Das Sabbatjahr - eine Auszeit vom Stress

Artikel von Tommy Weber am 31. August 2021 um 09:15 Uhr im Forum Politik, Umwelt, Gesellschaft - Kategorie: Trend & Lifestyle

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Das Sabbatjahr - eine Auszeit vom Stress

31. August 2021     Kategorie: Trend & Lifestyle
Immer mehr Menschen haben in der heutigen Zeit das Gefühl, dass sich die Welt viel schneller dreht, als es früher der Fall war. Sie sind gestresst, überarbeitet und nicht selten auch überfordert und der reguläre Urlaub reicht irgendwann nicht mehr aus, um sich richtig zu regenerieren. Helfen kann in diesen Fällen ein sogenanntes Sabbatjahr oder Sabbatical. Für die Auszeit vom Stress entscheiden sich nicht nur junge Leute, auch viele ältere Menschen nutzen das Sabbatjahr, um zu reisen, sich weiterzubilden oder ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

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Dieses Sabbatjahr will sehr gut vorbereitet sein und es gibt eine Vielzahl an Modellen, wie eine solche Auszeit aussehen kann.

Was genau ist ein Sabbatjahr?
Wer möchte nicht einmal eine Auszeit nehmen, sich vom stressigen Alltag verabschieden und durch die Welt reisen? Viele Arbeitnehmer erfüllen sich in der heutigen Zeit diesen Traum und planen ein Sabbatjahr. Damit ist eine längere Auszeit vom Beruf oder die Unterbrechung des Studiums gemeint. Der Begriff Sabbatjahr ist streng genommen nicht richtig, denn jeder bestimmt selbst, wie lange die Auszeit tatsächlich dauert. Das Ganze hängt von demjenigen ab, der das Sabbatjahr macht, aber auch vom Arbeitgeber.

Ein Sabbatjahr kann tatsächlich zwölf Monate oder nur wenige Wochen dauern, ist jedoch eine Weltreise geplant, kann es eine Auszeit von drei Jahren bedeuten . Einen gesetzlichen Anspruch für ein Sabbatjahr gibt es nicht, es gibt aber Ausnahmen. Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst können einen Antrag auf ein Sabbatjahr stellen. Wie genau so etwas aussieht, ist jedoch von Bundesland zu Bundesland verschieden. Bei Lehrern, die den Beamtenstatus haben, gibt es das Sabbatjahr mit dem Antrag auf eine Teilzeitbeschäftigung. Dabei wird die reguläre Arbeitszeit um 50 Prozent reduziert, während der Lehrer weiterhin in Vollzeit arbeitet. Auf diese Weise wird eine Art Guthaben angespart, was anschließend als Sabbatjahr genommen werden kann.

Die unterschiedlichen Modelle
Abgesehen von den Beamten haben es die anderen Arbeitgeber mitunter schwer, sich den Traum von einer Auszeit zu erfüllen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Betrieb ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass der Traum von Sabbatjahr in Erfüllung geht.

Wird die Genehmigung aber erteilt, dann gibt es unterschiedliche Modelle für die Auszeit:

Die unbefristete Freistellung
Eine unbefristete Freistellung ist ein Arbeitsverhältnis, das ruht. Das Unternehmen stellt seinen Mitarbeiter für einen vorher vereinbarten Zeitraum frei und zahlt ihm zudem kein Gehalt mehr. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass jeder den Zeitrahmen des Sabbatjahres selbst bestimmen kann, solange der Arbeitgeber damit einverstanden ist. Der Arbeitgeber verliert zwar die Arbeitskraft, aber kein Geld. Der Nachteil dabei ist, dass sich jeder in diesem Sabbatjahr selbst um die Beiträge für die Sozialversicherungen wie die Renten- und die Arbeitslosenversicherung kümmern muss.

Das Sabbatjahr als Sonderurlaub
Wer das Sabbatjahr als Sonderurlaub einreicht, bekommt zwar kein Gehalt, aber der Arbeitnehmer zahlt weiterhin in die Sozialversicherungen ein. Dieser Sonderurlaub darf allerdings nicht länger als einen Monat dauern, wenn eine größere Auszeit benötigt wird, gilt das Arbeitsverhältnis als unterbrochen. Wer das Sabbatjahr dennoch verlängern möchte, sollte diesen Sonderurlaub mit dem Jahresurlaub verbinden.

