Energie-Krieg im Nahosten

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von raid-rush, 22. Januar 2018 .

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  1. #26 19. Juli 2018
    China verteidigt sehr Aggressiv ihre Ansprüche in den chinesischen Meeren. Ob sie bei einem Präventivschlag Tatenlos zuschauen würden?

    Was für Deals meinst Du?

    Du sagst es selber, die Kosten der Kanalnutzung bzw. der Terminals ist teuer. Eine Ware per Schiff zu transportieren ist durch die Überkapazitäten sehr billig geworden. Hat schon seine Gründe warum die ein oder andere Norddeutsche Bank diese Investments mit Milliardenverlusten abschreiben musste (aber das ist ein anderes Thema).

    Jein. Bin selber kein Freund der Aussage von hängt ab, die Kosten der Rohölförderung sind von vielen intransparenten Variablen abhängig. Bei Edelmetallen wie Gold/Silber veröffentlichen die Minenbetreiber ihre Förderkosten pro Unze. Bei Rohöl ist mir das nicht bekannt.


    Unterm Strich verbrauchen die aber durch Ineffizienz³ soviel davon, dass es sich zu der EU nicht viel nimmt.

    Soweit ich weiß, ist das Wasser aus Entsalzungsanlagen selbst bei extrem hohen Kapitaleinsatz nicht Trinkwasser geeignet, sondern nur zum Duschen und Bewässern von Pflanzen. Kann das aber nicht ratifizieren.
     

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  3. #27 23. Juli 2018
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2018
    USA ist der größte Kunde und es gibt schon lange Deals um Saudiarabien zu stärken da deren Ölförderung und Lieferrouten lebenswichtig sind für die USA. Gedacht war, das die USA trotz steigender Ölpreise kein weiter steigendes Außenhandelsdefizit erleiden, daher würde ein Teil der Gewinne aus Öl (von Saudiarabien) nach USA zurück laufen über Dividenden. Zudem wollte sich Saudiarabien damit finanzieren wenn die Ölpreise langfristig niedrig bleiben. Möglicherweise ist ein nahender Konflikt im Nahosten und damit verbundene Ölpreissteigerungen sowie die Isolierung des Iran genug Preisstabilität für die kommenden Jahre, so dass Saudiarabien weniger Interesse daran hat Anteile einer extrem Gewinnbringenden Industrie zu verhökern. Die Bewertung war auch unterirdisch, man kalkulierte für den IPO einen Barrel-Preis von unter 12 USD also etwa die Förderkosten.

    Ja die Arbeitskraft kosten sind wohl doch schon auch ein Teil, vor allem für Westliche Konzerne, die generell viel höhere Produktionskosten haben. Für Rohöl gibt es auch Kalkulationen die sind aber extrem unterschiedlich, so braucht die USA etwa 30-70 USD um rentabel zu Pumpen während die Arabischen Länder teilweise unter 8 USD rentabel produzieren können, auch Russland kann ab ca 10 USD rentabel Fördern.

    USA, Israel und Saudiarabien wollen den Regimechange im Iran erreichen. Dafür würden selbst Feinde wie Israel und Saudis zusammenarbeiten. Langfristig geht es dabei um die Kontrolle der Ölmärkte im Nahosten und um ggf. gesicherte Pipeline-Projekte durch das Grenzgebieten von Israel und Syrien (Golanhöhen, welche durch den Iran verteidigt werden)

    Warum ist die (Reaktivierung/Neuausbau der) Pipeline wichtig? Weil die Nachfrage in den USA stark ansteigen wird wenn die Frackingleistung in 10 Jahren nachlässt und die Schiffroute durch den Kanal ein Nadelöhr ist dessen Kapazität jetzt schon am Limit ist trotz der gigantischen Ausbauarbeiten und zweispurige Fahrrinne. Dazu kommt der extrem hohe Preis des Transports, sowie steigende Preise bei nachlassender US-Förderleistung.
     
  4. #28 24. Juli 2018
    Du sagst es doch selber: Die USA (oder Allgemein der Westen) sind an relativ niedrigen Ölpreisen interessiert, während Ölförderländer logischerweise das Gegenteil anstreben. So sind selbst langfristig gesehen eine Destabilisierung der Region und höhere Ölpreise nicht im Sinne des Westens.

