Deutscher Spieler-Verband greift Prof. Pfeiffer an

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von zwa3hnn, 17. November 2006 .

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  1. #1 17. November 2006
    Kriminologe unter Beschuss des Deutschen eSport-Bundes
    Der durch seine häufigen Fernsehauftritte als Experte für Kriminologie und die Auswirkungen von Medienkonsum bekannt gewordene Wissenschaftler Prof. Dr. Christian Pfeiffer wird von der Vereinigung deutscher Computerspieler scharf kritisiert. Der "Deutsche eSport-Bund" fordert Pfeiffer zu einem "sachlichen und konstruktiven Dialog" auf.


    Pfeiffer, der das von einem gemeinnützigen Verein getragene "Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen" (KFN) leitet, ist unter den wettbewerbsorientierten Computerspielern einer der umstrittensten Fernsehexperten. Immer wieder stellte Pfeiffer in Sendungen wie "Frontal 21" die Behauptung auf, Computerspiele mit Gewaltinhalten würden auch das Ausüben von realer Gewalt fördern und Hemmschwellen senken. Zuletzt machte Pfeiffer von sich reden, als er dem Spiegel sagte: "Ein Übermaß an Medienkonsum macht dick, dumm, krank und traurig."

    Der Deutsche e-Sport Bund (ESB) macht nun gegen Pfeiffer mobil. In einer Stellungnahme zum Thema Jugendschutz fasst der ESB die Thesen des Wissenschaftlers wie folgt zusammen: "Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Vorstand des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen e.V. (KFN), bringt das Ergebnis der letzten Studie des KFN auf folgende monokausale These: Wenn Kinder am Computer zu lange spielen, werden ihre Schulnoten schlechter. Damit wird jeder Mutter und jedem Vater klar: Wenn ich die Konsole oder den Computer wegschließe, werden die Schulleistungen meiner Kinder besser!"

    Dies, so der ESB, könne aber kaum der richtige Schluss sein. Mit seinen Aussagen, so der Verband, scheint es Pfeiffer "in seinem Bestreben eher darum zu gehen, Forschungsgelder für sein Institut zu bekommen als Lösungsansätze für Maßnahmen für die Stärkung der Medienkompetenz von Eltern und Pädagogen zu erstellen. Durch seine früheren Tätigkeiten bestehende Verbindungen in Politik und Wirtschaft kann er dafür nutzen.".

    Laut Meinung des ESB, der unter anderem das Handbuch "Medienwelten" des bayerischen Ministeriums für Unterricht und Kultus zitiert, liegt bei der Beurteilung von Computerspielen schlicht ein Generationskonflikt vor: Eltern verstehen die Spiele nicht und verurteilen sie pauschal. Pfeiffer, so der Verband, leiste dabei immer wieder Argumentationshilfe. Äußerst ironisch meint der ESB: " Wenn in fünf Jahren die wissenschaftliche Frage ansteht, warum bestimmte Ameisenstämme aggressiver als andere Stämme sind, wird auch das KFN um Forschungsgelder bemüht sein. Das Ergebnis dieser Studie kennen wir bereits jetzt schon: Sie haben Mikrokonsolen und spielen Gewaltspiele!"


    quelle: Golem.de
     

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