Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

Dieses Thema im Forum "Alltagsprobleme" wurde erstellt von AimMaster, 17. Dezember 2009 .

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  1. #1 17. Dezember 2009
    Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) verursachen während der Einnahme bei sehr vielen Leuten Sexualstörungen. Dies ist weithin bekannt und steht auch in der Packungsbeilage. Was jedoch nur die wenigsten wissen und wovor auch nirgends gewarnt wird: Die sexuellen Störungen verschwinden bei einigen Personen auch nach dem Absetzen des SSRI nicht.

    Nebst SSRI können mindestens auch SNRI (Selektiver Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer) und eventuell SSRE (Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Erhöher [Stablon]) bleibende Sexualstörungen verursachen.

    Dieser Medikamentenschaden läuft unter der Bezeichnung PSSD (Post-SSRI Sexual Dysfunction, übersetzt: Post-SSRI sexuelle Funktionsstörung). Folgende Symptome sind typisch für PSSD (brauchen nicht alle zusammen vorhanden zu sein, oft sind es aber mehrere davon):
    - verminderte oder nicht vorhandene Libido
    - Impotenz oder reduzierte Vaginalbefeuchtung
    - Schwierigkeiten, eine Erektion oder sexuelle Erregung hervorzurufen oder aufrechtzuerhalten
    - andauernde genitale Erregungsstörung trotz fehlender sexueller Erregtheit
    - schwacher, verspäteter oder fehlender Orgasmus (Anorgasmie)
    - Orgasmus ist weniger oder überhaupt nicht befriedigend (ejakulatorische Anhedonie)
    - vorzeitiger Orgasmus
    - verminderte Empfindlichkeit des Penis, der Vagina oder der Klitoris
    - genitale Gefühlstaubheit
    - keine oder verminderte Reaktion auf sexuelle Reize vermindertes Sperma-Volumen
    - Dauererektion (Priapismus)

    PSSD kann nach dem Absetzen des SSRI Wochen, Monate, Jahre und länger andauern.

    Die genaue Ursache von PSSD ist noch nicht definitiv bekannt. Momentan deutet aber vieles darauf hin, dass SSRI das Gehirn auf genetischer Ebene permanent verändern (und zwar u.a. die Serotonin-Rezeptoren). Bei Nagetieren zumindest wird dieser Defekt erwiesenermassen vererbt. Es ist davon auszugehen, dass es sich beim Menschen gleich verhält. Es besteht somit die reelle Gefahr, dass PSSD auf die Kinder übertragen wird.

    Wie häufig PSSD eintritt, ist ebenfalls nicht ermittelt. Es handelt sich jedoch definitiv nicht um absolute Einzelfälle; dafür gibt es einfach zu viele PSSD-Leidende. Zum Glück scheint aber nur eine Minderheit betroffen zu sein.

    Die grosse Mehrheit der Ärzte weiss nichts von PSSD. In aller Regel wird einfach angenommen, die Sexualstörungen seien pychischer Natur. Das trifft teilweise sicher auch zu, aber nicht bei PSSD - einem neurologischen Problem.

    In der Forschung ist die Existenz von PSSD mittlerweile auch anerkannt. Es existieren zahlreiche wissenschaftliche Studien, die PSSD belegen (vgl. dazu den Wiki-Artikel). Leider dringt dieses Wissen gar nicht, bzw. viel zu langsam an die Öffentlichkeit. Man lernt normalerweise erst von PSSD, wenn es schon zu spät ist. Nebst weitergehender Forschung ist es deshalb dringend nötig, die Leute über PSSD aufzuklären.

    Momentan sind keine Therapien/Heilmittel bekannt, die PSSD beheben. Immerhin erholen sich einige Betroffene mit der Zeit von alleine und anderen helfen bestimmte Substanzen (Vitamine, Aminosäuren, Heikräuter). Zudem sind Experimente mit Nagetieren im Gange, die zu vorsichtigem Optimismus Anlass geben (5-HT(1A) receptor antagonism reverses and prevents... [Int J Neuropsychopharmacol. 2009] - PubMed result).

