Britisches Verteidigungsministerium veranstaltet Roboter-Wettbewerb

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von rainman, 1. August 2007 .

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  1. #1 1. August 2007
    Nach dem Vorbild der Darpa, der Forschungsabteilung des Pentagon, hat auch das britische Verteidigungsministerium letztes Jahr einen Wettbewerb unter dem Titel Grand Challenge ausgeschrieben, bei dem der Gewinner ein Preisgeld von 10 Millionen Pfund erhält. Mit dem Wettbewerb sollen "neue Ideen und Innovationen" gefördert, neue militärische Techniken für den Einsatz entwickelt und der britische Rüstungsmarkt neuen Anbietern und Erfindern geöffnet werden.

    Gesucht werden, ähnlich wie bei dem Wettbewerb der Darpa, unbemannte, autonome Robotersysteme für den Stadtkampf, der auch bei den Briten im Zentrum der neuen, asymmetrischen Kriege steht. Das Schlachtfeld der Städte, erklärt General John Cooper, werde "täglich dichter und komplexer". Noch sollen die gesuchten Robotersysteme aber nicht mit Waffen ausgerüstet werden und selbständig entscheiden, wann sie feuern. Sie sollen demonstrieren, dass sie "militärische Bedrohungen in einer städtischen Umgebung" entdecken, identifizieren und verfolgen sowie darüber berichten können. Anders als beim US-Vorbild sind beim britischen Grand Challenge Fernsteuerungen in bestimmten Situationen zugelassen. Jeder Eingriff oder Hilfestellung durch Menschen wird allerdings mit Punktabzug bestraft.

    Von den 23 eingereichten Konzepten hat die Jury des Verteidigungsministeriums nun die Vorschläge von 14 Teams ausgewählt. Davon erhalten 6 Teams – auch dies ist ein wesentlicher Unterschied zur amerikanischen Grand Challenge bzw. zur Urban Challenge – bereits jetzt Fördergelder vom Verteidigungsminister zur Entwicklung ihrer Systeme und Vorbereitung auf den Wettbewerb. Insgesamt stellt das britische Militär hierfür rund 7 Millionen Pfund bereit. Die restlichen 8 Kandidaten werden privat finanziert. Ein Geldpreis für den Sieger ist nicht ausgesetzt, es wird lediglich ein Pokal vergeben.

    Die Temans haben ein Jahr Zeit, um Prototypen zu bauen, die im August 2008 dann in der Trainingsstadt Copehill Down demonstrieren müssen, was sie leisten, wenn sie dort vier "Kategorien von Zielen" aufspüren bzw. ihnen begegnen: einer Straßenbombe (IED), wie man sie aus dem Irak kennt, einem Scharfschützen, einem Fahrzeug mit einem darauf angebrachten Maschinengewehr und einer Gruppe von Aufständischen mit Waffen. Neben der Unterscheidung von Kämpfern und Zivilisten müssen aber auch Probleme beim Navigieren durch die städtische Umgebung bewältigt werden; dazu gehören Kabel, die man kaum sieht, Bäume oder Wind.

    Ausgewählt wurden eine Reihe von Drohnen, ein Verband aus zwei unterchiedlichen Drohnen und ein Landroboter (Sensing and Autonomous Tactical Reconnaissance Network) sowie ein Schwarmverband von 10 tellergroßen Mini-Hubschraubern. Diese können, ausgestattet mit hochauflösenden Kameras, auch durch Fenster in Gebäude hineinfliegen. Owen Holland von Swarm Systems sagt, der Vorteil liege darin, dass man dann Bilder von Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven habe.

    Überdies hat das Verteidigungsministerium noch einen Wettbewerb der Ideen ausgerichtet und will dafür 11,5 Millionen Pfund investieren. Damit soll die Forschung an Hochschulen und in der Privatwirtschaft stimuliert werden, militärtaugliche Ideen zu entwickeln. Eingereicht wurden über 450 Vorschläge, die Hälfte von Universitäten, die andere Hälfte von kleinen Firmen. Nach der Durchsicht will das Verteidigungsministerium nun 66 Verträge mit den ausgewählten Einreichern schließen.

    Vor kurzem hat das Pentagon einen neuen Wettbewerb gestartet. Mit dem Defense Research and Engineering Prize sollen dringliche Probleme technisch gelöst werden. Als erstes wird ein tragbares und leichtes System zur Energieversorgung der Geräte gesucht die Soldaten heutzutage mit sich führen müssen. Auch die Bundeswehr hatte letztes Jahr erstmals eine Leistungsschau von Robotersystemen durchgeführt - allerdings keinen Wettbewerb mit einem Preis für den Sieger. (Erich Bonnert) / (fr/Telepolis)

    Quelle:http://www.heise.de/newsticker/meldung/93641
     

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