[Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother:mad:er

Dieses Thema im Forum "Kino, Filme, Tv" wurde erstellt von rwefan, 15. Juli 2010 .

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  1. #1 15. Juli 2010
    Viel zu oft wird über die 80er gelästert. Ja, okay, Neonklamotten von Benetton, Milli Vanilli und AIDS sind sicher Dinge, auf die wir aus heutiger Sicht verzichten können, aber es gab eben auch gute Sachen: Kaba Brotschmaus, Magic Knisterbrause und Arnold Schwarzenegger. Und Bruce Willis. Und Steven Seagal. Und Sylvester Stallone. Und Jean Claude Van-Damme.

    Das Actionkino der 80er (und 90er) ist bis heute unerreicht. Scheiß auf 3D, CGI und Nachos mit Käse. In den 80ern waren Actionfilme noch für Erwachsene und nicht Event-Filme für die ganze Familie. Ich muss es wissen. Ich war zehn, als "Stirb Langsam" in die Kinos kam!

    Zu dieser Zeit gab es einen Filmmarkt, der nicht einzig und allein den amerikanischen Boxoffice-Gesetzen ergeben war. Es wurden alle denkbaren Facetten und Genres des Films bedient. Und wenn ich "bedient" meine, dann meine ich nicht in der hintersten Ecke einer Schmuddelvideothek, sondern im Kino. Ich erinnere mich noch daran, wie meine Mutter mit bleichem Gesicht vor mir stand, weil sie in "Tanz der Teufel" war. Der Film ist mittlerweile indiziert, kam aber 1984 ungeschnitten in die deutschen Kinos. Damals gab es noch keine Splatter-Fans und ehrgeizige Horrorfilm-Sammler, wie es sie heute gibt. Im Prinzip gab es auch nicht wirklich viele Vorabinformationen. Man ging in den Film mit dem coolsten Filmplakat. Und wenn man in Gruselstimmung war und zur richtigen Zeit am richtigen Ort, dann war es eben schon mal "Tanz der Teufel".

    Was ich damit sagen will ist, dass der Kinofilm damals kein perfekt untersuchtes und von Marketing-Abteilungen benutztes Vehikel war. Es wurde einfach gezeigt, was auf dem Markt war, und wenn viele Leute den Film sehen wollten, lief er eben entsprechend lange im Kino. "Tanz der Teufel" flog nach einer Woche wieder aus den Kinos und wurde direkt indiziert.

    In den 80ern waren Action und Horrorfilme dreckig, handgemacht und roh. Muskelmänner mit riesigen Knarren lieferten sich wahnwitzige Schusswechsel. Ständig explodierten Autos, die zuvor mit quietschenden Reifen(!) bei strömendem Regen(!!) um die Ecke krachten. Es wurde geraucht, gehurt und dreckige Oneliner zum Besten gegeben. John McClane lief barfuß durch Feuer und über Scherben durch das Nakatomi Plaza. Heute würde er Manolos tragen.

    In der Regel wurde der Held als abge ter Typ vorgestellt. Ein Ex-Cop, Ex-CIA-Agent, Ex-Black-Ops, Ex-irgendwas. Auf jeden Fall war er außer Dienst, aber an seinen "Skills" wurde nie gezweifelt. Meistens gab es dann den Oberbösewicht, der total sauer war, weil dieser Ex-Typ ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dann kam seine rechte Hand und erklärte ihm, dass mit dem Typ nicht zu spaßen sei, da er in Vietnam 300 Soldaten mit einem einzigen Bowie-Knife erledigte, dass der Typ sich nicht an Regeln halten kann und dass das Einzige, was ihm im Leben wichtig ist, seine Tochter/Frau/Schwester oder sonstwas sei, für das es sich zu sterben lohnt.

    Die Bösen wurden fast genauso vorgestellt. Meistens von einem hochrangigen General oder wütenden Polizeichef, der irgendwelche Fotos oder Dias zeigte und von ominösen Verbindungen zur russischen Mafia/Yakuza oder zu Drogenbaronen/Terroristen faselte. Jedenfalls war klar: Mit dem Typ sollte man sich besser nicht anlegen.

    Aber dann kam Schwarzenegger, flexte seinen Bizeps und schoss ein ganzes Kartell zusammen... Steven Seagal hat wahrscheinlich mehr Knochen in seinen Filmen gebrochen als Waldi, die bulemische Dogge.

    Okay, ich gebe zu: Ich weiß nicht, ob es Waldi, die bulemische Dogge, wirklich gibt. Ich weiß nicht mal, ob Hunde wirklich Knochen essen oder ob sie nur daran lecken. Oder ob sie sich generell überhaupt für Knochen interessieren. Eventuell verfärben Tom-&-Jerry-Cartoons etwas meine Erinnerung.

