Ein Mensch ist fünf Millionen Franken wert

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von z3Ro-sHu, 2. Juni 2006 .

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  1. #1 2. Juni 2006
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    Ein Untersuchungsrichter soll nach dem Felssturz am Gotthard analysieren, ob alle notwendigen Schutzmassnahmen getroffen wurden. Dabei rechnet er mit statistischen Wahrscheinlichkeiten. Welches Restrisiko muss man am Gotthard in Kauf nehmen? Und wie viel ist ein Menschenleben wert?

    Als am Mittwoch ein 125-Tonnen-Brocken auf die Autobahn A2 fiel, traf er zwei deutsche Reisende in einem Auto. Mit einem Schutzwall hätte das Unglück am Gotthard vermieden werden können. Doch mehr Sicherheit kostet auch mehr Geld. Ein Untersuchungsrichter prüft nun, ob ein Strafverfahren eingeleitet werden muss.

    Um herauszufinden, ob angemessene Sicherheitsmassnahmen installiert wurden, braucht man Vergleichszahlen und muss festlegen, welches Restrisiko hingenommen werden muss. Der Kanton Bern legte im letzten Sommer ein Strategiepapier fest, welches diese Zahlen konkret benennt, wie der «Tages-Anzeiger» in seiner heutigen Ausgabe schreibt.

    In dem Papier geht man von einer durchschnittlichen Todeswahrscheinlichkeit eines jungen Menschen von 1/10000 aus. Fährt dieser junge Mensch täglich auf einer steinschlaggefährdeten Strasse entlang, wird in Kauf genommen, dass er möglicherweise von einem Stein erschlagen wird. Der junge Mensch kann 100 000 Jahre auf der Strasse fahren, bevor er statistisch gesehen von einem Stein erschlagen worden ist.

    Ausgehend von diesen Zahlen wird auch berechnet, wie viel die Verhinderung eines tödlichen Unfalls ausgegeben wird – oder umgekehrt: wie viel ein Menschenleben wert ist. Die Berner halten fest: «Wenn eine Massnahme zur Vermeidung eines Todesfalls weniger kostet als 5 (evtl. 10) Millionen Franken, wird sie als „sehr wirksam“ bezeichnet und sollte ausgeführt werden.»

    Beim Bundesamt für Umweltschutz arbeitet man auch mit solchen Statistiken. Dort rechnet man für ein Menschenleben zwischen zwei und zwanzig Millionen Franken, wie der «Tages-Anzeiger» recherchierte.
     

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