    Ich behaupte mal Fachkräfte verdienen im nahen Osten weit viel mehr als im Westen; schau Dir mal die Pilotengehälter in den Regionen an.

    Eben, nur Kalkulationen/Schätzungen. Denke für unter 15 USD schafft es nicht selbst die Arabische Halbinsel nicht.
    Aber wir sind uns wohl einig, dass die Ausgegeben "Rentabel-Kosten" der OPEC eher in die Märchenwelt gehören ^^

    Eine Pipeline durch die Golanhöhen macht Null Sinn. Entweder ne Pipeline mit Saudischen Erzeugnissen südlich von Israel oder ne Pipeline aus Nordirak (Ölvorkommen weitestgehend im Norden) über Nordsyrien (Ölvorkommen ebenfalls weitestgehend im Norden) ans Mittelmeer.

    Um Transportkosten zu senken werden Gas/Öltanker immer größer, diese passen inzwischen nicht mehr durch den Kanal.
    Der Trend geht dazu Terminals an beiden Enden eines Kanals zu Bauen und Gas/Öl per Pipeline durchzupumpen. Fahren weniger Öltanker durch den Kanal, können mehr Containerschiffe diesen benutzten.

    Neben religiösen Gründen (Schiiten/Sunniten) ist meiner Meinung nach die Straße von Hormus der entscheidene Grund. Warum eine Pipeline bauen zum Mittelmeer, wenn man bequem sein Öl an Milliardenmärkte wie China/Indien sowie an die West-USA liefern kann mit bestehenden Flotten? Spätestens mit diesen Überlegungen (Kra-Kanal – Wikipedia) wäre der östliche Weg der bessere für Saudi Arabien.
     
  5. #29 30. Juli 2018
    Es besteht schon eine alte marode Pipeline, die Trasse könnte genutzt werden (ist günstiger als alles neu zu graben). Der Hauptgrund dieser Route ist auch, dass es ein "neutraler" Korridor ist, Saudiarabien will und wollte nie das die Pipeline durch Israel oder Syrien läuft oder unter Kontrolle eines "feindlichen" Staates liegt.

    Saudiarabien weiß das sie ihre Förderung nur erhöhen können mit der Pipeline, weil die Transportrouten per Schiff das Problem sind und auch die Kosten enorm hochtreiben. Der Westen ist interessiert an günstigem Öl und einer sicheren Versorgung bei steigender Nachfrage.

    Nun ist man so weit, das sogar eigentlich "Feinde" wie Israel und Saudis zusammenarbeiten, Möglicherweise will man die alte Trasse nutzen dafür müssen aber Iranische Streitkräfte aus dem Gebiet wo die alte Pipelinetrasse liegt vertrieben werden. Quasi ein Stück von Syrien muss eingenommen und gesichert werden, wobei seit 1967 das Gebiet mehr oder weniger unter israelischer Kontrolle ist obwohl es international anerkannt ein Teil Syriens ist.

    Aber wie du sagst auch die Pipeline aus Nordirak ist interessant zuweilen es parallel auch immer um Gaspipelines geht, wo man wieder beim Intressenkonflikt mit Russland ist, welche natürlich das Gasnetz nach Europa dominieren wollen und damit Preiskonkurrenz vermieden wird. Transporte per Schiff wie jetzt Trump mit Junker ausgehandelt hat, sind nie Konkurrenzfähig mit Pipelines... daher ist es nötig hier Subventionieren einzuführen bzw Zölle komplett abzuschaffen.

    Es geht letztendlich immer um den Geopolitischen Vorteil wer die Kontrolle über die Energielieferungen hat, wer damit einfacher Preise beeinflussen kann und wer so auch Einfluss und Macht gegenüber den Abnehmern ausbaut.

    Russland hat garantiert kein Interesse das so eine Pipeline gebaut und betrieben wird, und somit werden diese wohl auch verhindern wollen das die bestehende Trasse auf syrischem Gebiet durch Israel eingenommen wird.

    Für Asien sicher interessant, der Weg an die Westküste USA ist aber erheblich weiter und teurer. Und die Straße von Hormus muss immer passiert werden, diese ist zur Hälfte unter Iran Kontrolle... wenn die geschlossen würde, wäre dort ein ordentlicher Stau und die Nachfrage an Öl könnte nicht mehr gedeckt werden.

