Aufbruch für die Generation Terabyte

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 12. November 2006 .

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  1. #1 12. November 2006
    Wer glaubt, iPods, DVDs und MP3 hätten die Unterhaltungsindustrie schon genug aufgewühlt, irrt gewaltig. Neue Techniken und Vertriebsmodelle werden die Entertainment-Welt von Grund auf ändern: SPIEGEL ONLINE blickt in die Zukunft der Branche.

    1. Surround Sound: jederzeit und überall


    Mit der DVD hat der Surround-Sound in den Wohnzimmern Einzug gehalten. Der realistische Rundumklang, den man früher nur aus Kinos kannte, ist schon fast Standard. Das gilt umso mehr, seit per Kabelnetz oder Satellit digital ausgestrahlte TV-Programme immer öfter mit Rundumklang versehen sind.

    Doch das ist den Forschern längst nicht genug. So arbeitet das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) schon an MP3-Surround. Damit lässt sich Mehrkanalton ähnlich effizient speichern wie Stereo-Musik in MP3. Durch den Raumklanganteil wachsen die Audio-Dateien nur um rund zehn Prozent gegenüber herkömmlichem MP3-Material.
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    Die Chancen für einen Erfolg des neuen Formats stehen nicht schlecht, zumal herkömmliche Stereo-MP3-Player auch MP3-Surround-Musik wiedergeben können. Umgekehrt haben die Forscher MP3 SX entwickelt, ein Programm, das Stereo-Material in Surround-MP3-Dateien umwandelt.

    Weil der Trend zum mobilen Musikhören anhält, hat das Fraunhofer IIS außerdem eine Ensonido genannte Technologie entwickelt, durch die man Surround-Material auf normalen Stereokopfhörern hören kann. Eine Software berechnet dabei nicht nur, welche Töne das jeweilige Ohr auf direktem Wege erreichen würden, sondern berücksichtigt auch eventuelle Reflektionen. So soll ein besonders natürlicher Klangeindruck entstehen.

    Den soll man künftig auch im Auto genießen können: indem der Klang des digitalen DAB-Radios per MP3-Surround aufgewertet wird. Noch ist der Anteil DAB-fähiger Radios allerdings gering.

    2. Scheibchenweise: mehr Gigabyte pro Zentimeter

    Derzeit beharken sich die verfeindeten Lager von BluRay-Verfechtern und HD-DVD-Unterstützern - in Forschungslabors rund um den Globus wird längst an deren Nachfolgern gefeilt. Ein ausgesprochen aussichtsreicher Nachfolger könnte die HVD sein, die Holographic Versatile Disc.

    Wie der Name vermuten lässt, werden die Daten bei diesem Medium holographisch gespeichert, also räumlich, und nicht nur wie bei CDs und DVDs in Form einzelner Punkte auf einer zweidimensionalen Fläche. Nach Angaben der japanischen Entwicklerfirma Optware sind dadurch theoretisch Speicherkapazitäten von bis zu zwei Terabyte denkbar - auf Datenträgern von der Größe einer DVD.

    Den Anfang sollen Medien mit bescheidenen Kapazitäten von 200 bis 300 Gigabyte machen, was immer noch das vier- bis sechsfache Volumen einer BluRay-Disc wäre. Bisher sieht es allerdings aus, als könnte Optware nicht wie versprochen noch in diesem Jahr erste Geräte ausliefern. Immerhin soll bis Dezember ein ISO-Standard für die HVD vorliegen.
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    Ob wir derartige Medien allerdings überhaupt noch brauchen werden, ziehen manche Experten schon in Zweifel. So gab der Sony-Manager Jamie MacDonald im Branchenmagazin Gameindustry.biz zu verstehen, dass er für physische Medien keine Zukunft mehr sieht. Stattdessen würden Inhalte künftig per Breitband-Internet in die Haushalte geliefert.

    Sein Kollege Phil Harrison sagte sogar, er wäre erstaunt, wenn eine Playstation 4 überhaupt noch mit einem Disc-Laufwerk ausgeliefert würde. Für die aktuelle (oder vielmehr künftige) Playstation 3 hält MacDonald die Integration eines BluRay-Laufwerks allerdings für unumgänglich. Schließlich, sagt der Manager, könnte man mit den heutigen Breitbandanschlüssen kaum jene Datenmengen übertragen, die bei HD-Inhalten anfallen.

    3. Das Handy: Mobile Medienzentrale

    Dass Handys mehr und mehr zu mobilen Entertainment-Zentralen mutieren, ist kaum übersehbar. Nur wenige Mobiltelefone kommen heutzutage noch ohne integrierte Digitalkamera, MP3-Player, Web-Browser, E-Mail und Java-Spiele daher. David Wood, Mitgründer von Symbian Ltd., dessen Betriebssystem derzeit auf rund zwei Dritteln aller Smartphones läuft, sieht allerdings eine noch wesentlich facettenreichere Zukunft auf Handys zukommen.

