Dr. Google, bitte in die Notaufnahme

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von Melcos, 20. November 2006 .

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  1. #1 20. November 2006
    Dr. Google, bitte in die Notaufnahme

    Googles Allmacht wächst und wächst. Kurz nachdem der Konzern, früher bekannt als Suchmaschine, beim diesjährigen Übersetzungs-Wettbewerb des amerikanischen National Institute of Standard and Technology abgeräumt hatte, machte die Meldung die Runde, dass Google Ärzte bei der Diagnose unterstützen kann. Immerhin steht das im British Medical Journal.

    Wir sagen nur: n=26.

    Der australische Rheumatologe Hangwi Tang vom Princess Alexandra Hospital in Brisbane und seine Kollegin Jennifer Hwee Kwoon Ng ordneten 26 Fallbeispielen aus dem Fachmagazin New England Journal of Medicine (Jahrgang 2005) jeweils drei bis fünf Suchwörter zu und starteten damit die Suchmaschinen-Abfrage. Und siehe: Gott Google fand in 15 von 26 Fällen die richtige Diagnose, laut Autoren eine Trefferquote von "58 Prozent" (sic!). Gerade in schwierigen Fällen könne es hilfreich sein, "eine Diagnose zu googeln", schreiben die Mediziner, die laut der Süddeutschen Zeitung durch eigene Erfahrungen zu dieser "Studie" getrieben wurden.

    Gesetzt, die schwache Statistik ließe sich irgendwie stärken: Sagt das etwas über Googles Leistungsfähigkeit? Oder über die Ausbildung unserer Ärzte? Also wir vertrauen bis auf weiteres unserem Hausarzt, auch wenn der bis vor kurzem unsere Krankenblätter noch per Schreibmaschine betippte.

    Auf Google verlassen wir uns lieber in anderen Dingen. Wie war das noch mit dem Übersetzungswettbewerb? Ach ja: Das große G hat einen Übersetzungswettbewerb gewonnen, ohne mühsam Grammatik und Wortschatz des Idioms zu studieren, sondern ausschließlich durch lernen aus bekannten Übersetzungen. Indem sie bekannte Übersetzungen mit den Mustern der Originaltexte verglich, lernte die Maschine mit jedem Text hinzu und entwickelte ein Übersetzungsmodell, das mögliche Entsprechungen enthält und weiß, wie häufig unterschiedliche Varianten genutzt werden. Danach ließ die Software noch eine Art Sprachfilter über den übersetzen Kauderwelsch laufen, um sprachliche Unreinheiten zu glätten. Googles Stärke dabei sind die gigantischen Datenbanken, die zahllose Texte in mehreren Sprachen beherbergen – viele Daten helfen dem Computer die Sprach-Beziehung exakt zu erfassen.

    Beim jährlichen Wettstreit des National Institute of Standard and Technology müssen die Programme sogar Arabisch und Chinesisch ins Englische übersetzen. Und chinesiche Medizin ist ja wieder schwer angesagt. Ob das bedeutet, dass wir bald mit einer deutschen Suchanfrage auch chinesische Therapieanleitungen finden?

    Quelle: Technology Review Blog
     

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  3. #2 20. November 2006
    AW: Dr. Google, bitte in die Notaufnahme

    is doch praktisch,in zukunft geben wir nur unsere beschwerden ein,suchen uns die legitimste diagnose raus,googeln uns n rezept und sparen uns die 10€!:p nee mal im ernst,halte das für ziemlich bedenklich,wenn das allgemeine praxis wird,dass die ärzte nur noch bei google sind,dann würde es noch mehr bergab mit unserem Gesundheitssystem(vor allem nach dieser "Gesundheitsdeform")gehen.als es ohnehin schon geht.
     

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