Brauchen wir eine Welt-Zentralbank für den Umweltschutz?

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von raid-rush, 21. Dezember 2019 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 21. Dezember 2019
    Der Titel hört sich erstmal sehr nach Geld an, geht aber eigentlich um etwas anderes, und zwar um die Zukunft der Menschen und der Umwelt.

    In einer Kurzfassung: Es wird berechnet wie viel Umweltverschmutzung die Erde pro Jahr aufnehmen kann und darf ohne das die Umwelt dabei Nachhaltig geschädigt wird. Dieses Kontingent an Umweltverschmutzung darf nicht überschritten werden. Dabei gibt es aber ein Problem: es ist kaum mit dem bisherigem Konsumverhalten und der Wirtschaft vereinbar. Doch wie lässt sich das langfristig ändern und die Last dabei auch fair auf alle Menschen verteilen. Hier kommt die Welt-Zentralbank ins spiel.

    Diese Umwelt-Zukunfts-Bank verteilt die Umweltverschmutzungsrechte (in der ersten und einfachsten Form erstmal CO2) auf jeden Menschen gleich. Da wir aber unterschiedlich viel Verschmutzen und manche eben noch mehr Benötigen, kann mit diesen Umweltrechten gehandelt werden. (Ähnlich findet das bisher nur für große Unternehmen und Staaten mit CO2 Zertifikaten statt)

    Das bedeutet, ein Mensch aus der Drittenwelt oder dessen Beauftragter handelt (an der Weltbank Börse) mit diesen Umweltrechten, welche z.B. wir in Industrieländern dringend benötigen und kaufen müssen.

    Das Geld kann so auch in die Entwicklung fließen. Im Gegenzug wird man sich in den reichen Ländern überlegen nicht besser viel mehr Umweltschutz zu betreiben um weniger Ausgleich zahlen zu müssen. Die Bestrebungen zum Umweltschutz und vor allem zum Verhalten jedes Einzelnen würden sich wohl steigern.

    Umsetzbar ist dies auch recht "einfach" jedes Produkt bekommt eine sog. Umweltsteuer die von den Unternehmen wie bei der MwSt. an die Weltbank abgeführt werden muss. Jeder Bürger kann mit seinem Konsum also erstmal das Kontingent was er hat aufbrauchen und zahlt erst mal keine Umweltsteuer, bzw ist eben durch seinen Freibetrag freigestellt davon. Prinzipiell läuft das dann so ab. Die Steuer wird pauschal im Handel immer bezahlt, der Freibetrag wird z.B. monatlich zurückerstattet - alternativ könnte man diesen Freibetrag auch Grundeinkommen nennen und dies direkt verknüpfen. Das bedeutet, jeder bekommt ein gewisses bedingungsloses Grundeinkommen - in Form des Umweltfreibetrags.
    Wer also sehr sparsam und nachhaltig konsumiert, wird kaum oder nur sehr wenig Umweltsteuer zahlen müssen. Wer weiter auf großem Fuß leben will, der muss schon ordentlich in die Tasche greifen, und die begehrten zusätzlichen Umweltzertifikate werden so immer teurer weil sie limitiert sind.

    Der starke Geldfluss für Investitionen in die armen Regionen der Welt, führt auch dazu - dass die Zahl an Flüchtlingen deutlich abnimmt. Zudem verhilft das Grundeinkommen auch die Wirtschaft dieser Regionen zu beleben.

    In der Zukunft gibt es ohnehin kein Bargeld mehr sondern nur noch Digitale Währungen. In einer weiteren Entwicklung kann ein solches Umweltzertifikat auch als eine globale Währung angesehen werden, dessen deflationäre Eigenschaft durch die Umweltlimitierung eine solide Wertstabilität aufweist dabei aber nicht verzinslich ist. Bei einer in der weiter entfernten Zukunft zu erwartenden Bevölkerungsreduktion würde die Deflation ausgeglichen. Oder genauer gesagt, das Konzept geht einher mit sinkender Bevölkerungszahl, was in der Zukunft ohnehin unvermeidbar und essentiell ist.

    Der technokratischen Weltbank werden dann natürlich auch Militärbündnisse unterliegen um den Schutz des Ratio zu gewährleisten. In derartigen Situationen ist eine Wahl überhaupt nicht mehr sinnvoll und möglich.
     
  2. Heute: Deals & Sale mit stark reduzierten Angeboten finden. ✅

  3. #2 5. Januar 2020
    Hm - nachdem die Hauptursache für die "Flucht" aus Afrika gestiegener Wohlstand ist (siehe Migrationsbuckel) wäre diese Maßnahme doch eher sehr kontraproduktiv?

    Die Menschen fliehen nicht vor extremer Armut, die sehr teuere "Flucht" kann sich nur der lokale Mittelstand leisten.

    Derzeit ist das wirtschaftlich schändlichste für die Region: Entwicklungshilfe.

