APPARATSCHIK: Googles Mailservice im Härtetest

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 5. Juli 2005 .

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  1. #1 5. Juli 2005
    Von Thomas Hillenbrand

    Googles Webmail-Dienst Gmail hat viel Aufsehen erregt - weil das Postfach über zwei Gigabyte groß ist und sich in Sekundenschnelle durchsuchen lässt. Kriegt man den Speicherplatz je voll? Was taugt die Benutzeroberfläche? Der Apparatschik hat einen Langzeit- und Härtetest durchgeführt.

    Hamburg - Peter Itzlbitzl ist futsch. Kürzlich noch hatten wir telefoniert und gemailt. Heute bräuchte ich ganz dringend seine Koordinaten. Sie sind irgendwo in den Sedimenten meines Postfachs begraben. Aber ich kann sie nicht finden, weil mir der Nachname (Itzlbitzl ist nur ein Platzhalter) meines Kontaktes ebenso entfallen ist wie der Name seiner Münchner PR-Agentur.

    Mein elektronisches Gedächtnis ist ähnlich löchrig wie mein Gehirn. Itzlbitzls Botschaft unter den Zehntausenden in meinem Postfach aufzuspüren ist beinahe unmöglich. Aus Erfahrung mit den beiden gängigen Mailprogrammen Outlook und Lotus Notes weiß ich, dass beide entweder gar nichts finden oder sich minutenlang totsuchen werden - Absturz nicht ausgeschlossen.

    Seit einigen Wochen rufe ich meine Mails (300 Stück täglich) über Gmail ab, dem E-Mail-Service von Google. Gmail benötigt etwa eine Sekunde, um Peter Itzlbitzl ausfindig zu machen. Denn das Programm erlaubt es dem Nutzer, alle archivierten Mails zu googeln - nach dem gleichen Prinzip, nach dem auch die gleichnamige Websuche funktioniert.

    Bei Gmail wird nichts mehr gelöscht, alles wandert ins durchsuchbare Archiv. Der kostenlose Dienst bietet dem Nutzer gut zwei Gigabyte Speicherplatz (reicht für etwa eine Milliarde Textmails). Gmail ist webbasiert: Der Nutzer muss keine Software auf seinem PC installieren, sondern lässt sich sein Postfach über den Internet Explorer oder einen anderen Browser anzeigen. Das hat den Vorteil, dass man von überall auf die E-Mails zugreifen kann.

    Übereifriger Spamfilter

    Leider ist die webbasierte Benutzeroberfläche für Nutzer mit einem hohen Mailaufkommen etwas anstrengend. Es fehlt ein Vorschaufenster, mit dessen Hilfe man sich schnell einen Überblick über neue Nachrichten verschaffen kann. Wer es gewohnt ist, größere Mailmengen per Entfernen-Taste aus dem Posteingang zu tilgen, wird ebenfalls verzweifeln. Bei Gmail muss jede Nachricht mit einem Häkchen versehen werden, bevor sie sich ins Archiv verschieben lässt.

    Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Gmail fasst Mails zu Konversationen zusammen. Ein längerer Schriftwechsel wird im Posteingang immer als ein Mail angezeigt. Bei Aufklicken sieht der Nutzer den kompletten Diskussionsverlauf. Was mir anfangs verwirrend vorkam, fand ich nach einigen Tagen ganz praktisch, weil es die Mailbox übersichtlicher macht. Leider kann man bei Gmail nicht zwischen der Konversationsansicht und der klassischen Ansicht wählen.

    Ansonsten ist die Oberfläche erfreulich schlank und frei von Schnickschnack. Sehr gut funktioniert auch der eingebaute Spamfilter, der fast nichts durchlässt. Manchmal ist Gmails Schutz vor Müllmails etwas übereifrig und lässt auch Newsletter oder Rundmails von Kollegen im Papierkorb verschwinden. Glücklicherweise ist der Filter lernfähig, bereits nach einer Woche landete im Test alles da, wo es landen sollte.

    Unendliche Weiten?

    Werde ich mein Gmail-Konto je voll bekommen? Google sagt nein und wirbt damit, der Speicherplatz reiche für die Ewigkeit. Tatsächlich steigt die Speicherkapazität von Gmail täglich ein wenig an - zuletzt auf 2314 Megabyte. Trotzdem bin ich skeptisch. Eine Textmail mag nur zwei, drei Kilobyte groß sein - inzwischen kommen viele Nachrichten jedoch mit Bildern und aufwendigen Schriften daher und wiegen 30 oder 50 Kilobyte. Von Anlagen ganz zu schweigen. Nachdem ich Gmail zunächst nur privat verwendete, laufen seit vier Wochen meine sämtlichen Büromails dort auf. In dieser kurzen Zeit habe ich bereits 28 Prozent des Speicherplatzes vollgemüllt, Tendenz steigend.

    Gmail wurde zwar bereits vor einem Jahr gestartet, befindet sich aber offiziell noch in der Testphase. Google vergibt Zugänge zurzeit nur an ausgewähltes Publikum. Neue Nutzer können dann ihrerseits Freunde zu Gmail einladen. Zwischenzeitlich wurden die knappen Zugänge gar bei eBay feilgeboten. Der Apparatschik findet dieses Verfahren arg elitär und verschenkt seine ausstehenden Gmail-Einladungen deshalb an die ersten 50 Leser, die eine Mail mit der Betreffzeile "Ich will einen" schicken - und geloben, ihrerseits ganz viele Leute einzuladen.

    Wann Gmail für alle Interessierten zugänglich gemacht wird, steht noch nicht fest. Dem Vernehmen nach will Google zunächst nochmals den Funktionsumfang erweitern. Das wäre nicht schlecht: Einige unverzichtbare Sachen wie zum Beispiel eine automatische Abwesenheitsbenachrichtigung fehlen zurzeit noch. Dennoch ist Gmail wohl schon jetzt der beste Webmail-Dienst auf dem Markt.


    quelle: Spiegel Online
     

  2. Anzeige
  3. #2 5. Juli 2005
    kA wer dieser apparatschik is ^^

    jo ich hab auch nen gmail konto...is ganz praktisch bin aber auch kein emailer (schreib ueberhaupt keine), nebenbei hab ich nochn gmx konto laufen wo der ganze spam ankommt ^^


    MFg Alucard
     
  4. #3 5. Juli 2005
    Cool. Kannst mich dann mal zu Gmail einladen?? Würde dir auch ne 10ner Bewertung geben. Würde den Dienst mal gerne Testen.

    Danke. InEo
     
  5. #4 5. Juli 2005
    also ich finde 2GB reichen wirklich ewig. ich persönlich verbauche nichtmal 1mb, ich mein n textmail hat ja nur 2-5kb. wems trotzdem nicht reich der soll halt n paar mails löschen.

    @InEo: schau mal in den gmail acc sammelthread. dort bekommste nen acc. oder einfach pn an mich.
     
  6. #5 5. Juli 2005
    Dafür gibt bereits einen eigenen Thread glaub ich, für GMail Accs. einfach mal die Foren Suche benutzen.
     

  7. Videos zum Thema
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