Computerspiele: "Jugendschutz endet an der Wohnungstür"

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 31. März 2005 .

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  1. #1 31. März 2005
    Die Altersfreigaben von Computerspielen scheinen kaum Wirkung zu haben. Eine Studie hat ergeben, dass jeder zweite Jugendliche Spiele spielt, für die er zu jung ist. Das Problem der Jugendschützer: Die Eltern helfen nicht mit.

    Ein rotes Warnschild mit der Aufschrift "Keine Jugendfreigabe" kennzeichnet die Verpackung von Computerspielen wie "Half-Life 2". Doch auf den Schulhöfen deutscher Großstädte wird fachkundig über die besten Strategien diskutiert, wie man in diesem "Ego-Shooter" ins nächste Level gelangt. "Es ist kein Problem, an die Spiele zu kommen", sagt der 16-jährige Sebastian, der schon seit drei Jahren Ballerspiele am Computer spielt.

    "Man schickt Verwandte oder Kollegen ins Geschäft, leiht sich das Spiel aus oder versucht selber sein Glück an der Kasse", erklärt Sebastian. "In meinem Fall wissen es meine Eltern, und bei meinen Freunden sind solche Spiele sehr verbreitet. Die Alterseinstufung spielt dabei absolut keine Rolle." Bestätigt wird dies jetzt von einer Untersuchung der Trendforscher des Jugendmarktforschungsinstituts tfactory. Demnach spielen etwa 50 Prozent der 13- bis 14-Jährigen "Counter Strike", das nur für Erwachsene zugelassen ist. Nicht anders sieht es aus mit "Half-Life", "Doom" oder "Return to Castle Wolfenstein", die alle zum Genre der Ego-Shooter zählen.

    Es ist egal, was auf der Packung klebt
    "Half-Life" haben bereits ein Drittel der 11- bis 14-Jährigen gespielt. "Es ist ihnen egal, was für Labels die Erwachsenen auf die Spiele kleben", erklärt Bernhard Heinzlmeier, Geschäftsführer von tfactory. "Dabei ist auch nicht auszuschließen, dass die Aufkleber erst die Aufmerksamkeit auf Spiele ohne Jugendfreigabe lenken." Unter Experten sind die Auswirkungen von Ego-Shootern auf die Handlungen von Kindern und Jugendlichen umstritten. In der öffentlichen Diskussion werden diese Computerspiele regelmäßig für Gewalt und Aggressionen unter Heranwachsenden verantwortlich gemacht. Dabei dürften Elternhaus und soziales Umfeld viel wichtiger für die Entwicklung eines Kindes sein als die Beschäftigung mit einem Computerspiel.

    Mädchen interessieren sich weniger für Ballerspiele
    Weibliche Spieler greifen weit weniger zu gewalttätigen Spielen, aber durch die Diskussion über Counter-Strike nach dem Amoklauf von Erfurt ist der Anteil der Mädchen unter 18 Jahren auf 20 Prozent gestiegen. "Entweder man gehört zu der Terror-Fraktion oder zur Counter-Fraktion", erklärt die Auszubildende Sabine Rösing das Spielprinzip. "Dann sind je nach Gruppenzugehörigkeit zum Beispiel Bomben zu legen oder Geiseln zu nehmen." Sabine tritt vor allem auf LAN-Partys gegen andere Spieler an und meint: "Ich sehe das Problem eher darin, wenn man alleine zuhause vor dem Rechner sitzt und nichts anderes mehr macht. Es ist außerdem ein riesiger Unterschied, ob ich virtuell eine Waffe in die Hand nehme, oder das im realen Leben tue."

    Die Eltern kümmern sich einfach nicht
    Zwei Mal im Jahr führt das Unternehmen tfactory in Deutschland eine Trendforschung unter Jugendlichen durch. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf Computerspielen. Das Unternehmen tfactory hat in sechs deutschen Großstädten Befragungen von Jugendlichen durchgeführt, um Meinungsführer in verschiedenen Altersgruppen zu ermitteln. Anschließend wurden diese 900 Jugendlichen in einem 45-minütigen Interview ausführlich befragt. "Nach meiner Meinung hat der Jugendschutz auf allen Ebenen versagt", sagt tfactory-Geschäftsführer Heinzlmeier. "Das gilt für die Ausgehzeiten, den Alkoholkonsum und natürlich auch für die Computerspiele." Wenn die Behörden glaubten, den Jugendschutz durchsetzen zu können, sei dies eine Fiktion. "In Wirklichkeit kümmern sich vor allem die Eltern nicht darum, was ihre Kinder am Computer spielen." Etwa 80 Prozent der Kinder spielen die verbotenen Spiele auf einem Computer im elterlichen Haushalt. Dabei wenden 50 Prozent der 11- bis 18-Jährigen täglich bis zu zwei Stunden für ihr Hobby auf. Auch bei den Kindern im Alter von elf und zwölf Jahren verbringen 36 Prozent der Kinder über zwei Stunden täglich beim Computerspiel.

    Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) bewertet Spiele mit Blick auf Jugendschutz und Strafrecht. Nach der Prüfung nehmen die Gutachter eine Einstufung nach Altersgruppen vor. "Im letzten Jahr haben wir 19 Mal eine Kennzeichnung abgelehnt und 17 der Spiele sind nicht produziert worden", sagt USK-Geschäftsführer Peter Gerstenberger. "Bei Half Life 2 und Doom sind die Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass es sich um reine Erwachsenenprodukte handelt, die auch keine Jugendfreigabe erhalten haben." Solche Spiele dürfen nur an Erwachsene verkauft werden, und den Händlern droht bei Verstößen eine hohe Geldstrafe. Allerdings spielen die Heranwachsenden nicht nur Ego-Shooter. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen "Die Sims", eine Simulation des alltäglichen Lebens. Auch die Fußballspiele aus der FIFA-Reihe von Electronic Arts werden meist lieber gespielt als die virtuelle Ballerei am PC. "Der Jugendschutz ist etwas für den öffentlichen Raum, und der endet an der Wohnungstür", sagt Gerstenberger.

    quelle: stern.de
     

  2. Anzeige
  3. #2 1. April 2005
    jooo, ist nicht schön, besonders, wenn man nu an ereignisse wie z.b. erfurt zurückdenkt. es sollte einfach mehr kontrolliert werden.
    da muss sich noch viel ändern.

    was denkt ihr darüber ??


    mfG
     
  4. #3 1. April 2005
    hmm wurde doch schon oft gesagt! erfurt hat damit garnix zu tun! das is albern alles auf die spiele zu schieben, die leute die sowas wie in erfurt machen sind vorher schon psychisch angeschlagen, da sind einzig und alleine die eltern schuld die sowas nich bemerken oder der freundeskreis... die spiele geben vllt. letztendlich nur den anstoß was zu machen aber beenden kann man das schon viel früher wenn man sich die psychisch labilen ma zur seite nimmt und denen wieder die realität zeigt.

    und sonst hab ich auch mit 14 schon sone spiele gespielt, daran zu kommen is ja kein ding und wen kümmerts, ich bin nicht amok gelaufen und der größte teil der bevölkerung auch nicht also wieso son heckmeck wenn es nur einer unter einer million verbockt
     
  5. #4 1. April 2005
    Das erstaunt mich wirklich mal, dass so eine große Seite sowas einsieht....

    Aber es stimmt schon, was verboten ist und was nicht, interessiert fast niemanden. Solange die Leute selbst merken, was gut für sie ist und was nicht, ist's ja noch in Ordnung. Aber das ist leider nicht bei allen so :(
     
  6. #5 1. April 2005
    Mit Erfurt, da haben die nur Ausreden dafür gesucht und schwups war es schwieriger für mich an die Sachen dranzukommen, aber net unmöglich :)

    Meine Meinung: Nichts ist unmöglich, TOYOTA :)

    Aber jetzt mal ernsthaft viel gebracht hat das ja net und im Internet kommt man sowieso an alles ran!

    Mfg: =MaXxer15=
     
  7. #6 1. April 2005
    ja stimmt schon erfurt hat da jetzt, nachdem ich mir das noch mal gründlich überlegt habe, wirklich nichts mit zu tun. außerdem war der mann doch schon über 18, also volljährig und der hat also nichts mit dem thema jugendschutzgesetz zu tun.

    mfg
     
  8. #7 1. April 2005
    passt irgendwie zu meinen thread
    China: Mord für ein virtuelles Schwert

    computerspiele können nur personen die eine bestimmte labilität vorweisen.
     
  9. #8 1. April 2005
    Is doch eh schwachsinn. ich find mache altersfreigaben sind übertrieben wie bei far cry.
     
  10. #9 1. April 2005
    Jugendschutz ist was für Weicheier !

    und letztendlich kann ich wenn meine Alten nicht da sind tun und lassen was ich will das hat mir keine sonne Abge:mad:te Prüfstelle oder sowas in der Art vorzuschreiben!!!!!!!!!! X(
     
  11. #10 1. April 2005
    na ja einen gewissen sinn erfüllt der jugendschutz ja schon z.b. dass die jugend nicht zu gewaltsam wird, wenn man hört, dass irgendwelche 14 jährigen so gewaltsam werden und ihre eltern verprügeln, nur, weil sie etwas nicht durften...ist halt nicht so schön, in gewisser weise unterstütze ich den jugendschutz schon. aber allerdings sollte er ein wenig runtergeschraubt werden. die spiele ab 18 sollten alle ab 16 sein....

    mfG
     

  12. Videos zum Thema
Die Seite wird geladen...
Similar Threads - Computerspiele Jugendschutz endet
  1. Antworten:
    9
    Aufrufe:
    483
  2. Antworten:
    5
    Aufrufe:
    1.051
  3. [Video] Tag der Computerspiele

    c 3 , 27. Februar 2011 , im Forum: Humor & Fun
    Antworten:
    5
    Aufrufe:
    868
  4. Antworten:
    23
    Aufrufe:
    1.772
  5. Antworten:
    10
    Aufrufe:
    1.596