    Die afrikanische Kultur ist nicht auf Maximierung von Wohlstand ausgelegt, alles wird direkt konsumiert. Daher akkumuliert sich der Wohlstand auf die in vielen Ländern lebenden Asiaten. Direkte Zahlungen führen zu vielen Problemen wie die Sozialhilfe in Europa auch. Sie sorgen dafür das in Armut verharrt wird.
     
  4. #3 7. Januar 2020
    Zuletzt bearbeitet: 7. Januar 2020
    Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht ganz, warum sollte jemand nach Europa flüchten wenn sein Wohlstand steigt? Für mich wäre eher einleuchtend die Heimat zu verlassen wenn es dort keine Perspektive gibt oder ich in Angst vor Verfolgung leben muss. Warum sollte man sonst sein leben und viel Geld riskieren wenn die Aussicht und Lage in der Heimat "gut" wäre.
    Aber gut, es gibt ja auch in Europa "Auswanderer" die irgend wo anders ihr Glück versuchen, und ein Risiko eingehen nur um etwas zu "verändern", aber das sind wohl sehr wenige.

    Sicher werden die ärmsten das gar nicht schaffen, da sie sich die Reisemittel nicht leisten können oder ohnehin irgend wo versklavt sind. Aber was ist dann die Ursache, das die flüchten denen es dann halbwegs besser geht? Ich denke das liegt nicht am steigenden Wohlstand sondern eher an steigender Korruption, Gewalt und Stagnation an Entwicklung - oder einseitiger Wirtschaftsbereicherung, da das Ausbäutungspotential in Afrika hoch ist, und das spürt dort auch die Gesellschaft. Was da fehlt sind wohl vor allem politische Stabilität und Bildung. Die Spaltung der Gesellschaft ist dort extrem, einige wenige können halbwegs Zivilisiert leben und der Rest hat keine Bildung und keine Mittel für irgendwas, außer in einer Diamanten Mine zu schuften.

    Vermutlich wäre dort ein "cleveres" Regime als Entwicklungskicker noch am Erfolgreichsten. Wenn man sich anschaut, der Iran hat all seine Entwicklung und Fortschrittlichkeit aus der Zeit des Schah Regimes... und dann folgte religiöse Verdummung und totaler Rückschritt mit Stagnation.

    Alle Länder die Religion in die Politik aufgenommen haben, oder keine strikte Trennung von Religion und Politik halten, sind zu Diktatur und Rückschritt verdammt gewesen. Die Gesellschaft wird rückschrittlich, die Bildung sinkt und die intellektuellen werden verfolgt oder gehen ins Exil.

    Die Amerikaner machen das schon immer so, und sogar extremer, Stichwort "Kreditkarte" - eine Erfindung aus der USA um den übermäßigen durch Werbung angeheizten Konsum zur Wirtschaftssteigerung zu nutzen. Dort wird mehr Konsumiert als Verdient wird, und diese Schuldenblase wird nie beglichen. Der einzige Grund warum das Funktioniert ist, weil durch die Globalisierung die Stückkosten stark gesunken sind und so die Währungsstärke genutzt wurde um eine jahrelange "Real-Deflation" zu erreichen. Auch die Steigerung der Produktivität durch Rationalisierung hat zu dieser real-Deflation geführt, welche nun stagniert durch die absolute Marktübersättigung im Westen und der sinkenden Industrienachfrage.

    Aber gut, mir ging es hier eigentlich eher um den Umwelt und Klimaschutz sowie Vermeidung von Leid.
     
  5. #4 12. Januar 2020
    Weil er sich die „Flucht“ jetzt leisten kann. Die religiösen, wirtschaftlichen und freiheitlichen Einschränkungen in Afrika sind ja immens, auch für die reichsten der Gesellschaft.

    Von „muss“ kann gar keine Rede sein und von „Verfolgung“ schon 2X nicht. Geträumt wird von unrealistischen Wohlstand, sexueller Freiheit,.... einer besseren Gesellschaft als es die in Afrika ist.

    Das ist weltweit das gleiche - gut reicht eben nicht. Es soll besser sein. Sie DDR. Verglichen mit der BRD sicherlich ein dritte Welt Land, aber die Leute hatten alles was man zum Leben braucht. Trotzdem sind riesige Teile der Bevölkerung abgehauen.

    Die Abwanderer stellen in einigen Regionen Deutschlands die Hälfte der Bevölkerung. Wenige???

    Der Migrationsbuckel ist am höchsten zwischen 5.000 und 30.000 € Jahreseinkommen. Da ist die Mobilität am größten die Heimat zu verlassen. Am höchsten zwischen 8.000 und 13.000€.

    Das sehr starke Wirtschaftswachstum in Afrika und der steigende Wohlstand führen zu der Mobilität. Schau dir mal an wo die Flüchtlinge her kommen. Die ärmsten Staaten sind nicht darunter.