Auf den Lohn verzichten
Das Sabbatjahr mit Lohnverzicht ist nur für diejenigen gedacht, die viel Geld auf der hohen Kante oder geerbt haben. Das Sabbatical wird durch einen jahrelangen, teilweisen Lohnverzicht finanziert. Wer etwa über einen Zeitraum von fünf Jahren 20 Prozent seines Lohns spart, dem zahlt der Arbeitgeber im sechsten Jahr ein Gehalt aus, um eine Auszeit zu finanzieren, die ein Jahr dauert. Der Vorteil bei diesem Modell ist: Das Angestelltenverhältnis bleibt bestehen und der Arbeitnehmer ist weiterhin versichert.

Überstunden ansparen
Das Sabbatjahr mit angesparten Überstunden zu realisieren, ist ein Modell, was besonders häufig verwendet wird. Der Arbeitnehmer spart über mehrere Jahre hinweg seine Arbeitszeit an, die dann auf einem Arbeitszeitkonto landet. Wenn das Sabbatjahr beginnen soll, wird das Arbeitszeitkonto dafür „geplündert“. Der Vorteil an diesem Modell ist, dass die Bezüge während der Auszeit weiterlaufen und derjenige noch sozialversichert ist. Des Weiteren kann der Arbeitnehmer sich vorab die noch nicht geleisteten Überstunden anrechnen lassen.

In Teilzeit arbeiten
Das Teilzeitmodell ist dem Modell Lohnverzicht sehr ähnlich. Der Arbeitnehmer arbeitet für eine im Vorfeld vereinbarte Zeit in Vollzeit, lässt sich dabei jedoch nur einen Teil des Geldes auszahlen. Der Lohn, den der Arbeitgeber einbehalten hat, wird anschließend für das Sabbatjahr ausgezahlt. Bei diesem Modell muss der Arbeitnehmer mindestens seit einem halben Jahr in einem Unternehmen beschäftigt sein und das Unternehmen muss mindestens 15 Angestellte haben.

So wichtig sind überzeugende Argumente
Um sich den Traum von einem Sabbatjahr erfüllen zu können, muss zunächst einmal der Vorgesetzte von der Idee überzeugt werden. Nicht jeder Chef ist davon begeistert, also müssen die Argumente stimmen. Vielfach ist der Chef einverstanden, wenn das Sabbatjahr für die Weiterbildung genutzt wird. Gute Karten haben alle, die während der Auszeit beispielsweise einen „Master of Business Administration“ oder eine vergleichbare Weiterbildung mit Zertifikat anstreben. Diese Projekte kommen schließlich dem Unternehmen zugute.

Wenn Arbeitgeber Geld sparen können, sind sie sehr schnell mit einem Sabbatjahr einverstanden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um ein unbezahltes oder ein vorab angespartes Sabbatical handelt. Der Chef spart einen Teil des Gehalts und darauf kommt es letztendlich an. Besonders wenn die Zeiten wirtschaftlich nicht rosig sind, kann das Sabbatjahr eine echte Alternative zu einer Entlassung sein.

Auf ein bestimmtes Projekt festlegen
Falls der Chef mit dem Sabbatjahr einverstanden ist und grünes Licht gibt, dann möchte er wahrscheinlich auch wissen, welches Projekt sein Angestellter da in Angriff nimmt. Daher ist es immer besser, sich auf ein ganz bestimmtes Projekt festzulegen und nur darauf zu konzentrieren. Wer keinen Plan hat, wird bald sehr erstaunt feststellen, wie schnell ein solches Sabbatjahr zu Ende gehen kann. Wer möchte, kann zudem eine alternative Lebensweise ausprobieren. Nicht selten ziehen Menschen, die eine Auszeit vom Leben brauchen, für ein Sabbatjahr in ein Kloster.

Andere möchten in dieser Zeit etwas für ihre Mitmenschen tun und engagieren sich ehrenamtlich. Viele junge Mediziner gehen im Sabbatjahr beispielsweise mit der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ ins Ausland, um dort zu helfen. Natürlich kann das Jahr ebenfalls dazu genutzt werden, um ein Buch zu schreiben, eine neue Sprache zu lernen oder auf dem Jakobsweg zu pilgern.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / mobilinchen
 

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