Ende einer Ära: Stoiber tritt ab

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von Z0mbiE, 28. September 2007 .

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  1. #1 28. September 2007
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    Wenn sich heute in München rund 1100 Delegierte zum CSU-Parteitag versammeln, ist die Bezeichnung "historisches Treffen" wohl angemessen. Denn die Christsozialen kommen zusammen, um mit Edmund Stoiber einen ihrer erfolgreichsten Vorsitzenden und Ministerpräsidenten zu verabschieden – dabei ist es ein von den eigenen Gefolgsleuten erzwungener Abschied.

    Zugleich wird es erstmals seit 1955 wieder eine Kampfkandidatur um die CSU-Spitze geben. Antreten werden Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, Bundesverbraucherminister Horst Seehofer und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Als Nachfolger von Stoiber als Regierungschef wird der bayerische Innenminister Günther Beckstein nominiert werden.
    Parteitag soll Ruhe in die CSU bringen

    Mit dem Parteitag soll eine turbulente Zeit für die bayerischen Konservativen enden. Im Januar gipfelte die CSU-Führungskrise in der Ankündigung Stoibers, zurückzutreten. Die beiden innerparteilichen Konkurrenten Beckstein und Huber hatten Stoiber zur Aufgabe seiner Ämter gedrängt.

    Der Verlust von „Bodenhaftung“, mangelnder Kontakt zur Basis, ja Arroganz wurde ihm vorgeworfen. Mit Gabriele Pauli - immerhin Mitglied im CSU-Vorstand - hatten die Proteste einen medienwirksamen Verstärker gefunden. Stoiber gestürzt hat sie allerdings nicht.
    Absage an Berlin war Beginn der CSU-Krise


    Die wahre Ursache für Stoibers erzwungenes Ende liegt weiter zurück. Die Entscheidung des Bayern im Oktober 2005, nicht als Superminister für Wirtschaft und Technologie ins Kabinett von Angela Merkel einzutreten, war der Anfang vom Ende des CSU-Chefs. Stoiber kehrte nach München zurück, als dort seine Kabinettsmitglieder Beckstein und Huber gerade die Endrunde im Kampf um seine Nachfolge einläuteten.

    Beide mussten zurück ins Glied, betrieben den Machtwechsel aber weiter. Stoibers Absage an Merkel werteten Bürger und Politiker aller Couleur als Hinwerfen. Das Argument, mit dem Abgang Franz Münteferings als SPD-Chef habe ihm ein "Eckpfeiler" im schwarz-roten Bündnis gefehlt, zog nicht. Den bundespolitischen Gewichtsverlust der CSU durch diesen politischen Fehler verzieh ihm die Partei nicht.

    Dabei hat Stoiber Erfolge vorzuweisen, wie kaum ein anderer Ministerpräsident. Finanzpolitischer Musterschüler ist seit Jahren der Freistaat. Bayern hat einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt, während fast der gesamte Rest der Republik auch in den kommenden Jahren weiter Schulden anhäuft.

    Die vergangene Landtagswahl brachte der CSU unter Stoiber über 60 Prozent der Stimmen und eine Zweidrittelmehrheit der Mandate – das ist einmalig. SPD und Grüne im Lande sind nur Sparring-Partner, die FDP ist praktisch nicht vorhanden. Zudem ist die Partei fest verankert und vernetzt auf kommunaler und auf regionaler Ebene – vom Sportverein bis in die Wirtschaft und Verbände. CSU und Bayern sind ein Synonym - die Partei hat allen Grund, Stoiber zu danken.
    Wie behauptet sich die CSU im Bund?

    Die Nachfolger Stoibers haben also ein leichtes Erbe - und zugleich ein schweres. Die Ämter von Parteichef und Ministerpräsident liegen künftig nicht mehr in einer Hand. Wie wird sich eine CSU im Bund behaupten, die mit zwei Stimmen spricht – der eines bayerischen Ministerpräsidenten und der eines Parteichefs?