    Es geht uns nicht um Angstmacherei oder Antidepressiva-Bashing, sondern darum, dass die Leute eine informierte Entscheidung treffen können, wenn es um SSRI & co. geht. Und PSSD ist nun mal ein möglicher Folgeschaden. Dass das Wissen um PSSD Personen vor sehr schwierige Abwägungen stellen kann, ist unbestritten; aber die Realität lässt sich nicht ändern. Um unsere Selbstverantwortung als Patienten wahrnehmen zu können, müssen wir wissen, was wir uns überlegen, einzunehmen.

    Wir haben vor kurzem eine deutschsprachige Selbsthilfe-Gruppe für PSSD-Betroffene gegründet. Wir würden uns sehr freuen, wenn Personen, die unter sexuellen Problemen nach dem Absetzen von Antidepressiva leiden, beitreten würden. So können wir uns austauschen und zusammen nach Lösungen suchen. Die Seite ist noch im Anfangsstadium. Wir haben aber vor, nach und nach einige Dokumente aufzuschalten. Vor allem jedoch hoffen wir auf neue Mitglieder, um gemeinsam die Sache anzugehen.

    Unser Vorschläge an alle, die etwas in Sachen PSSD unternehmen möchten:
    - Ärzte (v.a. Psychiater und Neurologen) auf die Problematik ansprechen, am Besten unter Vorlage des Wiki-Artikels, der auf Fachliteratur verweist.
    - Wenn ihr jemanden kennt, der von PSSD betroffen ist oder es sein könnte: Bitte auf PSSD aufmerksam machen.
    - Wenn ihr selber an PSSD leidet, es eventuell auch noch den Arzneimittelbehörden melden.

    Achtung! Bitte auf Grund dieses Beitrags ja nicht die Behandlung mit SSRI abbrechen!!! Wenn überhaupt sollte dies stets mit der behandelnden Fachperson abgesprochen werden und allenfalls langsam geschehen. Im Übrigen könnte ein zu schnelles Absetzen die Entstehung von PSSD unter Umständen sogar begünstigen, nebst allen anderen z.T. gefährlichen Nebenwirkungen.

    Noch ein paar Links zu PSSD:
    - Post SSRI Sexual Dysfunction ? Wikipedia informativer deutschsprachiger Wikipedia-Eintrag
    - Link zur Selbsthilfegruppe gibt es auf Anfrage per PN ( oder googelt PSSD )


    Freundliche Grüsse


    PS: Ich wurde darauf hingewiesen einmal die Betroffenen Medikamente aufzulisten (wer sich nicht sicher ist guckt seinen Wirkstoff bei Wikipedia nach)

    Als Generika bezeichnet man ein Arzneimittel, das eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikaments ist.


    SSRI:

    * Citalopram (Cipramil®,CitaLich®,Citalogamma®,Citalon®,Futuril ®,zahlreiche Generika)
    * Escitalopram (Cipralex®)
    * Fluoxetin (Fluctine®,Fluxet®, Generika,)
    * Paroxetin (ParoLich®,Paroxalon®,Paroxat®,Seroxat®, Generika)
    * Sertralin (Zoloft®, Generika)
    * Fluvoxamin (Fevarin®, Generika)
    * Trazodon (Trittico®, Generika)


    SNRI:

    * Atomoxetin (Strattera®, Indikation: ADHS)
    * Reboxetin (Edronax®)
    * Maprotilin (Ludiomil®)
     

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  3. #2 17. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Vielen Dank.

    Gut zu wissen, vorallem weil ich demnächst zum Psycho gehe wegen Depri.

    Gruß,
    fladen
     
  4. #3 18. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Kein Problem... ich freue mich über jeden den ich vor diesem Teufelszeug bewahrt habe.
    Wenn man Probleme in der Richtung hat und meint wirklich irgendwelche Tabletten nehmen zu müssen, Johanniskraut hat die gleiche Wirkung... nur nicht so stark. Sport kann auch nicht schaden, besonders laufen.


    Wer in das Thema einsteigen möchte und 2 + 2 zusammenzählen kann...

