Endlich Nichtraucher und der schwere Weg dorthin

Artikel von Tommy Weber am 22. August 2021 um 13:03 Uhr im Forum Gesundheit & Körperpflege - Kategorie: Ratgeber & Wissen

Endlich Nichtraucher und der schwere Weg dorthin

22. August 2021     Kategorie: Ratgeber & Wissen
Weg von den Zigaretten, nicht mehr den Drang verspüren, eine Kippe anzuzünden, nur um sich dabei selbst Vorwürfe zu machen. Rauchen ist ungesund, es ist teuer und es bringt im Grunde nichts. Jeder Raucher würde sich diesen Argumenten wahrscheinlich sofort anschließen und dabei die nächste Zigarette anzünden. Wie beim Abnehmen ist das Ganze ein Prozess, der im Kopf beginnt. Schwierig ist der Anfang, aber es gibt tatsächlich mehr als nur einen Weg, wie es gelingen kann, der Zigarette Adieu zu sagen.

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Wer nicht mehr rauchen möchte, muss dafür nicht sein ganzes Leben umstellen, aber einige Dinge im Alltag neu überdenken. Rauchen findet schließlich im Alltag statt und ist nicht nur ein sonntägliches Vergnügen. Viele rauchen aus Langeweile, andere hingegen, wenn sie unter Stress kommen. Wieder andere sehen es als eine Art liebe Gewohnheit an, nach dem Essen oder während eines Telefonats zu qualmen. Alle diese Situationen müssen neu bewertet werden, um von der Zigarette loszukommen.

Viele triftige Gründe sprechen dagegen
Wer nicht mehr rauchen will, wird eine Menge Gründe finden, um aufzuhören:
  • Nicht mehr rauchen macht fitter und zugleich leistungsfähiger. Die Zeiten, in denen auf jedem Treppenabsatz eine Pause gemacht werden musste, sind dann endgültig vorbei.
  • Wer aufhört, zu qualmen, senkt das Risiko, Krebs oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen. Selbst harmlose Erkältungen treten bei Nichtrauchern deutlich seltener auf als bei Rauchern.
  • Alle Nichtraucher können sowohl besser riechen als auch schmecken.
  • Die Wohnung sowie die Kleidung stinken nicht mehr nach altem abgestandenen Tabakgeruch.
  • Nichtraucher sparen sehr viel Geld, was für schönere und vor allem für gesündere Dinge, wie etwa einen schönen Urlaub ausgeben werden kann.
  • Wer nicht mehr raucht, sieht besser aus. Die Haut ist glatter und frischer, die Fingernägel werden kräftiger und die unschönen Verfärbungen an den Fingern verschwinden.
  • Besonders von Bedeutung ist jedoch ein Grund, nicht mehr zu rauchen: Wer raucht, verkürzt statistisch gesehen sein Leben, und zwar deutlich. Mit dem Qualmen aufzuhören, heißt zugleich, mehr Lebenszeit zu bekommen.

Langsam reduzieren oder sofort und komplett aufhören?
Wie bei jeder Sucht, so stellt sich auch bei der Rauchentwöhnung die Frage: Sofort aufhören oder sich besser schrittweise das Rauchen abgewöhnen? Die Mehrzahl der Raucher findet einen sofortigen Stopp als zu brutal und ist der Meinung, dass ein langsames Reduzieren es leichter macht, von der Sucht loszukommen. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn wer versucht, weniger zu rauchen, ist innerhalb von sehr kurzer Zeit wieder auf dem gewohnten Level, nur mit anderen Ausreden. Den meisten Rauchern fällt es sehr schwer, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen.

Viele schwören auf die sogenannte Schlusspunktmethode. Dabei wird ein bestimmter Tag X festgelegt, an dem mit dem Rauchen Schluss ist. Allerdings lässt die Mehrzahl der Raucher, die sich von ihrem Laster befreien wollen, den Tag X verstreichen und legt immer neue Schlusspunkte fest. Letztendlich wird, wie gewohnt, weiter gequalmt.

