Antreten zum Abmarsch - Afghanistan - Ein Ende der Dummheit?!

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von _ViEcH_, 23. Juni 2011 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 23. Juni 2011
    Europäer in Afghanistan

    Antreten zum Abmarsch

    Von Sebastian Fischer und Matthias Gebauer

    [​IMG]

    US-Präsident Obama will Zehntausende Soldaten aus Afghanistan nach Hause holen - ein Signal für die Europäer: Die Partner treiben jetzt ihren eigenen Rückzug voran. Droht ein Wettlauf um den schnellsten Abmarsch?

    Berlin - Jetzt geht es los. US-Präsident Barack Obama will schon in wenigen Wochen die ersten Soldaten aus Afghanistan heimholen, binnen eines Jahres sollen es 33.000 sein. Diese Entscheidung des Amerikaners sei "die natürlich Folge der Fortschritte, die wir vor Ort gemacht haben", erklärte prompt Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen: "Die Taliban stehen unter Druck."

    Oder, wie Obama das sagt: "Wir beginnen die Reduzierung der Truppenstärke aus einer Position der Stärke heraus." Doch ist das nur ein Teil der Wahrheit. Denn vornehmlich sind es innenpolitische Gründe, die Obama bei seinen Abzugsplänen leiten.

    Kriegsmüdigkeit diesseits und jenseits des Atlantiks

    Er agierte gegen den Rat der Militärs, gegen die Empfehlung des Afghanistan-Oberkommandeurs David Petraeus und des scheidenden Verteidigungsministers Robert Gates - und trotz des Zögerns seiner Außenministerin Hillary Clinton. Obama will 2012 wiedergewählt werden, das klamme Amerika (15 Billionen Dollar Staatsverschuldung) kann sich diesen Krieg kaum mehr leisten - und alle Umfragen zeigen: Das Volk ist kriegsmüde.

    Den Nato-Verbündeten ergeht es nicht anders. Bis zum vereinbarten Enddatum der Kampfmission Ende 2014 sind es noch drei lange Jahre. Drei Jahre Krieg. Egal ob Deutsche, Franzosen, Briten oder Spanier - auch die Europäer wollen raus aus Afghanistan. So schnell wie möglich. Kein Wunder, dass Obamas Washingtoner Rede am Mittwochabend wie ein Weckruf auf den alten Kontinent gewirkt hat. Der US-Präsident hat das entscheidende Signal zum Abzug gegeben.

    "Die Abzugsperspektive wird jetzt konkret", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erfreut. Erneut verkündete er das Ziel der Regierung, das bisher rund 5000 Soldaten umfassende deutsche Kontingent im Winter 2011 zu reduzieren. Noch im Sommer würde in mehreren Städten und einigen Provinzen die Sicherheitsverantwortung an die Afghanen übergeben, etwa im bisher von den Deutschen kontrollierten Masar-i-Scharif.
    Der britische Premierminister David Cameron bekräftigte seine Pläne, die 9000 Soldaten seines Landes bis 2015 aus Afghanistan abzuziehen. Man werde aber die eigene Truppenstärke "regelmäßig überprüfen". Wo es die Bedingungen in Afghanistan erlaubten, so Cameron, "sollten wir Soldaten früher nach Hause holen".
    Frankreichs Nicolas Sarkozy, der ebenfalls im Jahr 2012 Präsidentenwahlen zu bestehen hat, kündigte an, die eigenen Streitkräfte im Gleichschritt mit den USA zu reduzieren: Umfang und Zeitplan des Abzugs sollten sich an dem der US-Streitkräfte orientieren.
    Spanien startet mit dem Truppenabzug zwar erst im Jahr 2012, noch in diesem Sommer aber will man nach Angaben von Verteidigungsministerin Carme Chacón damit beginnen, die Sicherheit in der Provinz Herat im Westen des Landes in die Verantwortung der afghanischen Armee und Polizei zu übergeben.


    Gefahren eines überstürzten Abzugs

    [​IMG]

    Europas Exodus aus Afghanistan hat begonnen. Löst Obamas Ankündigung jetzt einen gefährlichen Domino-Effekt unter den Verbündeten aus? "Das kann nur im Wettrennen zum Ausgang enden", fürchtet Tomas Valasek vom Zentrum für europäische Reform in London. Kein einziges europäisches Land habe einen stärkeren Willen als die USA, in Afghanistan zu bleiben. Allerdings bestehe die Gefahr, dass Afghanistan mit einem überstürzten Abzug ins Chaos zurückfalle: "Wenn Obama wiedergewählt wird, alles schiefläuft und Kabul sich in ein zweites Mogadischu verwandelt - dann hätte er sicherlich einige Erklärungsarbeit zu leisten", so Valasek.

    Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte erst jüngst seinen US-Kollegen Gates gebeten, "die psychologischen Wirkungen eines zu ehrgeizig dimensionierten Abzugs der amerikanischen Seite auf die deutsche und europäische Öffentlichkeit zu beachten". Aber Gates, der sich fürs Jahr 2011 nur einen Abzug von 5000 statt 10.000 US-Soldaten wünschte, konnte sich nicht gegen Obama durchsetzen.

    De Maizière begrüßte am Donnerstag Obamas Pläne dennoch. Trotz einiger Rückschläge hätten sich die Dinge in Afghanistan zum Besseren gewendet, sagte er. Mit dem nun angekündigtem Abzug liege die US-Armee im Plan, nachdem die Truppen Anfang 2010 vorübergehend aufgestockt worden seien. Zugleich bleibe es bei den Abzugsplänen der Bundeswehr in enger Abstimmung mit den USA.

    Schwer realisierbar für die Bundeswehr

    Fakt ist: Trotz Obamas ambitionierter Abzugspläne bleiben am Ende seiner Amtszeit 2012 mit einer Truppenstärke von 68.000 noch doppelt so viele US-Soldaten in Afghanistan stationiert wie zu Beginn der Präsidentschaft - was Obama massive Kritik auch eigener Parteigänger einbringt. Auf der Gegenseite die Militärs: "Die Entscheidungen des Präsidenten sind energischer und bedeuten ein höheres Risiko, als ich anfangs bereit war zu akzeptieren", sagte Mike Mullen, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs.

    Der politisch initiierte Abzugsplan birgt nicht nur für die Amerikaner Gefahren. Für die Bundeswehr ist er überhaupt schwer realisierbar. Zwar werden noch keine konkreten Zahlen für eine Reduzierung der Truppenstärke genannt, intern aber ist bereits klar, dass es sich allenthalben um einen symbolischen Abbau von einigen hundert Soldaten handeln kann. So wäre einerseits das politische Ziel zu erreichen, andererseits aber die Handlungsfähigkeit der Bundeswehr am Hindukusch nicht eingeschränkt, hieß es am Donnerstag aus Koalitonskreisen.

    Gleichwohl: Selbst eine solche Mini-Reduzierung ist schwierig. Derzeit sind rund 4900 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert, die größten Kontingente stehen mit rund 1100 Soldaten im Feldlager Kunduz und rund 3000 Mann in Masar-i-Scharif, wo die Deutschen ihr größtes Lager haben. Zusätzlich sind weitere 260 Mann in einem Außenposten in der Provinzhauptstadt von Badakshan stationiert, rund 40 Mann in einem noch kleineren Außenposten in Talokan in der Provinz Takhar Dienst.

    Die Stationierungszahlen allein allerdings geben kein echtes Bild der Einsatzlage. So hat die Bundeswehr ihre Mission beim Start der neuen Strategie zur stärkeren Ausbildung der Afghanen seit Ende 2010 komplett umgestellt. Zentrale Elemente des sogenannten Partnerings sind zwei Ausbildungs- und Schutzbataillone, die aus jeweils rund 850 Mann bestehen. Zwar ist eine dieser Einheiten in Masar-i-Scharif und eine weitere in Kunduz stationiert. In der Einsatzrealität aber sind beide Trupps in Kunduz und in der südlich angrenzenden Provinz Baghlan eingesetzt und haben dort alle Hände voll zu tun.

    Zusätzlich reden die USA mit dem Gegner - den Taliban

    Eine Reduzierung dieser Trainings-Bataillone ist aus Sicht der Militärs nicht machbar, da man sonst die versprochene Ausbildungsoffensive nicht weiter führen könne. Folglich bleibt nur eine Reduzierung der restlichen Soldaten oder der Unterstützungskräfte, die sich meist in Masar-i-Scharif befinden. Dort, so jedenfalls die Einschätzung aus dem Auswärtigen Amt, müsse man durch Rationalisierungsmaßnahmen Kapazitäten abbauen, die letztlich nach Deutschland zurückkehren sollen.

