Deutschland sucht Hanf-Experten für staatlichen Anbau

Artikel von Jonas Hubertus am 10. Juni 2017 um 13:09 Uhr im Forum Gesundheit & Körperpflege - Kategorie: Wirtschaft

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Deutschland sucht Hanf-Experten für staatlichen Anbau

10. Juni 2017   Jonas Hubertus   Kategorie: Wirtschaft
Seit dem 10. März 2017 wurde die Arzneimittel-Verordnung zu Gunsten von Patienten gelockert, welche nun Hanfprodukte ohne Sondererlaubnis verschrieben bekommen können. Deutschland sucht jetzt Experten im Hanf-Anbau um die Versorgung ohne Import zu decken - ein lukratives Geschäft für Hanfbauern.

Während die meisten Krankenkassen noch nicht begeistert sind, da sie die Therapiekosten übernehmen müssen - könnten sie langfristig damit Teurere Schmerzmittel einsparen, auch Apotheken und Pharmaindustrie nicht begeistert. Nicht nur Rheuma-Patienten und Krebspatienten können auf eine Linderung ihrer Schmerzen hoffen die Zahl der Einsatzmögichkeiten von medizinischem Hanf wird sich noch ausdehnen. Auch für Cannabis-Unternehmen aus der Privatwirtschaft eröffnen sich neue Wachstumsmöglichkeiten.

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Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde bislang Cannabis vor allem aus den Niederlanden und Kanada importiert. Doch Deutschland will den Eigenbedarf selbst decken können. Aus diesem Grund wurde Anfang März eine staatliche Cannabis-Agentur gegründet, welche die Versorgung von Patienten mit hochwertigem medizinischem Cannabis sicherstellen soll.

EU weit werden Hanf-Experten gesucht
Die Cannabis-Agentur wolle EU-weit Aufträge ausschreiben. Diese richten sich an Unternehmen. die sich um die Hanf-Plantagen in Deutschland kümmern sollen. Die Agentur erwirbt dann die Ernte und verkauft diese an die Apotheken, Händler und Hersteller von Arzneimitteln. Frühstens 2019 ist mit der ersten heimischen Ernte zu rechnen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands, Georg Wurth, ist überzeugt, dass es durch die Veränderung einen „massiven Anstieg“ der Therapie-Zahlen geben wird. Tausende Menschen können von den neuen Therapiemöglichkeiten profitieren und vor allem ist es auch ein lukratives Geschäft für Firmen.

Nicht alle Unternehmen wollen auf den Zug aufspringen
„Wir haben uns entschieden, uns nicht auf die Ausschreibung zum Anbau von Medizinal-Cannabis in Deutschland zu bewerben“, erklärte Marla Luther, Deutschlandchefin des kanadischen Hanfherstellers Tilray
Grund ist, das sich der weitere Anbau von Flächen in Deutschland nicht lohne, da die Kapazität in Kanda locker ausreichen würde um alle Länder zu versorgen. „Wir wollen unseren in Kanada angebauten Cannabis weiterhin nach Deutschland importieren.“

Allerdings hätte ein solches Unternehmen nachteile, da bislang kein Freihandelsabkommen beschlossen wurde. Und damit letztendlich der Preis auch eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Auch der Naturarzneihersteller Bionorica verzichtet auf die Bewerbung. Bionorica ist Hersteller des Cannabis-Medikament Dronabinol und investiert viel Geld in den Produktionsprozess, die Ausweitung auf den Anbau und Vertrieb der Hanfblüten liegt aber nicht im Interesse und das Unternehmen sieht in einer Diversifizierung keine Vorteile - zumal es genug Konkurrenz gibt. Zudem sehen sie in der Cannabisblüte als direktes Verkaufsprodukt einen erheblichen Nachteil: „Die Dosierung für den Patienten ist nicht reproduzierbar und für den Arzt nicht steuerbar". Das Unternehmen bezieht seine Ware aus Österreich.
 

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