    Hier ein "paar" sehr interssante Infos:

    Deutschlandfunk:

    http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=179926&d
    atum=20091115&playtime=1258299001&fileid=111d5551&sendung=179926&beit
    rag=1065917&/

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1065917/

    Reboxetin ist wirkungslos:

    http://iqwig.de/index.981.html

    "Wirkung" im Gehirn:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer#Neurophys
    iologische_Adaption

    Betroffene Rezeptoren und deren "Funktion"


    http://en.wikipedia.org/wiki/5-HT_receptor#Subtypes

    Was passiert eigentlich wenn zuviel Serotonin vorhanden ist ?


    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/uploads/pics/tit-berg05-47_ID52
    43_24632.jpg

    http://en.wikipedia.org/wiki/Serotonin_syndrome

    ... Die "Nebenwirkungen"
    http://en.wikipedia.org/wiki/Ssri#General_side_effects
     
  5. #4 18. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Als ich Früher vom Kola ne Psychose bekommen habe,wollten die mich auch mit Sowas zubomben,aber ich hab dene den Finger gezeigt und das Einzigst Richtige gemacht ,nämlich mein Hasch weiter rauchen :thumbsup:
     
  6. #5 21. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Das zerballert dir deine Rezeptoren zwar auch, aber nicht in diesem extremen mase wie bei SSRI Medikamenten, die einen Botenstoff ( serotonin ) sehr stark an der wiederaufnahme hindern. Gras ist sowieso ein antidepressivum ( mitlerweile sogar wissenschaftlich nachgewiesen )... auf das ich mich damals besser hätte verlassen sollen.

    Das beste gegen Depris ist richtige Ernährung ( Ergenäzungsmittel ) und vorallem Sport.
    Ich kann nur jedem raten Psychopillen als wirklich aller aller letzte Wahl zu betrachten...wenn euch eure Emotionen, welcher Art auch immer, lieb sind.
     
  7. #6 22. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Das Allerwichtigste gegen Depries sind Freunde ,die dich davon abhalten,daß du dir Allein in dein 4 Wänden irgendeinen Scheiß einredest.
    Genau wegen dem hat sich auch mein fast Bester Freund vor 7 Jahren aufgehängt wegen seiner Psychose,weil die Family von dem uns nicht mehr zu ihm gelassen hat und er Alleine in seinen 4 Wänden sich dann irgendeinen Scheiß eingeredet hat und keiner ihn auf Andere Gedanken bringen konnte.
    Der hat ebenso Psychopharmakas gekriegt und ist erstmal richtig Fett geworden mit dauerhaft Bleichem Gesicht und lachen konnte er auch nicht mehr,der lief geknickt rum weil er immer Gelenkschmerzen hatte

    Also was willst du dann noch auf dieser Welt,wenn du Scheiße aussiehst und nicht mehr lachen kannst - > natürlich schauen ob es villeicht n besseres Leben nach dem Tod gibt.

    Freunde sind das A und O in so einer Phase,da kann mir keiner was erzählen,ohne meine Kumpels hätte ich mich schon lang gekillt.

    Zum Thema kiffen
    Nur Hasch hat auf mich einer Beruhigende Wirkung,Gras dagegen macht mich nur verrückt,also verstärkt das ganze .Rauche jetzt schon seit 2001 kein Gras mehr ,nur Grünen und das auch nicht mehr soviel wie Früher und das reicht mir voll und ganz.Trinke auch keinen Alk mehr oder Koffeinhaltiges Zeug und so fahre ich die Letzten 8 Jahre ganz gut damit.
     
  8. #7 28. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)


    Freunde sind auf jeden Fall wichtig. Nur brauchst du auch "wahre" Freunde um durch schwere Zeiten zu kommen. Jemand der depri drauf ist ist allgemein ne Spassbremse in jeglicher Hinsicht.
    Die Psychopillen verpassen dir keineswegs eine bessere Laune. Das einzige was sie machen ist deine Emotionen, meist negative, wegzudrücken. Bei SSRI sind das ganz bestimmte Rezeptoren ( Für die Weiterleitung von Signalen zb. fühlt sich geil an ) werden dabei mit überschwemmt und runtergeregelt. Ich war auch mal kurz davor zu sagen ey ich spring, mich hat allein mein Verstand davon abgehalten ( deswegen hab ich das Zeug abgesetzt ). Das war im Urlaub wo es eigentlich hätte am schönsten sein sollen.
    Deine Gehrinchemie wird dadruch enorm aus dem Gleichgewicht genommen und erholt sich wenn du pech hast überhaupt nicht mehr...