    Wer Anfang Oktober in der Staatskanzlei den Eid leistet, ist gewiss: Die Wahl von Günther Beckstein als bayerischer Ministerpräsident ist beschlossene Sache. Auch beim CSU-Vorsitz sind sich die Beobachter inzwischen sicher: Erwin Huber wird das Rennen machen. Horst Seehofer gilt zwar in manchen Kreisen als das soziale Gewissen der Partei und pflegt dieses Image auch. Die Affäre um Geliebte mit Kind hat ihn allerdings massiv beschädigt.

    Die monatelange hinausgezögerte Entscheidung zwischen alter und neuer Familie hat ihn Sympathien auch der Wohlmeinenden unter den CSU-Mitgliedern gekostet. Und Seehofer selbst erklärte jüngst: "Viele Mandatsträger haben eine feste Meinung. Die spricht nicht für mich." Auf dem Parteitag gibt es viele Mandatsträger.

    Keine Chance hat Gabriele Pauli. Spätestens mit dem Vorschlag, Eheschließungen auf sieben Jahre zu begrenzen, hat sie sich ins Abseits katapultiert. Schließlich gibt sich die CSU in München auch noch ein neues Grundsatzprogramm. In dem werden familiäre und christliche Werte einmal mehr hochgehalten: "Das 'C' ist uns Orientierung und Verpflichtung" heißt es in dem Programm, das als Leitbild die "solidarische Leistungsgesellschaft" propagiert.

    Dennoch wird die Wahl am Samstag mit Spannung erwartet. Schließlich soll Seehofer, auch wenn er verliert, als wichtigster CSU-Minister in Berlin, nicht beschädigt werden. Seehofer, der sich vorsorglich bereits als "teamfähig" präsentiert, will gegebenenfalls auch als Vize-Chef kandidieren. Das Wahlergebnis wird zeigen, wie groß sein Rückhalt in der Partei noch ist. Am Freitag wird die Partei Stoiber allerdings erst ein mal einen großen Abschied bereiten - an seinem 66. Geburtstag. Als Gast wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet, die eine Geburtstags-Laudatio auf den Noch-Vorsitzenden der Schwesterpartei halten will.

    (Quelle: Aktuelle Nachrichten - Inland Ausland Wirtschaft Kultur Sport - ARD Tagesschau | tagesschau.de)
     

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  3. #2 28. September 2007
    AW: Ende einer Ära: Stoiber tritt ab

    wirklich schade...
    Nicht aus politischer Sicht, sondern weil er einfach lustig war... Ich meine so viele rhetorische Scharmützel wie unser verehrter Herr Stoiber brachte wohl keiner zu Stande.
    Wenigstens bekommt er ja vielleicht noch seinen Transrapid ^^
     
  4. #3 1. Oktober 2007
  5. #4 2. Oktober 2007
    AW: Ende einer Ära: Stoiber tritt ab

    nene, das es mal soweit kommen tut.

    naja, manche müssen von der macht mit gewalt getrennt werden ^^

    nur echt beschämend, dass viele in seiner partei gegen ihn waren aber nich das maul aufbekommen haben. da muß erst ne kamerageile kleinpolitikerin kommen...pff wasn armutszeugnis für die CSU.

    aber durch stoiber is bayern ja das wohl erfolgreichste der bundesländer geworden,...okok und durch die milliarden an subvention aus bund und EU. :D

    werd ihn vermissen..aber vielleicht isser nächstes jahr wieder beim nockherberg mit dabei :D

    ahoi, kleiner aktenfresser ;)
     
  6. #5 2. Oktober 2007
  7. #6 2. Oktober 2007
    AW: Ende einer Ära: Stoiber tritt ab

    Ich fand ihn echt sympatisch. Klar hatte ne Menge versprecher aber trotzdem ich fand er hat sein Zueg echt gut gemacht und so einen Abschied bekommt nicht jeder!!
    Schröder z.B. der ist ja mehr oder weniger einfach von der Bildfläche verschwunden und vergast seit dem die Welt mit russ. Gas!!!

    MfG
     
  8. #7 2. Oktober 2007
    AW: Ende einer Ära: Stoiber tritt ab

    siehe Kalender, danke^^
     

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