    In "Rocky IV", einem der besten Filme, die je gedreht wurden, haben die Macher einfach mal einen kompletten Videoclip eingebaut. Ich meine nicht eine kurze Szene, die von Musik begleitet wird, sondern ein komplettes Video, das exakt so später auch auf MTV lief. Es ist ja auch nur logisch. Anfang der 80er startete MTV und damit auch die Renaissance der Musikvideos. Jeder war geil auf Musikvideos. Was heute, wenn überhaupt, irgendwo im Burger King im Hintergrund läuft, war Anfang der 80er ein Erlebnis für die ganze Familie. Verdammt, ich erinnere mich noch daran, wie wir an Samstagen Ronnies Popshow geschaut haben. Da wurden Musikclips von einem sprechenden Affen angesagt. Und das ist kein Scheiß. Wir waren verrückt danach!

    Jedenfalls waren Musikvideos der Shit in den 80ern, ganz im Gegenteil zu Subtilität. Also was liegt näher, als Rocky mal eben in seinen Sportwagen zu setzen und vier Minuten lang zu Surviors "No Easy Way Out" ziellos durch die Gegend fahren zu lassen, während in Flashbacks die besten Szenen der alten Rocky-Filme kommen?

    Damals waren Russen noch Sowjets, unterkühlte und emotionslose Maschinen, Gangsterbosse trugen Lederhandschuhe und hatten Gehstöcke, in denen Klingen versteckt waren, und verschlossene Türen wurden mit Kreditkarten geknackt.

    Filme gingen damals auch nicht viel länger als 90 Minuten und am Ende, direkt nach der großen Explosion und kurz bevor die Polizei mit warmen Decken um die Ecke bog, gab's noch einen coolen Spruch - und alle waren zufrieden.

    Heute macht doch keiner mehr einen Spagat auf zwei Stühlen, um sich locker zu machen. Heute gibt es keine bösen Russen mehr und John McClane läuft nicht mehr versifft durch Hochhäuser.

    Und wenn doch, dann nur mit politisch korrekter Message und mit Vampiren, die nicht beißen, oder Zauberern, die nicht zaubern mögen, oder Superhelden, die an sich zweifeln, und dem ganzen Mist.

    Ja, okay, es gibt hier und da mal ein weichgespültes Hochglanz-Remake und Steven Seagal bricht nach wie vor noch das eine oder andere Nasenbein. Aber nur noch in längst vergessenen Schmuddelvideotheken.

    Und selbst Arnie hat uns angelogen. Sagte er nicht "I'll be back"?! Und jetzt ist er Politiker. Der Terminator will Präsident werden. Top!

    Die Welt ist schlecht. Dabei waren wir in den 80ern auf dem richtigen Weg. Erst wenn wieder sprechende Affen Musikshows moderieren, bin ich bereit, an das Gute der kommenden Generationen zu glauben.

    Quelle: derWesten.de


    -----------------------------------------------------------

    Der Autor spricht mir irgentwie aus der Seele.
    Als ich mit letzte Woche Iron Man 2 angeschaut habe hab ich mir irgentwie genau das selbe gedacht. Der Film war der größte Schrott und ich hab mich total geärgert das ich dafür auch noch Geld bezahlt habe...
    Was sagt ihr dazu?
     
  2. #2 15. Juli 2010
    AW: [Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother er

    Jo in den 80ern waren die Filme deutlich besser als zur heutigen Zeit.
    Ich bin ein grosser Fan der Filme aus den 80ern im allgemeinen nicht nur die "dreckigen" Actionfilme.
    Kann daran liegen das die Mädels mehr Einfluss auf die Filmeindustrie haben als zu der damaligen Zeit und die Gesellschaft sich deutlich gewandelt hat seitdem.

    Finde ich sehr schade aber trotzdem werden auch noch jetzt grossartige Filme gedreht aber auch nur sehr selten.
     
  3. #3 15. Juli 2010
    AW: [Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother er

    Ich mag Action/Horror Filme. Red Scorpion, Hellraiser, die alten Die Hard Teile von mir aus auch Speed und wie sie alle heißen sind Filme die ich durchaus öfter gucke.

    Aber eine Lobhymne auf Steven Seagal? Das geht definitv zu weit^^ Außerdem gibt es solche Filme auch in den...Nuller-Jahren(?). Gone Baby Gone habe ich z.B. vor einer Woche gesehen. Der Hauptdarsteller zeigt zwar mehr Emotionen als ein starres Brett und das Ende ist ein wenig anders. Aber im Prinzip ist es eine gute Dirty-Cop Geschichte.
     