    Kiffen ist bestimmt keine Lösung, aber besser als mit dauerhaften Schäden durch die Welt zu gehen. Zudem hilft es den Scheiss der mit dir passiert zu vergessen, jedenfalls vorrübergehend. Ich werde diesen Schritt erst gehen wenn ich alle Optionen komplett durch habe. ( Therapie, rückgängigmachen der überreizung im Gehrin ). Drogen nehmen ist eine Form von weglaufen und Selbstaufgabe und die allerletzte Lösung.
     
  9. #8 29. Dezember 2009
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Das hältst du für das richtige !!!! Mein Bruder sitzt wegen so nem scheiß jetzt in der Psychatrischen

    also bitte das kann wohl nicht richtig sein
     
  10. #9 22. März 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    In Studien gibt es mehrere "Gegenmittel", sogenannte Serotonin - Antagonisten. Diese kann ein "normalsterblicher" nicht in der Apotheke oder beim Psychater erwerben.
    Nun wüsste ich gerne an wen ich mich wenden könnte um auf eigenes Risiko eine Selbsttherapie durchzuführen. Es gibt zwar "Gegenmittel" die auch an den Punkten ansetzen, aber zusätzlich noch 10 andere Nebenwirkungen haben; davon würde ich gerne absehen. Als Beispiel:



    Robalzotan - Wikipedia, the free encyclopedia




    Vielen Dank
     
  11. #10 22. März 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Lol, wegen ein bißchen Gras rauchen, sitzt er in der Klapse? Dann hat er aber ne sehr, sehr schwache Psyche. Kann mir nicht vorstellen, wie jemand vom Kiffen eingewiesen werden kann. Ebenfalls sind meiner Meinung nach Psychosen vom Kiffen sehr selten.

    Bei Antidepris siehts schon anders aus. Hab zwar keine Störungen etc. und bin dagegen eigentlich nicht abgeneigt, aber probier solche Dinger nie wieder. Habe es ein paar mal probiert und in Verbindung mit Bier ist es auch gar nicht so schlecht, aber ich lass trotzdem die Finger davon. Sowas ****t komplett die Emotionen und das Verhalten. Wenn das jemand über Monate hinweg nimmt, wahrscheinlich noch vom Arzt verschrieben, dann ist er danach nicht mehr der Selbe.
     
  12. #11 22. März 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Die Alternative ist für viele Leute der Suizid. Da nehme ich doch eher verminderten Libido in Kauf.
     
  13. #12 22. März 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Bin ich im falschen Film oder was ist hier los?

    Will man mich aufklären, was das hier bedeutet?
     
  14. #13 22. März 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

     
  15. #14 22. März 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    Du wirst auf jeden Fall breiter als wenn du nur Bier trinkst. So haben sie mit Alkohol in Verbindung natürlich eine berauschende Wirkung. Du bist halt total dicht und kannst dich kaum bewegen.
     
  16. #15 29. April 2010
    AW: Bleibende Sexualstörungen durch SSRI - Antidepressiva (PSSD)

    So ich hab eine Lösung gefunden:

    TCM !

    zb: VSM - Fachverlag - Produkte und Fortbildungen für Chinesische Medizin, Naturheilverfahren und Zahnmedizin

    Alle Symptome werden bei mir langsam weniger !
    Depressionen lassen sich im übrigen auch in der TCM behandeln :]
    nur billig ist der Spass nicht, deshalb sollte man über eine Heilpraktikerzusatzversicherung nachdenken( bei mir ca. 250 € im Monat - Behandlungskosten ).

    Ich wünsche allen Betroffenen eine gute Genesung.
     

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