Der Mond - mehr als nur ein Erdtrabant

Artikel von Tommy Weber am 11. August 2021 um 15:05 Uhr im Forum Wissenschaft & Forschung - Kategorie: Wissenschaft

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Der Mond - mehr als nur ein Erdtrabant

11. August 2021     Kategorie: Wissenschaft
„Der Mond ist aufgegangen“, schrieb Matthias Claudius und auch Johann Wolfgang von Goethe verfasste 1788 ein Gedicht über den Mond, der mit seinem stillen Nebelglanz wieder Busch und Tal erfüllt. Es gibt unzählige Gedichte, Balladen, Lieder, Gemälde und Bücher über den Erdtrabanten. Für Neil Armstrong war es ein „kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit“, als am 20. Juli 1969 als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte.


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Seit es Menschen gibt, sind sie vom Mond fasziniert. Sie betrachten ihn durch Fernrohre, sie versuchen, ihn immer wieder wissenschaftlich zu erforschen und fühlen sich gleichermaßen spirituell von dem Erdtrabanten angezogen. Wie ist der Mond überhaupt entstanden und was sind die vier Mondphasen? Wie kann der Mensch die Kraft des Mondes für sich nutzen und warum bringt er Menschen so aus der Fassung, dass sie sogar „mondsüchtig“ werden?


Was ist eigentlich ein Trabant?
Die Erde hat, anders als der Saturn, nicht sagenhafte 82 Monde, sondern nur einen Einzigen. Aus astrologischer Sicht ist der Mond ein Trabant, also ein Objekt, was einen anderen Himmelskörper, in diesem Fall die Erde, ständig umkreist. Das Erstaunliche zwischen Erde und Mond ist aber, dass die Entfernung zwischen ihnen nicht immer gleich ist. Im Verlauf eines einzigen Jahres kann die Entfernung zwischen 360.000 und 405.000 Kilometer schwanken. Der Mond umkreist die Erde, während sich beide, Erde und Mond, um die Sonne bewegen. Das Wort Umkreisen ist hier eigentlich nicht richtig, denn die Umlaufbahn des Mondes hat eine ovale Form. In ihrem Umlauf bewegen sich die Erde und ihr Trabant immer um einen gemeinsamen Schwerpunkt.

Die Masse der Erde ist der des Mondes um einiges überlegen und so weicht dieser Schwerpunkt einige Tausend Kilometer vom Mittelpunkt der Erde ab. Zusätzlich wird das Ganze noch durch die Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond beeinflusst. Hier ähnelt die Umlaufbahn des Mondes dann der einer Ellipse.


Die Erde ist alt, der Mond ist älter
Der Mond entstand vor rund 4,5 Milliarden Jahren, also zu einem Zeitpunkt, als die Erde noch eine glühende Kugel war. Ein Sonnensystem, wie es heute bekannt ist, existierte noch nicht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses frühe Sonnensystem lediglich eine Scheibe aus Staub war. Es gab eine unendlich große Anzahl an unterschiedlich großen Gesteinsbrocken und noch mehr Staubpartikel, welche die noch sehr junge Sonne umkreisten. Aus diesen Gesteinsformationen und Gasen formte sich schließlich im Verlauf von Jahrmillionen ein blauer Planet: die Erde. Diese blaue Kugel musste immer wieder mit Einschlägen und mit Kollisionen rechnen, die letztendlich dafür sorgten, dass die Erde ihre heutige Form bekam.

Aus einem dieser vielen Einschläge entstand der Mond. Es gab einen gewaltigen Aufprall und durch diese Wucht wurden einige Gesteinsbrocken wieder zurück ins All befördert. Einer davon wurde zum Mond, der durch die Anziehungskraft der Erde bis zum heutigen Tag in ihrer Umlaufbahn kreist.


