Das Spiel mit Bitcoins – wann platzt die Blase?

Artikel von Fabiane Herbst am 20. Dezember 2017 um 12:55 Uhr im Forum Finanzen & Versicherung - Kategorie: Wirtschaft

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Das Spiel mit Bitcoins – wann platzt die Blase?

20. Dezember 2017     Kategorie: Wirtschaft
Von 10 auf 20.000 Dollar in nur sechs Jahren. Die Geschichte des Bitcoin ist so spektakulär wie die keiner anderen Währung. Besonders interessant wird es aber, wenn man sich ansieht, wann diese Steigerung stattgefunden hat.
Fraglich ist, wo die Reise noch hingeht und ob Privatanleger jetzt noch investieren sollten. Das Risiko bei Bitcoin steigt mit zunehmenden Einsatz von Profis, wie Banken und Finanzfirmen.

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(Es gibt über 1700 verschiedene Cryptowährungen, trend steigend. Wichtig für die Bewertung ist dabei nicht die Marktkapitalisierung sondern das gehandelte Volumen, die Liquidität)


Zu Beginn war der Bitcoin (BTC)in keine andere Währung umtauschbar. In Spezialforen wurde dann ein Wechselkurs von BTC in USD festgelegt. Dieser betrug im Jahr 2011 unter 10 Dollar pro Bitcoin. Die elektronische Währung war zu diesem Zeitpunkt nur einer Hand von Insidern bekannt. Durch mediale Aufmerksamkeit und im Rahmen der Bankenkrise in Zypern wurde der BTC im Jahr 2012 bekannter.

Bis Ende 2013 erreichte ein Bitcoin den Gegenwert von immerhin 1.000 $. Das war eine Steigerung um das 100-fache innerhalb von zwei Jahren. Die nächste magische Marke wurde allerdings erst dreieinhalb Jahre später erreicht. Ende Mai 2017 stand der BTC bei 2.000 $ und hatte damit seinen Wert noch einmal verdoppelt. Dazu trug mit Sicherheit die Entwicklung in Japan bei. Die dortige Zentralbank hat BTC im Frühjahr als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Dadurch stieg die Zahl der Einkaufsmöglichkeiten mit BTC rasant an. Viele Geschäfte und Online-Shops akzeptieren seitdem Bitcoin.

Was mit dem Kurs bis Ende 2017 passieren sollte, hatten aber selbst die optimistischsten Experten nicht vorhergesehen.
Benötigte der Bitcoin für seine erste Wert-Verdoppelung noch 1.268 Tage, waren es für die zweite nur noch 85 Tage. Bereits im August stand der Bitcoin bei 4.000 $. Spätestens zu dieser Zeit konnte man von einem Hype auf Bitcoins sprechen.
Der Hype hätte im August bald sein jähes Ende gefunden, denn die Währung Bitcoin wurde aufgespalten in Bitcoin und Bitcoin Cash (BCC). Was viele Experte als das Ende des BTC vorhergesagt hatten, war am Ende nur ein leichtes Zucken im Kurs der Währung. Der Bitcoin setzte seinen Siegeszug unaufhaltsam fort und stand Anfang November bei 7.000 $.

Mit diesem außergewöhnlichen Anstieg wurde der Hype um den Bitcoin immer weiter geschürt, so dass man um das Thema nicht mehr herum kam. So stieg auch die Zahl der Käufer rapide an, was zu immer höheren Preisen führte.
Mitte Dezember knackte der Bitcoin erstmalig die Marke von 18.000 $ und kürzlich sogar die 20k. Geht der Prozess so weiter, ist das eine Verdreifachung des Wertes innerhalb von zwei Monaten.

Bei solch einer Entwicklung kommt sehr schnell der Begriff der Blase ins Spiel. Eine Blase zeichnet sich dadurch aus, dass sie schnell anschwillt und dann durch einen Auslöser zerplatzt. Meistens passiert das, wenn dem gehandelten Gut kein realer Gegenwert entgegensteht. Wer hier sein Glück versucht, kann also viel verlieren und für Kryptowährungen gibt es kein spielerisches Training wie für Poker.

Der Bitcoin wird deshalb häufig mit der niederländischen Tulpe verglichen, die die erste Blase der Börsengeschichte im Jahr 1637 auslöste. Damals wurde Tulpenzwiebeln teilweise für den Wert eines Hauses getauscht. Irgendwann gab es zu viele Zwiebeln und die Blumen verloren fast über Nacht ihren Wert.Viele Experten sagen dem Bitcoin ein ähnliches Schicksal voraus. ( Bitcoin Crash oder neues Gold? ) Dafür spricht, dass der BTC momentan fast nur noch als Spekulationsobjekt gekauft wird und nicht mehr als Zahlungsmittel, was er früher war. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied zu den Tulpen: Der Bitcoin ist endlich. Es wird maximal 21 Millionen Einheiten geben, dort ist der Topf gedeckelt.

Was den etablierten Cryptowährungen zum Verhängnis werden könnte, wäre eine Kryptowährung, die die großen Banken gemeinsam auf den Markt bringen und nutzen würden. Bis das aber der Fall ist, wird der Wert wohl noch weiter steigen.

