Brauche paar Ansätze zu einem langen Text :(

Dieses Thema im Forum "Schule, Studium, Ausbildung" wurde erstellt von giggolo, 26. November 2007 .

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  1. #1 26. November 2007
    Hallo leute,

    unzwar hab ich hier ein Text,bei dem Brecht sein episches theater durch einen Vergleich mit eriner Straßenszene kennzeichnet.Ich soll jetzt die vergleichspunkte rausarbeiten,krieg aber mal wieder nichts auf die reie.Ich hasse unseren Deutsch Unterricht,unsere Lehrerin gibt uns immer aufgaben,die keiner checkt -.-Hoffe mir kann jemand ansatzweise helfen.Bw gibt es natürlich auch ;)

    Hier der Text:
    Bertolt Brecht: Die Straßenszene als Grundmodell für episches Theater

    Es ist verhältnismäßig einfach, ein Grundmodell für epi-sches Theater aufzustellen. Bei praktischen Versuchen wählte ich für gewöhnlich als Beispiel allereinfachsten, so¬zusagen «natürlichen» epischen Theaters einen Vorgang, der sich an irgendeiner Straßenecke abspielen kann: Der Augenzeuge eines Verkehrsunfalls demonstriert einer Menschenan¬sammlung, wie das Unglück passierte. Die Umstehenden können den Vorgang nicht gesehen haben oder nur nicht seiner Meinung sein, ihn «anders sehen» – die Hauptsache ist, daß der Demonstrierende das Verhal¬ten des Fahrers oder des Überfahrenen oder beider in ei¬ner solchen Weise vormacht, daß die Umstehenden sich über den Unfall ein Urteil bilden können .
    Dieses Beispiel epischen Theaters primitivster Art scheint leicht verstehbar. Jedoch bereitet es erfahrungsgemäß dem Hörer oder Leser erstaunliche Schwierigkeiten, sobald von ihm verlangt wird, die Tragweite des Entschlusses zu fas¬sen, eine solche Demonstration an der Straßenecke als Grundform großen Theaters, Theater eines wissenschaftli¬chen Zeitalters, anzunehmen. (…)
    Man bedenke: Der Vorgang ist offenbar keineswegs das, was wir unter einem Kunstvorgang verstehen. Der Demon¬strierende braucht kein Künstler zu sein. Was er können muß, um seinen Zweck zu erreichen, kann praktisch jeder. Angenommen, er ist nicht imstande, eine so schnelle Be¬wegung auszuführen, wie der Verunglückte, den er nach¬ahmt, so braucht er nur erläuternd zu sagen: er bewegte sich dreimal so schnell, und seine Demonstration ist nicht wesent¬lich geschädigt oder entwertet. Eher ist seiner Per¬fektion eine Grenze gesetzt. Seine Demonstration würde gestört, wenn den Umstehenden seine Verwandlungsfä¬higkeit auffiele. Er hat es zu vermeiden, sich so aufzufüh¬ren, daß je¬mand ausruft: «Wie lebenswahr stellt er doch einen Chauffeur dar!» Er hat niemanden «in seinen Bann zu ziehen». Er soll niemanden aus dem Alltag in «eine hö¬here Sphäre» locken. Er braucht nicht über besondere sug¬gestive Fähig¬keiten zu verfügen.
    Völlig entscheidend ist es, daß ein Hauptmerkmal des ge-wöhnlichen Theaters in unserer Straßenszene ausfällt: die Bereitung der Illusion. Die Vorführung des Straßende-monstranten hat den Charakter der Wiederholung. Das Er¬eignis hat stattgefunden, hier findet die Wiederholung statt. Folgt die Theaterszene hierin der Straßenszene, dann ver¬birgt das Theater nicht mehr, daß es Theater ist, so wie die Demonstration an der Straßenecke nicht verbirgt, daß sie De¬monstration (und nicht vorgibt, daß sie Ereignis) ist. Das Geprobte am Spiel tritt voll in Erscheinung, das aus¬wendig Gelernte am Text, der ganze Apparat und die ganze Vorbereitung. Wo bleibt dann das Erlebnis, wird die dargestellte Wirklichkeit dann überhaupt noch erlebt?
    Die Straßenszene bestimmt, welcher Art das Erlebnis zu sein hat, das dem Zuschauer bereitet wird. Der Straßende¬monstrant hat ohne Zweifel ein «Erlebnis» hinter sich, aber er ist doch nicht darauf aus, seine Demonstration zu ei¬nem «Erlebnis» der Zuschauer zu machen; selbst das Er¬lebnis des Fahrers und des Überfahrenen vermittelt er nur zum Teil, keinesfalls versucht er, es zu einem genu߬vollen Erlebnis des Zuschauers zu machen, wie lebendig er im¬mer seine Demonstration gestalten mag. Seine De¬mon¬stration verliert zum Beispiel nicht an Wert, wenn er den Schrecken, den der Unfall erregte, nicht reproduziert; ja, sie verlöre eher an Wert. Er ist nicht auf Erzeugung pu¬rer Emotionen aus. Ein Theater, das ihm hierin folgt, voll¬zieht geradezu einen Funktionswechsel, wie man verstehen muß.
    Ein wesentliches Element der Straßenszene, das sich auch in der Theaterszene vorfinden muß, soll sie episch genannt werden, ist der Umstand, daß die Demonstration gesell¬schaftlich praktische Bedeutung hat. Ob unser Straßende¬mon¬strant nun zeigen will, daß bei dem und dem Verhal¬ten eines Passanten oder des Fahrers ein Unfall unver¬meidlich, bei einem andern vermeidlich ist, oder ob er zur Klärung der Schuldfrage demonstriert – seine Demonstra¬tion verfolgt praktische Zwecke, greift gesellschaftlich ein.
    (Aus: Texte, Themen und Strukturen. Grundband Deutsch für die Oberstufe. Hg. von Heinrich Biermann und Bernd Schurf u. a. Düsseldorf 1990. S. 132f.)
     

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  3. #2 26. November 2007
    AW: Brauche paar Ansätze zu einem langen Text :(

    Weißt ja bereits bescheid....
     

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  5. Brauche nen paar teile :P

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