    Die Anfänge davon sind bereits auszumachen, wenn auch nur vereinzelt. So werden Handys schon als Navigationsgeräte verwendet, dienen Hobby-Sportlern als Herzfrequenzmessgeräte und werden in einigen Pilotprojekten zum Speichern digitaler Eintritts- oder Fahrkarten genutzt.

    Das mobile Fernsehen per Handy befindet sich in Deutschland noch in der Selbstfindungs- und Aufbauphase, doch das Beispiel Südkorea zeigt, wohin die Entwicklung geht: Dort ist Handy-TV für eine große Mehrheit der Menschen längst Alltag.
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    Der Trend zur multifunktionalen Nutzung wird laut Wood noch deutlich zunehmen, weil Handys sich schon als Massenmedium etabliert haben. Steigende Prozessorleistung und rasant fallende Speicherpreise dürften das ihre dazu beitragen, das Handy künftig zur mobilen Medienzentrale wachsen zu lassen. Telefonieren wird zum Nebenaspekt.

    4. Schneller zum Kunden: neue Vertriebswege

    Mancherorts werden derzeit entlang der Straßen große graue Kästen aufgestellt, in denen sich neueste Glasfasertechnik verbirgt. Durch sie will die Telekom das Internet mit Bandbreiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde in die Haushalte pumpen. Dieses Tempo wäre für das reine Internet-Surfen ein Overkill - also soll die neue Geschwindigkeit gleich dreifach genutzt werden: für Fernsehen, Internet und Telefon.

    Der Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sieht darin einen "Hochleistungs-Vertriebskanal für Medieninhalte". Allerdings schreitet der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur nur langsam voran und ist extrem teuer. Immerhin sollen bis Ende des Jahrzehnts drei Millionen deutsche Haushalte an der digitalen Datenpumpe hängen.

    Deren Medienkonsum dürfte sich drastisch ändern. So wie man heute einzelne Musikstücke binnen Sekunden oder Minuten aus Online-Musikshops laden kann, werden die Anwender der unter dem Begriff "Triple Play" bekannten Technologie ganze Filme in DVD-Qualität rasend schnell auf die Festplatten ihrer Set-Top-Boxen laden.

    5. Mehr Rechte: Fairer Vertrieb, Kunde wird Händler

    Musiker und Plattenfirmen wollen mit dem Digitalen Rechtemanagement (DRM) sicherstellen, dass Raubkopien verhindert werden - doch es ist in seiner heutigen Form wenig kundenfreundlich. Abhilfe stellt das Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau bereit: Dort wurde das Light Weight Digital Rights Management (LWDRM) entwickelt, ein System, das den Anwendern größtmöglichen Spielraum und Freiheit gewähren soll, gleichzeitig aber die Rechte der Rechteinhaber bestmöglichst schützen.

    Das Verfahren ist recht simpel. Kauft man einen Song online, wird dieser per Verschlüsselung an den Computer des Käufers gebunden. So kann man die Musik in bester Qualität hören, aber weder auf CD brennen noch auf einen Player kopieren oder sonstwie weitergeben. Um in den Genuss der vollen Nutzungsrechte zu kommen, muss sich der Kunde bei einem Trust Center anmelden, das ihm eine einmalige digitale Signatur ausstellt. Zur Freischaltung werden dann die gekauften Musikstücke mit dieser Signatur versehen und können beliebig gebrannt an Freunde und Familienmitglieder verschenkt oder auf kompatible Player kopiert werden.

    Taucht jedoch ein derartig markierter Song in einer Tauschbörse auf oder wird illegal weiterverkauft, können sich die Rechteinhaber an das Trust Center wenden - und dort über die Signatur an die Daten des ursprünglichen Käufers gelangen.

    Noch weit mehr Rechte räumt das ebenfalls dem IDMT entsprungene PotatoSystem den Käufern ein. Bei ihm dürfen sie einmal erworbene Songs sogar über ihre eigene Webseite weiterverkaufen - sie erhalten dafür eine Provision von bis zu 35 Prozent des Verkaufspreises. Wie hoch dieser sein soll, legt der jeweilige Anbieter fest, dem grundsätzlich 43 Prozent des Umsatzes zustehen. Auf diese Weise können zum Beispiel Newcomer-Bands oder kleinere Labels auf einfache Weise einen profitablen Online-Vertrieb ihrer Musik aufbauen.

    Fans dagegen können damit nicht nur Werbung für ihre Lieblings-Kapelle machen, sondern gleichzeitig ihr eigenes Säckel füllen - um zum Beispiel noch mehr Musik zu kaufen.

    Quelle: web.de
     

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  3. Videos zum Thema
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