Die Beschwerden verschwinden
Sich das Rauchen abzugewöhnen, erfordert viel Willenskraft, denn in den ersten Tagen wird das Verlangen nach den gewohnten Zigaretten besonders groß sein. Entzugserscheinungen können, müssen aber nicht auftreten. Jeder Raucher reagiert anders auf den Rauchstopp, die einen können nicht mehr richtig schlafen, andere werden nervös oder beginnen zu zittern. Diese Beschwerden gehen vorbei und es ist in dieser Situation hilfreich, sich abzulenken. Viele wissen nicht, wohin mit ihren Händen, die es ja gewohnt sind, eine Zigarette zu halten. Hier kann es helfen, einen kleinen Ball in die Hand zu nehmen und ihn zu drücken.

Ein Spaziergang lenkt ebenfalls ab und die frische Luft vertreibt die Gedanken an die nächste Zigarette. Schon nach wenigen Tagen stellen Nichtraucher fest, dass sie die Luft und die Natur intensiver riechen und wahrnehmen können. Helfen kann es außerdem, sich mit Bekannten oder Freunden zu verabreden, die nicht rauchen. Bei einem geselligen Zusammensein fällt es nicht mehr so schwer, auf die Zigarette zu verzichten.

Nehmen Nichtraucher automatisch zu?
Die größte Sorge vieler Raucher ist, dass ihr Gewicht in die Höhe schnellt, wenn sie auf ihr Laster verzichten. Allerdings könnte es auch eine der vielen Ausreden sein, um nicht mit dem Rauchen aufhören zu müssen. Menschen sind Gewohnheitstiere und die Zigarette hat im Gehirn den Belohnungseffekt ausgelöst. Wenn dieser wegfällt, möchte der Körper, der es nicht anders gewohnt ist, eine neue Belohnung haben. Bei vielen, die sich das Rauchen abgewöhnen wollen, ist es das Essen. Ein gesteigerter Appetit ist tatsächlich eine der „Nebenwirkungen“, wenn nicht mehr geraucht wird.

Dieses Problem lässt sich jedoch steuern, und zwar durch eine gesunde und stets ausgewogene Ernährung. Eine komplette Umstellung der Ernährung muss es nicht gleich sein, aber Chips und Schokolade als Ersatz für die Zigarette ist keine so gute Idee.

Vorsicht beim Alkohol
Wer sich das Rauchen abgewöhnen möchte, sollte vor allem in der ersten Zeit des Entzugs vollständig auf Alkohol verzichten. Dieser setzt selbst in kleinen Mengen die Hemmungen und, was noch schlimmer ist, die Selbstkontrolle außer Kraft. Dazu kommt, dass Rauchen und Trinken sehr eng zusammengehören. Sie sind die beiden zweifelhaften Pfeiler der Geselligkeit und der Gemütlichkeit. Gesellig zu sein, hat aber weder etwas mit dem Rauchen noch mit dem Trinken von Alkohol zu tun. Fakt ist: Entweder sind Menschen gesellig oder sie sind es nicht. Um nicht wieder zur Zigarette zu greifen, ist es besser, zumindest in der schwierigen Anfangszeit die Finger vom Alkohol zu lassen.

Ein Rückfall ist kein Weltuntergang
Verläuft beim Projekt „Nie mehr Rauchen“ mal etwas nicht so nach Plan, dann ist es kein Weltuntergang und auch keine Katastrophe. Vor allem ist es kein Grund, den Plan, nicht mehr zu rauchen, einfach aufzugeben. Besser ist es, die Situation ehrlich zu analysieren. Wie ist es zu dem Rückfall gekommen? Welche Faktoren haben wieder für den Griff zur Zigarette geführt? Wer ehrlich zu sich selbst ist, wird versuchen, in einer ähnlichen Situation nicht wieder in Versuchung zu kommen.

Helfen kann es zudem, sich selbst zu belohnen. Für jeden Tag ohne Zigarette wandert etwa Geld ins Sparschwein und wenn es voll ist, kann sich der Ex-Raucher vielleicht einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Bei den meisten Rauchern hängt der Griff zur Zigarette mit bestimmten Ritualen zusammen. Wer Nichtraucher werden möchte, sollte sich neue Rituale einfallen lassen, damit die Lust auf eine Zigarette erst gar nicht aufkommt.

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Bildquelle: © Depositphotos.com / voronaman
 

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