Das Rätsel des großen "King Kong" Affen endlich gelöst: Verwendung von Laserstrahlen

Gigantopithecus blacki, auch bekannt als Giganto, herrschte vor über zwei Millionen Jahren über seine Umgebung. Mit einer Größe von 305 cm und einem Gewicht von 330 kg war er der größte Primat, der je auf der Erde gelebt hat. Doch gegen Ende des mittleren Pleistozäns verschwand diese Spezies plötzlich und scheinbar spurlos. Die Wissenschaft stand vor einem Rätsel, das es jahrzehntelang nicht lösen konnte.

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Das Rätsel des großen "King Kong" Affen endlich gelöst: Verwendung von Laserstrahlen

12. Januar 2024 von   Kategorie: Wissenschaft
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Eine Gruppe von Forschern aus Australien, den USA und China hat sich diesem Rätsel angenommen. Mit einer Vielzahl von Analysemethoden, darunter die Verwendung von Lasern zur Datierung von 600.000 Jahre altem Boden, haben sie nun endlich herausgefunden, was zum Aussterben dieser faszinierenden Kreatur geführt hat.

Klimawandel als Ursache für das Aussterben


Die Ursache für das Verschwinden von G. blacki war ein klassisches Beispiel dafür, wie wichtig es für das Überleben einer Spezies ist, sich an eine sich verändernde Umgebung anzupassen. Klimaveränderungen führten zu einer Veränderung der Landschaft, der Jahreszeiten und der Nahrungsverfügbarkeit. Die Affen waren nicht in der Lage, ihre Ernährung und Verhaltensweisen anzupassen, was letztendlich zu ihrem Aussterben zwischen 295.000 und 215.000 Jahren führen sollte.

Bis zum Zeitpunkt ihres Verschwindens waren keine Menschen in der Region, daher stammten alle Erkenntnisse über G. blacki aus fast 2.000 versteinerten Zähnen und vier Kiefern. Ihre Existenz wurde erst 1935 bekannt, als der Anthropologe Gustav von Koenigswald zufällig auf mehrere der riesigen Zähne in einer Drogerie in Hongkong stieß, wo die großen Kuriositäten als "Drachenzahn" verkauft und zur Herstellung von chinesischer Medizin gemahlen wurden.

Durch die Analyse des Zahnemels im Jahr 2019 wurde festgestellt, dass die Spezies, obwohl eng mit Orang-Utans verwandt, vor etwa 10-12 Millionen Jahren einen eigenen evolutionären Weg eingeschlagen hat.

Ein internationales Forschernetzwerk hat über ein Jahrzehnt lang Beweise aus 16 Höhlen in Chongzuo und sechs weiteren im Bubing-Becken in der südchinesischen Provinz Guangxi gesammelt und getestet.

Die genaue Datierung und eine konsistente Umweltanalyse waren für die Forscher von entscheidender Bedeutung. Mit sechs verschiedenen Datierungsmethoden wurden 157 unterschiedliche radiometrische Altersbestimmungen vorgenommen, um stichhaltige Beweise für das Aussterben von G. blacki zu erhalten.

Die Forscher nutzten dabei unter anderem die Lumineszenzanalyse, die Energie von Photonen misst, um das Alter der fossilhaltigen Sedimentminerale zu bestimmen. Die Uran-Serien- und Elektronenspinresonanz-Datierung wurden verwendet, um das Alter der G. blacki-Zahnfossilien zu bestimmen.

Die Analyse von Pollen, die Rekonstruktion der Fauna, die stabile Isotopenanalyse der Zähne und die Mikroanalyse von Höhlensedimenten ermöglichten es den Forschern, ein klares Bild der Umweltbedingungen vor dem und zum Zeitpunkt des Aussterbens zu erhalten.

Die Zähne lieferten faszinierende Einblicke in das Verhalten der Spezies und zeigten eine starke Veränderung ihrer Ernährungsgewohnheiten in Zeiten des Nahrungsmangels.

Der Höhepunkt des Erfolgs der Spezies war eine blühende Waldumgebung, die problemlos die Ernährungsbedürfnisse von G. blacki deckte. Doch um etwa 700.000-600.000 Jahre begann sich der Wald zu lichten und machte stattdessen spärlichen Grasflächen Platz. Für die Affen bedeutete das eine nur sporadische saisonale Versorgung mit ihren Nahrungsgrundlagen.

Die Untersuchung von Spuren auf den Zähnen zeigte, dass die Affen bei Nahrungsmangel auf weniger nahrhaftes Angebot wie Baumrinde angewiesen waren. Dies führte zu einer reduzierten Nahrungsvielfalt und chronischem Stress, da die Tiere jeden Tag ums Überleben kämpfen mussten.

Im Gegensatz dazu konnten ihre engen Verwandten, die Orang-Utans, sich in Größe, Verhalten und Habitatpräferenzen an die sich verändernde Welt anpassen und letztendlich überleben.

Video zu "Warum der größte Affe der Welt verschwand":
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Abschluss und Ausblick


Die Forscher betonen die Bedeutung der genauen Kenntnis der Ursachen für das Verschwinden großer Arten für unser eigenes Überleben. Angesichts der Bedrohung durch ein mögliches sechstes Massenaussterben ist es dringend erforderlich, zu verstehen, warum Arten aussterben. Die Gründe für vergangene ungeklärte Aussterben geben uns einen guten Ausgangspunkt, um die Widerstandsfähigkeit von Primaten und das Schicksal anderer großer Tiere in der Vergangenheit und Zukunft zu verstehen.


Quelle: Zhang, Y., Westaway, K.E., Haberle, S. et al. The demise of the giant ape Gigantopithecus blacki. Nature (2024). https://doi.org/10.1038/s41586-023-06900-0