    Ich meinte damit nicht hohe Konsumfreudigkeit.
    Afrikanern ist das Konzept der Einkommenssteigerung durch Bildung und harte Arbeit völlig fremd.
    Wenn du einen Afrikaner vor die Wahl stellst für 500€ im Monat Hartz 4 zu leben oder für 5.000€ 12h am Tag zu malochen, dann wird der sich für die 500€ und Nixtun entscheiden. Ein Amerikaner für die 5.000€ und Arbeit um Kohle für Konsum zu haben.

    Und du wirst mit konsumierendem Afrikanern die nix tun ähnliches erreichen wie mit Sozialhilfe in Europa. Mehr Armut, mehr Unweltverschmutzung, mehr Kriminalität,...
     
  6. #5 12. Januar 2020
    Die Alternative? Man muss ja auch realistisch sein, nicht jeder hat Bildungspotential und letztendlich wird man für die Leistung auch nie mehr bezahlen wollen, als der Dienstleistungskunde selbst netto verdient, weil sonst macht er es lieber selber. Aber die das Potential haben gehen verloren wenn sie keine Zeit haben dafür weil sie Arbeiten, die brauchen also finanzielle Hilfe. Klar gibt es genug bei denen wär es egal die können halt nicht mehr, das macht aber nur ein fünftel der Bevölkerung aus, die meisten haben genug 0815 Menschhirn um Produktiv zu sein.

    Wenn du also Sozialhilfe streichst hast du nichts erreicht, weil da wird nicht viel Potential sein was dem Arbeitsmarkt was bringt... die werden höchstens Kriminell um ihren Unterhalt zu sichern. Daher ist es wichtig solche Leute am besten in irgend eine staatlich organisierte "Sekte" zu bringen wo sie zur Vernunft gewaschen werden und Gesellschaftskit werden. Die dürften dann tolle Aufführungen machen oder Singen und sonstiges, das auch Anerkennung bringt etc... du musst sinnvolle Beschäftigung machen was der Gesellschaft Frieden und Freude bringt...

    Die Sozialleistung dienen ja auch Allen, die eine ruhige und freudige Gesellschaft wünschen... Reichtum bringt einen nichts wenn man in Afrika oder Asien wohnt. Reichtum ist da, wo man sicher ist und in einer gebildeten und anständigen Kultur lebt, die einem Freude macht und keiner den anderen Neidet. Das wird durch das Kapitalismusimage und die Konsumunterschied befeuert. Das Konsumsystem ist ein Problem und nicht nur für Gesellschaft sondern auch für die Umwelt. Zudem ist es weder Sinnerfüllend noch effektiv Befriedigend für den Menschen. Das Konzept sollte weiterentwickelt werden.

    In Israel bezahlt man einen großen Teil der Bevölkerung dafür faul zu sein und die Thora zu studieren und Kinder zu zeugen... das ist ja quasi ein ähnliches Konzept, soll wohl auch politisch genutzt werden zum Expandieren und für Reserve Soldaten - aber generell dient das auch zur Gesellschaftspufferung das sind quasi die Neutronen zwischen den geladenen Protonen die für Stabilität sorgen außerdem wählen Leute die bezahlt werden immer die Fütternde Hand wieder. Deshalb werden in Regimen die Militärs immer gut bezahlt damit sie zum Diktator halten und keine Veränderung wünschen.

    Was wäre die Alternative für ungebildete Menschen? Blödsinn anstellen? Wir wissen ja wie schnell sich da was Rekrutieren lässt für allerlei Dummheiten. Je weniger Arbeit desto höher die Wahrscheinlichkeit von radikalem Verfall und Spaltung - zum einen weil eine sinnvolle Beschäftigung fehlt und zum anderen weil man finanziell bzw Konsumtechnisch sich vom Rest entfernt und das führt zu einer Spaltung, das sind menschliche Eigenschaften wie Neid und Gier die letztendlich unkontrolliert zum Konflikt führen. Massenkontrolle ist daher A und O und das über Dauerwachstum und Konsum zu erreichen ist riskant.

    Durch den Klimawandel ändert sich vermutlich ähnlich viel wie bei einem Weltkrieg. Regionen können sich innerhalb weniger Jahre komplett verändern - zu Wüsten oder Sümpfen.

    Die Frage ist halt wer ist am ende Glücklicher? Arbeite mich Kaputt und Konsumier die Umwelt kaputt?
    Ist halt auch eine Frage der Ziele der Menschen wo wollen wir hin?
    Forschung geht ja trotzdem, dafür sind ohnehin nur wenige Geeignet die Kreativität und Intelligenz ausreichend haben, um dem derzeitigem Komplexitätsniveau der Forschung noch was zu bringen. Der Rest kümmert sich um die Grundlagen.

    Eigentlich ist auch völlig egal was wir machen. Es gibt im Universum keinen Sinn außer der Existenz selbst und die ist durch ihre Eigenschaft konstant ohne Ende ohne Anfang.
     

  7. Videos zum Thema
    Video Script
Die Seite wird geladen...