Doppeltes Risiko für Herzinsuffizienz durch erhöhten Salz Konsum

Artikel von Fabiane Herbst am 31. August 2017 um 16:12 Uhr im Forum Wissenschaft & Forschung - Kategorie: Wissenschaft

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Doppeltes Risiko für Herzinsuffizienz durch erhöhten Salz Konsum

31. August 2017   Fabiane Herbst   Kategorie: Wissenschaft
Salz ist ein lebenswichtiger Nährstoff und wichtigstes Würzmittel. Doch zu viel des Guten, wie nun erneut eine Langzeitstudie aufzeigt, kann dem Körper schaden. Ein hoher Salzkonsum verursacht nicht nur hohen Blutdruck sondern erhöht demnach das Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz unabhängig vom Blutdruck um das doppelte.

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Die Lust auf Salz hat einen physiologischen Hintergrund, es ist lebenswichtig: In gelöster Form bildet Natriumchlorid positiv geladene Ionen, die eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt, das Nervensystem, die Verdauung und den Knochenaufbau des Menschen spielen. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa drei Gramm täglich (je nach Körpergewicht oder Wasserkonsum bei Hitze und Sport etwas mehr). Doch die meisten Menschen sind deutlich überversorgt, auch wenn wir bewusst nicht viel Salz verwenden so enthalten die immer häufiger konsumierten Fertiglebensmittel sehr viel Salz um den Geschmack zu stabilisieren. Das hoher Salzkonsum ungesund ist, war allerdings schon lange bekannt, besonders der Negativeffekt auf den Blutdruck.

Auf der Suche nach dem Zusammenhang von Salz und Herzkrankheiten


"Zu hohe Salzaufnahme ist eine der Hauptursachen für hohen Blutdruck und ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung von koronaren Herzkrankheiten und Schlaganfall", sagt die Forscherin Pekka Jousilahti vom National Institute for Health and Welfare in Helsinki.
Bisher war aber die Rolle von hohem Salzkonsum auf die Entwicklung einer speziellen Problematik unklar: Herzinsuffizienz. Es kommt dabei zu einer verminderten Pumpleistung des Herzens, die lebensgefährliche Ausmaße erreichen kann. Es handelt sich bei der Herzinsuffizienz um eine der wichtigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in Europa und weltweit Millionen von Menschen betrifft.

Jousilahti und ihre Kollegen haben sich nun der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Salzaufnahme und der Entwicklung von Herzinsuffizienz einmal gezielt gewidmet. Sie werteten dazu Informationen von 4630 finnischen Männer und Frauen aus, die zu Beginn der zwölf Jahre umfassenden Studienlaufzeit im Alter zwischen 25 bis 64 Jahren gewesen waren. Die Datenerfassung umfasste neben einem Fragebogen zum Gesundheitsverhalten, Körperdaten und Blutdruck, eine venöse Blutprobe für Laboranalysen und die Sammlung von Urinproben im Rahmen von 24 Stunden. Sie diente der objektiven Abschätzung des Salzkonsums der Studienteilnehmer. Anhand von Informationen aus dem finnischen Gesundheitssystem über die medizinische Versorgung der Probanden konnten die Forscher anschließend die Fälle von Herzerkrankungen in den zwölf Jahren erfassen.

Doppelt erhöhtes Risiko für Herzschwäche


Bei 121 Teilnehmern der Studie hatte sich im Verlauf dieser Zeitspanne eine Herzinsuffizienz herausgebildet. Im Bezug zum Salzkonsum zeichnete sich dabei ab: Menschen, die mehr als 13,7 Gramm Salz täglich verbraucht haben (Was teilweise mit einer Pizza erreicht wird), besaßen ein zweimal höheres Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz als Probanden, die weniger als 6,8 Gramm konsumierten. Das erhöhte Herzinsuffizienzrisikos war unabhängig vom Blutdruck, betonen die Wissenschaftler.

"Die optimale tägliche Salzaufnahme ist wohl allerdings noch niedriger als 6 Gramm, betont Jousilahti. "Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal fünf Gramm pro Tag". Um diese Ergebnisse noch zu verfeinern, müssen weitere Europaweite und größere Studien angelegt werden. Schon länger steht die Salzmenge in Fertigprodukten in der Kritik, so fordern Verbraucherschützer deutlichere Kennzeichnung auf den Verpackungen und eine einheitliche farbliche Hervorhebung wenn besonders viel Fett, Zucker oder Salz enthalten ist, das nicht direkt erkennbar ist und in der üblichen Verzehrmenge leicht überschritten werden kann.
Der durchschnittliche Salzkonsum liegt in Deutschland laut Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bei 8,4 Gramm (Frauen) und 10 Gramm (Männer).
 

Kommentare

#2 6. September 2017
Eigentlich muss man gar nicht mehr sein Essen salzen, weil man schon auf natürlichem Wege genug Salz zu sich nimmt... aber es schmeckt halt besser mit Salz :) z.B. Pommes