Weitere aktuelle Ereignisse, welche den Bitcoin belasten



Coinbase untersucht Insiderhandel
Dazu kommt ein bekannter japanischer Händler, der in den vergangenen 24 Stunden über Twitter mitteilte, er habe Bitcoin verkauft. Schätzungsweise 30 bis 50 Prozent aller Bitcoin-Investoren sind japanische Privatleute. "Weil dieser Händler viele Anhänger hat, könnten seine Tweets einen Einfluss auf japanische Händler haben, was wiederum den Markt bewegt haben könnte", sagte Sakuma.

Zudem musste der überraschend von der Handelsplattform Coinbase bekanntgegebene Handel mit Bitcoin Cash, einer Abspaltung des Bitcoin, schon kurz nach dem Start wieder eingestellt werden. Zuvor hatte der Bitcoin Cash bei Coinbase den Wert auf anderen Handelsplattformen deutlich überstiegen. Coinbase untersucht nun nach eigenen Angaben einen möglichen Insiderhandel. Auslöser des Verdachts ist der kurzfristige Preisanstieg des Bitcoin auf anderen Plattformen, bevor Coinbase den eigenen Handel ankündigte, erläuterte Coinbase-Chef Brian Armstrong in einem Online-Blog.

Teure und langwierige Transaktionen
Wie schon so oft vermerkt, kommt das Bitcoin-Ökosystem dem massiven Anstieg der Bitcoin-Nachfrage kaum nach. Die Folge sind hohe Transaktionsgebühren und lange Transaktions-Wartezeiten. Schließlich kann Bitcoin nur maximal 7 Transaktionen in der Sekunde ausführen (theoretischer Wert), sodass der Mempool, indem sich die Transaktionen zur Bestätigung sammeln, überladen ist. Damit eine Transaktion schnell abgewickelt werden kann, müssen enorme Gebühren vom Nutzer zusätzlich entrichtet werden.

Bitcoin-Futures
Futures sind so genannte Terminkontrakte mit denen auf steigende, aber auch fallende Kurse gewettet werden kann. Diese Finanzproduktklasse wurde kürzlich an der größten Terminbörse in Chicago für Bitcoin eingeführt. Entsprechend konnten nicht nur Long-Positionen, sondern auch Short-Positionen aufgebaut werden, die auf den Bitcoin-Kurs drücken.

Dienstleister-Akzeptanz und technische Alternative
Immer mehr Händler und Wallet-Anbieter akzeptieren die Bitcoin-Forkcoins, allen voran Bitcoin Cash. So hat der weltweit größte Bitcoin-Zahlungsanbieter, Bitpay, bekannt gegeben, auch Bitcoin Cash zu akzeptieren.

Zuletzt dürften es aber auch einfach die Gewinnmitnahme sein, welche zu Kurs-Rücksetzern führt. Dennoch wird der Bicoin aufgrund seiner Nachteile in der Performance irgend wann durch einen Nachfolger abgelöst werden, der Zeitpunkt dafür wird wohl auch damit zusammen hängen, ob ein Großteil der Miner und Netzwerke aus der Community "wechseln" auf einen ggf. neuen Forks. Bisher sind solche Ereignisse eher positiv für die Kursentwicklung, da jeder BTC automatisch auch dazu führt, das man beim Coinsplit selbige anzahl an der neuen Cryptowährung besitzt.
 

Kommentare

#2 22. Dezember 2017
Ein Vorweihnachtlicher "kleiner" Cryptowährungs Crash.... vermutlich ausgelöst durch die Verkäufe einiger Großbesitzer von Bitcoins. Das alle anderen Cryptos auch stark abfallen und sogar noch stärker liegt an folgendem:
Der Bitcoin Kurs ist stark gesunken, und stellt die Leitwährung da. In so einer Situation will man dann trotz allem in den sicheren Hafen kommen und noch gewinne Mitnehmen in dem man seine diversen Cryptos in Bitcoins umwandelt, da diese ja vorher auch kräftig gestiegen waren. Somit kann man im Verhältnis zum BTC ein Plus machen. Es ist also eine Kettenreaktion die ausgelöst wird, wenn der BTC stark fällt.

Auch ein Zeitpunkt um wieder Anteile zu kaufen, daher vermute ich, das in kürze wieder eine Trendwende einsetzt und neue Kursrekorde möglich sind.

Der heutige Tag zeigt auch mal wieder, wie hochspekulativ und instabil die Kurse sind.
Milliarden USD an Marktkapitalisierung bzw Vermögen verpuffen innerhalb von wenigen Stunden. Noch hat das keine Auswirkungen auf die Realwirtschaft, weil der Realhandel in diesen Währungen sehr gering ist im Verhältnis zu ihrer Kapitalisierung - daher auch eine hochspekulative Blase - diese kann nur langfristig entschärft werden wenn der Handel deutlich günstiger und schneller wird mit echten Waren und Dienstleistungen.

Lemminge kaufen bei steigenden Kursen, Hedgefonds und andere Haie schlagen bei fallenden Kursen zu, denn sie haben keine Angst und wollen die ersten sein beim großen fressen von Anteilen. Vor allem jetzt, wo es einfacher wird dort zu Investieren durch die BTC-Zertifikate und -Optionen am Realgeldmarkt.