Wann geht der Mond auf und wann wieder unter?
Dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen wieder untergeht, ist bekannt. Das Gleiche gilt für den Mond, aber anzunehmen, dass dies zwangsläufig stets zur gleichen Tages- und Nachtzeit geschieht, ist ein Irrtum. Hin und wieder lässt sich der Mond auch am Tag sehen, ein Phänomen, was mit der Umdrehung der Erde zu tun hat. Unser blauer Planet dreht sich innerhalb von 24 Stunden einmal um sich selbst. Dabei ist immer eine Seite der Erde der Sonne zugewandt, so ergeben sich Tag und Nacht. Der Mond verhält sich ganz ähnlich wie die Erde. Durch die Umdrehung der Erde ist der Mond ebenso wie die Sonne, nur für einige Stunden am Tag sichtbar.

Gleichzeitig dreht sich der Mond in einem Monat einmal um die Erde. Die Hälfte dieses Monats verbringt der Erdtrabant dabei auf der sonnenabgewandten Seite oder der Nachtseite, die andere Hälfte wandert dabei auf die Tagseite. Zu welcher Tageszeit der Mond sichtbar wird, ist also immer davon anhängig, auf welcher Position seiner Laufbahn er gerade zu finden ist.


Was sind Neulicht und Altlicht?
Der Mond wandert unermüdlich auf seiner Umlaufbahn rund um die Erde und kommt dabei nie zum Stillstand. Daraus ergibt sich ein ständiger Wechsel zwischen Vollmond und Neumond. Beides passiert in einem Bruchteil des Mondmonats. Der Mond zeigt sich nur sehr kurz in seiner ganzen Pracht, bevor er wieder zu einer schmalen Sichel wird, die nach Neumond mit dem bloßen Auge erst Stunden später zu sehen ist. Wer allerdings durch ein Teleskop schaut, kann die Sichel schon nach wenigen Minuten erkennen. Der Mond zeigt dabei zum ersten Mal nach dem Neumond wieder Licht, was die Astronomen logischerweise als Neulicht bezeichnen. Das letzte Licht, was vor dem Neumond noch einmal sichtbar ist, wird Altlicht genannt.

Der Mond und die Menschen
Viele Menschen leben bewusst oder unbewusst am Mond vorbei. Dabei bietet sein heller Schein in der Nacht eine wunderbare Hilfe bei der Orientierung. Bereits die alten Ägypter verehrten den Mond und sahen in ihm einen göttlichen Begleiter. Heute wissen wir, dass der Mond einen sehr starken Einfluss auf die Gezeiten, also auf Ebbe und Flut hat. Der Mensch besteht zu gut 70 Prozent aus Wasser und da liegt es nahe, dass er ebenfalls von der Kraft des Erdtrabanten beeinflusst wird. So etwas ist aber kein Grund, um Angst zu haben, denn es ist durchaus möglich, den Mondzyklus für sich zu nutzen. Die Haare sollen beispielsweise schneller und kräftiger wachsen, wenn sie zu einer bestimmten Mondphase geschnitten werden. Bauern, die an die Kraft des Mondes glauben, richten sogar ihre Aussaat und die Ernte nach der jeweiligen Mondphase.


Was ist ein Mondkalender?
Seit Jahrhunderten nutzen Menschen überall auf der Welt einen Mondkalender. Im Unterschied zum heutigen Kalender, der sich am Lauf der Sonne orientiert, hat der Mondkalender nur 354 Tage, was daran liegt, dass ein Mondzyklus nur 29,5 Tage dauert. In diesem Zeitraum durchläuft der Mond einmal alle Phasen und durchquert dabei auch die zwölf Tierkreiszeichen. Er verbringt dabei zweieinhalb Tage in einem Zeichen. In einem Mondkalender lässt sich immer exakt ablesen, in welcher Phase der Mond ist, und in welchem Sternzeichen er steht. Durchläuft der Mond gerade ein bestimmtes Zeichen, dann bedeutet es besonders viel Energie für alle, die in diesem Sternzeichen geboren wurden.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / Patryk_Kosmider
 

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