Dürre: Milliarden Steuergeld für Massentierhaltung?

Artikel von Fabiane Herbst am 8. August 2018 um 12:19 Uhr im Forum Politik, Umwelt, Gesellschaft - Kategorie: Wirtschaft

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Dürre: Milliarden Steuergeld für Massentierhaltung?

8. August 2018   Fabiane Herbst   Kategorie: Wirtschaft
Der Bauernverband schätzt Dürre-Schäden auf über eine Milliarde und fordert Unterstützung vom Bund. Umweltministerin Schulze fordert ein Umdenken zu nachhaltiger Landwirtschaft. Der Bauernverband ist bekannt für seine starke Lobbyarbeit um Massentierhaltung zu schützen sowie Skandale klein zu reden. Dabei häufen sich die Probleme mit zunehmender Umweltzerstörung wie Feinstaub, Artensterben und Nitrat im Grundwasser. Ein Umdenken in der Landwirtschaft ist nicht in Sicht.

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Bei dem Satz Ernteausfälle und Dürre denkt der eine oder andere vielleicht könnte das Essen knapp werden, keine Sorge. Die Überproduktion ist so stark, das selbst massive Ernteausfälle keinerlei Einfluss auf unsere verfügbaren Lebensmittel haben. Allenfalls wird dann etwas weniger weggeworfen oder weniger Exportiert.

Da ohnehin nicht mal ein Drittel der Anbaufälche für Lebensmittel verwendet werden, geht es bei der Dürre vor allem um Tierfutter und Energiepflanzen wie Mais welche für die Massentierhaltung als Futter dienen. Die Großen Futterimporteure haben das schon lange kommen sehen und schon vor Wochen extrem viel Soja aus USA und Südamerika bestellt um genügend Futter vorrätig zu haben. Kein Tier wird verhungern, es sind massige Lager randvoll.

Zudem kaufen die Fleischproduzenten ohnehin so oder so dieses Kraftfutter zu, immer mehr jedes Jahr. Was auch zu immer mehr Gülle und Nitratbelastung im Grundwasser führt. Auf natürlichem Weg würde nie so viel Gülle entstehen, weil die Grünflächen zu klein sind im Verhältnis zur Tierhaltung.

Die Landwirtschaft leckt sich die Finger nach Zuschüssen und Subventionen. Denn das ohnehin zugekaufte Soja kostet kaum mehr als das eigene Silofutter, so gibt es auch rentable Betriebe die völlig ohne eigene Futterproduktion existieren. Es ist also eine reine Ausrede und ein günstiger Zeitpunkt hier wieder laut zu schreien.

Milliarden Steuergelder für Soja und Mais um die Massentierhaltung und Umweltzerstörende Praxis der Landwirte zu fördern? Das ist eine Schweinerei und wie so oft blendet der Bauernverband über Details hinweg und bettelt Medial um Hilfe.

Eigentlich sollten die Umweltsünder eher dafür bezahlen das sie die Umwelt zerstören. Zudem ist schon lange bekannt das unser Klima/Wetter immer extremer wird und die letzten 10 Jahre jagt ein Rekord den nächsten, mit Hitze und Dürre. Wer sich also nicht drauf einstellt der sollte auch kein Steuergeld für seine Faulheit bekommen, oder einfach weniger Tiere halten.

Die Dürre betrifft zudem ganz Europa. Die Ernten sind also überall schlechter. Müssen wird jetzt Hungern? Nein, durch die großzügige Überproduktion passiert nichts, nur der Preis für Mehl bzw Getreide wird wohl etwas ansteigen. Also macht euch gefasst wenn das Kilo Mehl statt 39 cent plötzlich 49 cent kostet!! 1Kg Brot war ohnehin schon teurer als 1Kg Fleisch, logisch kann das nicht sein, denn damit das Tier dieses Gewicht an Fleisch zulegt müsste es 40Kg Brot essen. Daran erkennt man wie absurd das ganze ist.


EU spart Subventionen an falscher Stelle, weiter profitiert die Umweltzerstörung:
 

Kommentare

#2 8. August 2018
Vorab: Völlig unabhängig von deinem lachhaften moralischen Zeigefinger und den damit verbundenen Unwahrheiten:
Dürre ist ein geschäftliches Risiko für Landwirte das man mittels einer adäquaten Versicherung absichern kann. Das macht man im Obstanbau auch, eine Hagel-Versicherung ist Standard. Es ist nicht die Aufgabe der Gesellschaft geschäftliche Risiken abzusichern. Wer damit nicht zurecht kommt geht eben Pleite. Der Lufthansa schenkt auch keiner Milliarden wenn der Ölpreis steigt.


Die meisten Skandale gab es bisher im Bio-Anbau. Dioxin, EHEC, Salmonellen,.... liegt daran dass hier die meisten Amateure am Werk sind.

Was für eine Überproduktion haben wir? Und wo?

Was hat das mit dem Thema zu tun? Wenn es kein Tierfutter mehr zu kaufen gäbe könnten auch Milliarden nicht helfen. Es gäbe schlichtweg keines mehr.

Das tut doch jeder. Mit Milliarden subventionieren wir gerade den Asyl-Tourismus und das nicht Arbeiten obwohl heute jeder Gehirnamputierte einen Job findet.

Am massivsten wird in der Landwirtschaft der Bio-Anbau subventioniert, mit in der konventionellen Landwirtschaft völlig unvorstellbaren Summen.

Selbstverständlich. Arbeitsteilung ist die Grundlage unserer Wirtschaft. Nur beim Bio-Anbau geht man den gegenteiligen Weg um die naiven Bambi-Vorstellungen der linksgrünen von Landwirtschaft zu befriedigen.

1/3 des Maisanbaus geht in die von den Grünen eingeführten und subventionierten Biogas Anlagen.
Eine moralische Bewertung was genau mit dem Lebensmittel gemacht wird ist bei einer Dürre-Hilfe ohnehin nicht geboten. Entweder man will betroffenen helfen oder eben nicht. Ich habe klar für "Nein" plädiert. Aber bitte für alle. Richtig asozial wäre ein "wir halfen aber bitte nur Bio-Betrieben die jetzt schon überall und mit allem bevorzugt werden".

Die Ernteausfälle in Europa sind im vergleich zur produzierten Menge nicht wirklich relevant. Das ist der Grund.
 
#3 9. August 2018
Jein für Europa: Desinformation zum Klimawandel: Das Geschäft mit der Katastrophe - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft
(aber anderes Thema)

Zur Not wird anderen Ländern der Teller leer gekauft.

Das hab ich auch manchmal gesagt aber das stimmt nicht. Geh zu Aldi und schau was da nen Kilo Brot und nen Kilo Fleisch kostet. Selbst Pansen ist noch teurer als Brot.
Natürlich gibt es "teureres" Brot, das musste dann aber auch mit teurem Fleisch vergleichen.


Die Dürreprämie liegt bei knapp 10% + darauf 19% Versicherungssteuer. Kein Wunder, dass die keiner abschließt - ist schließlich nicht die einzige :D
Bin mal gespannt was so die die Bauern Lobbyisten raushauen am Ende, bisher ist die Klöckner relativ verhalten diesbezüglich.