  4. #4 15. Juli 2010
    AW: [Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother er

    Eine Lobeshymne auf Rocky IV? Ich bitte euch. Der zweit schlechteste Teil der Serie, als Reinkarnation der guten und stumpfen Filmindustrie zu beziehen, mit Dauerwelle auf dem Kopf und Pet Shop Boys im Ohr. Rocky IV hat doch genau so eine politische Message gesendet, wie die angesprochenen Filme aus der Neuzeit. Der Kampf des individuellen Westens gegen das Kollektivmonster des Ostens. Ein 100 Minuten lange Lobeshymne auf die USA. Als Entschuldigung kann man natürlich anbringen, dass die Botschaft so flach und so schlecht rübergebracht wurde, dass man sie einfach ignorieren musste. Auch sonst, welche geilen Actionfilme gab es in der 80er Jahren?

    Die Hard, Lethal Weapon, Terminator, Rambo, Die Klapperschlange. Terminator der 1. war lausig im Vergleich zum 2. (1991), Der Urrambo hat sich an die Tugenden des 70er Jahre Kino orientiert und hatte somit auch etwas Tiefgang, die Klapperschlange wurde durch den PacMan Soundtrack verhunzt. Okay Die Hard ist echt ein Klassiker und Lethal Weapon ist immer noch lustig, obwohl durch Mels Mähne der Film Augenkrebs verursacht. Ansonsten zeichneten sich die meisten Filme durch billige, hässliche und erbärmliche Produktionen aus.

    Mad Max und Callahan waren schon in den 70er extrem unkorrekt und gaben markante Sprüche von sich. Bullit, Darth Vader und Rocky waren die originalen Helden aus den 70er. Die Slow Motion wurde in der 70er erfunden und Mickey Rourke hatte zu der Zeit noch ein hübsches Gesicht. Den Soundtrack dazu lieferten die Rolling Stones und Led Zepplin und nicht Madonna und Europe. brillen und nicht neongelbe Topfklamotten bestimmten das aussehen. Anders ausgedrückt, die 80er waren der schlimme Kater der 70er.

    Zugegeben, geile Filme wie Die Hard entstanden in den 80er, aber das ist die Crème de la Crème des Jahrzehnts, buddelt ihr etwas tiefer, liegt dort meistens nur Schrott. Achja und von wegen "heutzutage gibt es nur noch Filme mit politischer Korrektheit", was ist mit 96 Hourse oder Auftrag Rache?

    Hab ich schon erwähnt, dass ich das meiste Kulturgut der 80er verabscheue?^^
     
  5. #5 15. Juli 2010
    AW: [Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother er

    Irg. wie können sich hier viele auch nicht entscheiden. Erst sagen sie, dass die Filme heutzutage nur sinnloses rumgeballere ist und Popcornkino wo nur irg. welche Idioten blöde Sprüche reissen und jetzt wird sich beschwert das die Filme mehr Tiefgang haben und/oder irg. welche Botschaften senden.

    Natürlich sind die Filme heute anders als früher, liegt vllt. daran das man neue Ideen sucht und ausprobiert. Man kann ja nicht 30 Jahre lang nur Filme zeigen wo'n Typ durch 30 Armeen durchmaschiert und am Ende die geile Olle redet und alles mit ner Explosion endet.

    Heute hat man einfach mehr Möglichkeiten und nutzt diese aus um ein breites Spektrum an Filmen zu geben. Es gibt für jeden Geschmack einige gute Filme. Was ist denn mit Sachen wie Herr der Ringe, Lucky Number Slevin, 300, der blutige Pfad Gottes, 96 Hours, Transformers usw...

    Das einzige was etwas ab t ist das die Geldgierige Filmindustrie von jedem guten Streifen der viel eingenommen hat, 30000 Fortsetzungen machen, die dann meisstens ziemlich mies sind.

    Aber sonst kp was alle haben. In den 80ern gabs gute Filme, die gibts heute auch noch, nur gabs in der Zwischenzeit schon alle möglichen Arten von Filmen und somit isses schwer was wirklich neues und gutes zu produzieren.
     
  6. #6 16. Juli 2010
    AW: [Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother er

    Das ist vollkommener it.
    Natürlich sind viele der alten Rambo oder Die Hard Filme geil.
    Aber meint ihr, in den 80ern lief keine im Kino? Da liefen hunderte bekackte Filme von denen heutzutage aber einfach niemand mehr spricht, weil sie totale sind.

    In 20 Jahren wird man vermutlich noch von Batman, der Soldat James Ryan oder Heat sprechen, aber bestimmt nicht von My Bloody Valentine.
     
  7. #7 16. Juli 2010
    AW: [Bericht] Yippie Ka-Ye, Mother er

    Der Autor tut ja so ja so als es zur heutigen Zeit keine guten Filme mehr gebe.
    Transporter zb ist ein richtig guter Actionfilm.
    Es gibt Top Filme seit den letzten 10 Jahren
     

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