    Die Bundeswehrführung hält sich bisher bei Aussagen zu der Reduzierung auffällig zurück. Zwar teilt auch de Maiziere das Ziel der Regierung, das neue Mandat kleiner als das aktuelle zu schneidern. Gleichwohl sind seine Militärs skeptisch, ob man selbst eine symbolische Verkleinerung des Kontingents hinbekommen kann.

    Die USA setzen parallel zum schrittweisen Truppenabzug auf eine politische Lösung in Afghanistan - unter Einbindung der Taliban. "Die Vereinigten Staaten haben ein breites Spektrum an Kontakten auf verschiedenen Ebenen in ganz Afghanistan", sagte Außenministerin Clinton: "Das schließt auch vorbereitende Kontakte zu Mitgliedern der Taliban ein." Dies sei kein angenehmes Geschäft, aber Teil der Anstrengungen, um den Aufstand in Afghanistan zu beenden.

    Die Taliban hingegen drohten mit einer Eskalation der Gewalt. "Die Lösung der Krise in Afghanistan liegt in dem sofortigen vollständigen Abzug aller ausländischen Truppen", teilten Radikalislamisten mit. "Solange dies nicht geschieht, wird unser bewaffneter Kampf Tag für Tag stärker werden."
    Quelle: SPIEGEL ONLINE - Nachrichten // Fotos: dpa

    Bin gespannt, was dies für Konsequenzen mit sich bringt. USA raus auf Afghanistan, was bleibt, ist die große Frage, nach diesem militärischen Desatster ?!

    Eure Meinungen dazu?

    GruSS _ViEcH_
     

  2. Anzeige
    Dealz: stark reduzierte Angebote finden.
  3. #2 23. Juni 2011
    AW: Antreten zum Abmarsch - Afghanistan - Ein Ende der Dummheit?!

    Völkerrechtswidriger Krieg

    Lügen

    11 Jahre Mord und Totschlag

    90% Opfer unter Zivilisten

    Anstieg des Opiumhandels von fast 0% auf 90%

    Bewachung von Opiumfeldern durch Soldaten

    Fingierte Ermordung OBLs

    Abzug der Truppen aus Afghanistan

    Gesicht gewahrt



    ITS ABOUT F***** TIME !!!


    Der Abzug der USA ist ein deutliches Zeichen dafür, dass erstens kein Geld mehr da ist und zweitens, zumindest riecht es danach, Truppen in Lybien, eventuell zukünftig auch in Syrien, dem Libanon und dem Iran benötigt werden.

    Es wird interessant zu beobachten sein, welche internationalen Firmen sich die Rohstoffe unter den Nagel reissen werden. Zudem bin ich gespannt, ob die Bundesregierung jetzt auch mal langsam anfängt Soldaten abzuziehen oder, ob sie, wie Gregor Gysi mal gesagt hat, vor hat noch länger als die USA dort zu bleiben.



    Taliban Leader: US Media Is Covering Up Biggest Story of Day – US Has Been Defeated in Afghanistan | The Gateway Pundit


    Taliban Leader: US Media Is Covering Up Biggest Story of Day - US Has Been Defeated in Afghanistan

    Taliban Commander Umer Khalid accused the Western media of covering up the biggest story of the day - the US has been defeated in Afghanistan.
    MEMRI reported:

    In an article in an Urdu-language quarterly magazine published by the Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP), Taliban commander Umer Khalid accused the "Western media and the international media working under its influence" of engaging in covering up the biggest news story of the day - that "the U.S. has been defeated in Afghanistan."

    The article, titled "The Group of 40 Thieves," was published in the Urdu-language magazine Khilafat quarterly, which is a new publication from the TTP launched under the patronage of Umer Khalid. The first issue of the quarterly magazine, dated March 2011, was released on Internet jihadist forums in June 2011.

    Umer Khalid, who is the TTP's Emir for the Pakistani tribal district of Mohmand Agency, says that all countries are engaged in formulating new strategies in view of the U.S. defeat in Afghanistan, but that Pakistan is still slumbering. "India is worried about the defeat of its allies, and hence is busy in strengthening its defense preparedness, while China, Iran and Russia are seeing a glimpse of a new world order," he writes.

    "The countries of Europe, North and South America are contemplating their relations with that country [unclear], while the poor countries of Asia and Africa are in a dilemma as to which [superpower] bloc they should go with now. The governments of South Korea, Afghanistan, Yemen, Iraq, Algeria and Somalia are watching for consequences, and they are ready to make any defense agreement to strengthen themselves," he says.
     

  4. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...