerne. Stark gefallen, klar mögliche Mietausfälle oder Stundungen sind durch die Krise wahrscheinlich und viele Gewerbeimmobilien werden ggf. bis zu einem Jahr kaum Miete bringen oder die Geschäfte(Mieter) gehen teilweise Insolvent. Doch langfristig sind die Immobilien in den Großstädten weiterhin gefragt. Bei einer Aktien Anlage sollte man viele Jahre vorausschauen den schließlich will man sich nicht jeden Tag damit beschäftigen. ETF zB hier European Property Yield

    Da sich eigentlich an der Situation der Niedrigzinsen nichts geändert hat nur das kurzfristig "scheinbar" die Renditen hoch sind, sollte nicht täuschen lassen. Die Aktien und Anleihen die seit 2019 gefragt werden (seit Zinssenkung USA) werden auch in den nächsten Jahren weiter gefragt bleiben.

    Man muss sich aber auch klar sein, das Staaten erhebliche Mengen an "sicheren" Anleihen (Schuldverschreibungen der Länder) herausbringen und diese Kapital aus den Märkten ziehen können, deshalb ist es wichtig das die EZB alle diese aufkauft, was sie auch tun wird. Deshalb steigen seit dieser Ankündigung die Käufe für Anleihen wieder stark und deren Rendite sinkt. Niedrige Anleihenrendite ist grundsätzlich wichtig und positiv für Aktien und Gold. Wobei Gold erst dann profitiert, wenn sowohl die Anleihenrendite niedrig ist, als auch die Aktienrendite. Gold ist als Anlage eher uninteressant und gehört eher als physische Anlage in den Tresor wo es bestenfalls und idealerweise Generationen überdauert und nur ein absoluter Notgroschen ist, der keinerlei Renditen bringt. (Vor allem nicht, wenn man keine Inflation erwarten kann)

    Für Risikostrategen ist Gold nur als ETF interessant, weil man so auf Cashgeld verzichtet das ohnehin negativ verzinst wird. Man sichert also seine Aktien mit Gold ab und kann, wie im Crash passiert, das Gold liquidieren. Allerdings hat sich diese Methode nicht ganz bewahrheitet, den der Goldpreis ist dadurch stark eingebrochen und kommt somit (mittelfristig) nicht besser weg als Cashgeld das negativ verzinst wäre.

    (Warren Buffet hat also alles richtig gemacht - er hat 128 Milliarden angespart und auf diesen Zeitpunkt gewartet) An Gold ist noch keiner Reich geworden außer der Finder und Händler/Verkäufer.



    Die Aktien-Kurse werden sich meiner Ansicht nach nicht überall so erholen, das sie auf dem Ausgangsniveau ankommen, das könnte einige Jahre dauern.

    Sehr interessant könnte auch Lufthansa werden... letztendlich wird in einigen Jahren der Flugverkehr wieder normal sein und die die überleben oder verstaatlicht wurden, können dann am Markt stark profitieren weil sie die Kapazitäten der Insolventen aufnehmen. Ist aber ein hohes Risiko, denn die Durststrecke wird schon einige Zeit anhalten und vermutlich werden die Reise und Flugbranche auf Verstaatlichungen angewiesen sein um überleben zu können. Das bedeutet die Unternehmen haben zwar dann später wieder gute Einnahmen, sitzen aber auf einem gigantischem Schuldenberg.

    Eines muss man sich vor Augen halten. Aktien kauft man fürs Leben, für die Rente und zum Vererben und so sollte man langfristig auf Spekulationen verzichten. Denn angenommen man bräuchte jetzt Geld wo die Kurse stark gefallen sind... dann muss man mit Verlust verkaufen. Also sollte man immer ein ausreichendes Finanzpolster haben um nie Aktien verkaufen zu müssen. Und wenn dann rate ich eher zu Wertpapierkredit, also ähnlich einer Hypothek nur eben auf Aktien. So vermeidet man den Verkauf und hat somit auch keine Verluste.

    Update:
    Ein weiterer Kursrutsch nach unten ist nicht ausgeschlossen, momentan schwankt es stark und eine Bodenbildung dauert. Europäische Aktien sind schon recht stark gesunken, aber da in den USA erst jetzt so richtig die Pandemie (geistig) ankommt, kann es noch zu weiteren Kurseinbrüchen kommen.
    Ich würde sogar eine Börsenschließung für mehrere Tage nicht ausschließen.

    Fazit, nur einen Teil auf einmal Investieren um später ggf. Nachkaufen zu können.

    Ich kann den Verantwortlichen nur empfehlen, die Börsen am Montag (Morgen) nicht zu öffnen.
     
  4. #3 23. März 2020
    Wie wirkt sich die gesamte Lage auf die Immobilienpreise aus?
     
  5. #4 23. März 2020
    Zuletzt bearbeitet: 23. März 2020
    Die werden ebenfalls (verzögert) sinken... weil zum einen damit zu rechnen ist, dass es Mietausfälle gibt und zum anderen das die Mieten auch nicht mehr steigen werden. Dazu kommt, dass viele Menschen sich Eigentum gekauft und jetzt hohe Schulden haben, deren Abzahlung auch an der Wirtschaftlichen Lage hängt. Es ist also leider nicht ausgeschlossen, das diese ihre Kredite nicht tilgen können und somit die Immobilie veräußert (Zwangsversteigerung) wird durch die Bank.
    So wird es auch weniger Menschen geben die eine Immobilie kaufen können oder wollen, weil sie eben in der wirtschaftlichen Situation unsicher sind ob sie die Schulden begleichen können.
    Private Immobilienkonzerne werden also ihre Investitionen vermutlich auch reduzieren und somit bleibt nur der soziale Wohnungsbau der meist durch Öffentliche(Stadt/Staat/Steuergeld) finanziert wird.
    Dazu kommt, das die Renditen überall anders (bisher nur "virtuell") gestiegen sind, damit Investoren also weiterhin investieren müssten die Immobilienpreise sinken und somit die Rendite anheben. (Weil einfach die Nachfrage durch Investoren sinkt, wenn es wo anders deutlich mehr Rendite gibt)

    Ebenso nimmt die Nachfrage nach Wohnungen natürlich dort ab, wo weniger Arbeitsplätze sind. Es wird wohl unvermeidbar einige Insolvenzen geben und viele Unternehmen vor allem aus der Automobilbranche werden schrumpfen und auch unweigerlich tausende von Arbeitsplätzen rationalisieren müssen.

    Immobilienpreise werden also wohl auch etwas nachgeben, genauso wie alle anderen Bereiche auch. Dennoch sind Mieteinnahmen auch wenn sie ausfallen oder weniger werden, eine recht sichere Sache. Zwar hängt alles von der Gesamtwirtschaft ab - aber im Zweifel ist die Immobilie wohl am nützlichsten.

    Ich denke also nicht, das Immobilien so stark einbrechen werden. Das ist Regional wie oben erwähnt auch von der wirtschaftlichen Situation abhängig.

    Es gibt im Zweifel also keine wirklichen sicheren Häfen. Sicherheit ist also wie alles, relativ.

    Immobilien und Versorger/Grundversorger sind dennoch relativ gesehen und langfristig am sichersten.
     

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