Energie aus Zuckerrohr?

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von suryoyo, 2. Februar 2009 .

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  1. #1 2. Februar 2009
    Hi Leute, undzwar muss ich eine Presentation über die frage halten:
    Soll man Zuckerrohr in einem Schwellenland anbauen, um daraus Bioethanol zu produzieren?

    Die eigentliche Frage ist, ob man es vertreten kann, dass menschen in brasilien verhungern, trotzdem aber anbaufläche dazu genutzt wird, um sprit herzustellen.

    Habt ihr nützliche links zu dieser frage?
    was ist eure meinung?
     

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  3. #2 2. Februar 2009
    im letzten spiegel war ein riesiger artikel darüber, hier hast du den Artikel von Spiegel Online darüber

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,602457,00.html

    Ansonsten ist Google dein Freund. Ich denke niemand betet dir hier pro/contra Argumente vor ausserdem bist du hier im falschen Unterforum ausserdem sind glaub ich nur Links und Hilfestellungen erlaubt und man soll nicht nach der ganzen Präsentation fragen.

    hier der Ausschnitt aus den Rules:

    Aber ich denke der Spiegelartikel ist eine gute Ergänzung :)


    hier noch mehr Links:

    http://de.wikinews.org/wiki/Zuckerrohr_f%C3%BCr_Bioethanol_bedr%C3%A4ngt_Kleinbauern_und_Regenwald_in_Brasilien

    Südamerikablog.de (par Statistiken und politische Informationen)

    http://www.biokraftstoff-portal.de/nds-hb/index.php?tpl=kr&bkr=1&kr=4 (bisschen was allgemeines zu Bioethanol - Herstellung etc.)
     
  4. #3 2. Februar 2009
    erstmal danke für den link.
    Pro contra habe ich schon :)
    ich wollte aber mal eure meinung darüber hören und habe gehofft auf ein paar interessante und hilfreiche links zu treffen.
     
  5. #4 2. Februar 2009
    Naja, die Frage ist nunmal ob es sich lohnt in Brasilien Zuckerrohr anzubauen. Um genug Ackerfläche zu haben werden Teile des Regenwalds zerstört um Ackerfläche zu schaffen. Dadurch entstehen Treibhausgase und es hat alles andere aus positive Auswirkungen auf das Ökosystem in Brasilien.
    Soviel mal zu den Auswirkungen auf die Ökologie.

    Zur Ökonomie:

    Die ARbeitsbedingungen sind miserabel es werden immer mehr Arbeiter auf den Feldern benötigt, diese leben unter katastrophalen Lebensbedingungen und müssen von einem Hungerlohn leben. Teilweise wurden die Arbeiter von ihren alten Farmen vertrieben, der Zuckerrohrbaron hat nun das Land von ihm und seine Arbeitskraft, die Arbeiterschutzgesetze werden einfach missachtet.
    Die Arbeiter verdienen rund 150 Euro im Monat und das auch nur während der Erntezeit. Das Problem ist die Monokultur, dadurch werden andere Anbauarten vertrieben und es gibt für die Plantagenarbeiter gar keine Alternativen mehr als auf Zuckerrohrplantagen zu arbeiten, das Problem ist, dass die Regierung zusieht und nichts dagegen unternimmt.
     
  6. #5 2. Februar 2009
    Wie soll die Regierung etwas dagegen unternehmen. Die ist beschäftigt damit, Brasilien zu Entwickeln. Und da Brasilien einer der wenigen Großexporteure von Bioethanol weltweit ist, ist das ein (mal mehr mal weniger) blühendes GEschäft, dass ihnen außerdem eine gewisse unabhängigkeit von Öl und den Ölexporteuren verschafft. Je besser die BEdingung, desto teurer das Endprodukt. Und genau das will Brasilien bzw die welt in der phase des bioethanols nicht.
     
  7. #6 2. Februar 2009
    Probleme die ich sehe sind, dass der Umweltvorteil von Bio-Ethanol noch nicht 100%bestätigt ist und Methonal, auch in Hinblick auf die Brennstoffzellentechnologie, ein wesentlich größeres Potential bietet.
    Deswegen werden Länder, die jetzt total auf Ethanol-Produktion setzen vielleicht in einigen Jahren über dem Abgrund hängen.

    Anderer Kritikpunkt ist, dass alle Bauern eines Landes auf Ethanolrohstoffanbau setzen werden, weil es wesentlich lukrativer ist.
    Dies führt dann zu dem Problem, dass Länder, deren Bevölkerung ohnehin schon Hunger leidet, keine Möglichkeit mehr haben, ihren Bedarf an Grundnahrungsmitteln zu decken.
     
  8. #7 3. Februar 2009
    zuckerrohr in monokultur und laugt die böden aus, sorgt für versteppung. die herstellung von treibstoff (ethanol) daraus ist uneffektiv.

    die bewirtschaftungs bedingungen bei zurckerohr sind absolut menschen unwürdig, darum sollte man auch KEINEN rohrzucker kaufen, sondern auf den rübenzucker zurückgreifen.

    es besteht kein umweltvorteil, mindestens genauso viele nachteile wie öl verbrennen.
     
  9. #8 3. Februar 2009
    Weiter werden Lebensmittel (Weizen o.ä.) dadurch teurer da man die Flächen statt dessen für Bioethanol verwendet.
    Ist immer sehr schön für arme Länder/Menschen wenn die Lebensmittel noch teurer werden...
     
  10. #9 3. Februar 2009
    ich hatte vor dieses thema in meine promotion zur nutzung von pflanzlichen stoffen und lebensmitteln zur energiegewinnung einfließen zu lassen, weswegen ich generell sehr interessiert bin
    und nachdem ich mich längere zeit damit auseinandergesetzt habe muss ich selbstverständlich zustimmen, dass "bio"ethanol vollkommen unwirtschaftlich ist, da aus chemischer betrachtung die erde mit ihrer atmosphäre ein geschlossenes system ist. sprich man kann energie nicht aus dem nichts gewinnen. und die energiegewinnung von ethanol ähnlich wie von pentan/octan besteht in erster linie aus der vollkommen oxidierung des enthaltenen kohlenstoffes.
    und sprich das zb 10 liter "bio"ethanol natürlich nur (keine ahnung wie die genauen werte sind) 1/10 der emissionen von benzin bewirkt, allerdings braucht man dafür auch größere mengen.
    überdies ist die produktion des stoffes so energieaufwändig, dass er gegenüber herkömmlichen erdölbasierenden treibstoffen nicht konkurrenzfähig ist, was zum einen die produktionskosten als auch die emissionswerte angeht

    ich sags ja ... solarkollektoren in den wüsten aufstellen und dann vor ort elektrolyse von salzwasser durchführen ... so kann man die gewonnene energie in form von H2 speichern und vergeudet so keine süßwasservorräte
    und da die sonne näherungsweise ein unerschöpflicher kostenfreier energielieferant ist würde nach den produktionskosten/emissionen der solarkollektoren und den transportkosten nachhaltig keine weiteren schwerwiegenden emissionen entstehen und zudem würden die fossilen vorkommen der erde geschont bleiben

    mfg
     
  11. #10 3. Februar 2009

    Ich ergänze mal: Die Böden in den Regenwaldgebieten sind schon ausgelaugt, die Ökologiesysteme leben quasi von dem, was abfällt jedes Jahr. Das resultiert aus dem Alter der Böden und der fehlenden Eiszeitperiode dort. Insofern ist ein Aufforsten nur schlecht möglich, Ernten können höchstens zweimal eingefahren werden, dann ist der Boder völlig erschöpft.
     

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