CO2-Emissionen zugunsten der Industrieländer schön gerechnet

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von rainman, 10. Dezember 2007 .

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  1. #1 10. Dezember 2007
    Die Berechnung der CO2-Emissionen der reichen Industrieländer könnte eine Illusion sein, wie der Ökonom Dieter Helm mit seinem Team von der Oxford University in der Studie Too Good To Be True? The UK's Climate Change Record anhand von Großbritannien ausgeführt hat. Die auf der Grundlage der Kriterien des Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) errechneten Werte bescheinigen beispielsweise Großbritannien, dass es gut im Rennen liegt und die CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 um 15 Prozent reduziert hat. Nach dem Kyoto-Abkommen wären nur 12,5 Prozent bis 2012 notwendig.

    Das aber sei schön gerechnet und eine Illusion, die politisch der britischen Regierung zugute komme. Sie rechnet sich ähnlich wie deutsche Regierung an, an der Spitze der Länder zu stehen, die am stärksten und erfolgreich ihre CO2-Emissionen reduziert haben. In Wirklichkeit aber habe Großbritannien seit 1990 19 Prozent mehr Treibhausgase produziert, erklären Helm und seine Kollegen.

    Die UNFCCC berücksichtigt für ihre Berechnungen nur die Emissionen, die auf dem jeweiligen nationalen Territorium verursacht werden, nicht aber diejenigen, die entstanden sind, um beispielsweise importierte Güter zu produzieren und zu transportieren. Wenn man zusätzlich Importe, internationalen Flug- und Schiffsverkehr und Tourismus sowie andere im Ausland entstandene Emissionen (abzüglich der durch Ausländer und Güterexporte im Inland verursachte Emissionen) berücksichtigt, kann keine Rede mehr von einer Reduktion sein.

    Vor allem die Deindustrialisierung seit den 70er Jahren und die Verlagerung der CO2-intensiven Produktion ins Ausland, deren Güter dann importiert werden, haben den Rückgang der Emissionen in Großbritannien bewirkt. Sie haben ein immer größer werdendes "Handelsdefizit in Treibhausgasemissionen" geschaffen. Seit Mitte der 90er Jahre klettern die Güterimporte steil nach oben, während die im Inland produzierten Emissionen absinken. Auf der anderen Seite wachsen die in China, Indien und anderen Schwellen- und Entwicklungsländern verursachten Emissionen stark an, wobei ein großer Teil der Produktion ins Ausland exportiert wird.

    Würden die Emissionen auf der Grundlage der von Helm vorgeschlagenen Kriterien berechnet werden, hätten die reichen ehemaligen Industrieländer bei den Verhandlungen auf der Bali-Klimakonferenz womöglich noch einen schlechteren Stand. Dabei geht es vor allem darum, welche Länder wie viel zur Reduktion der Treibhausgase beitragen müssen oder sollen.

    Mehr dazu in Telepolis:

    * Vom Vorbild zum Klimasünder

    (fr/Telepolis)

    Quelle:http://www.heise.de/newsticker/meldung/100344
     

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