    Weil Trump mit Putin keinen Erfolg bezüglich Iran erreichen konnte muss er sich jetzt irgend wie anders arrangieren, den leider gibt Putin kein OK für den Regimechange im Iran. Der Iran könnte also eine Ölkrise auslösen und die USA müsste militärisch eingreifen, was zu einer Konfrontation mit Russland führen würde.

    Daher wird die USA bzw Trump jetzt wohl andere Ideen versuchen müssen...
     
  6. #30 1. August 2018
    Aber sie wollen eine durch den Iran - alles klar :)

    Israel und Saudi Arabien waren immer nur auf dem Papier für die verblödete Saudi Bevölkerung (die dümmsten Menschen der Welt) Feinde. Real immer Verbündete.

    Mal angenommen der Iran macht die Straße von Hormus dicht. Das wäre das Ende sämtlicher militärischer Fähigkeiten des Iran und das Ende des Regimes. Militärisch wären die in wenigen Tagen in der Steinzeit. Warum sollten sie also sowas tun? Zumal dies den US Ölkonsum kaum berührt. Nur noch 20% müssen importiert werden
    Importabhängigkeit der USA von Erdöl mit und ohne Ethanolproduktion bis 2017 | Statistik
    zum Großteil aus Kanada und Venezuela.

    Wen interessieren also die Kuh:love:rländer?

    Und warum sollte der Iran das tun? Lust an der Selbstvernichtung? Und wie könnte der abge:mad:te dritte Welt Alkistaat Russland hier eingreifen mit seiner zerlumpten Armee und seinem Dampf-Seelenverkäufern zur See aus den 40ern?
     
  7. #31 3. August 2018
    Schon wenige Prozent Ausfall sind mittelfristig übel... nicht nur weil die Preise explosionsartig ansteigen würden sondern auch weil die Reserven nur für wenige Monate ausreichen. Zwar hat man vorsorglich einige Supertanker im Backup aber größere Flottenausfälle durch Kämpfe könnten schon zu einer neuen Finanz-Wirtschaftskrise führen aufgrund explodierender Ölpreise infolge auch mit einem Börsencrash.

    Sicherlich würde der Iran nicht lange Widerstand leisten... aber die USA dürfte überhaupt nicht eingreifen, denn das Hoheitsgebiet gehört dem Iran und er kann die Route schließen ebenso wie Ägypten den Kanal zu machen könnte... nur macht das keiner, weil alle wissen das die USA bzw der Westen davon abhängig sind und es ist logisch das dann keine "Rechte" gelten außer die, dass die Dominanz erhalten bleiben muss und das mit allen mitteln.

    Die verwundbare stelle jeder Nation bleibt weiterhin das Öl, und diese Achillesverse wird mit allen Mitteln verteidigt. Vor allem die Dominanz der USA hängt vom Öl ab. Das ganze System ist auf Öl ausgelegt, ohne Öl wären nur noch halb so viele Jobs weltweit da. Alle hängen an der Ölwirtschaft fest und jede Nation versucht die Verbrennungsmotoren so lange wie möglich zu halten. Kein wunder also, warum viele Konzerne noch massiv in diese Technik investieren werden, das Ölzeitalter wird noch 30-50 Jahre mindestens bestehen und die Abhängigkeit nimmt weiter jedes Jahr zu, trotz der erneuerbaren Energie hat sich daran null geändert.

    Kanada kann wegen der enormen Umweltverschmutzung der aufwendigen Ölsand Verarbeitung gar nicht genug Auffangbecken für das Gift bauen um die Nachfrage zu decken, das heißt Kanada kann seine Kapazität nur minimal ausbauen.
    In Venezuela ist unbekannt wie das Förderpotential wirklich ist... offensichtlich ist die Förderung dort doch nicht so einfach, außerdem will die USA wenn möglich gar nicht von dort kaufen weil sie das Regime dort ja eigentlich nicht fördern wollen, sie sind aber notgedrungen darauf angewiesen das billige und nahe Öl zu kaufen weil es nirgends das nötige Angebot gibt.

    Das Fracking hat der USA den Aderlass erspart... das war die Rettung aus der Wirtschaftskrise und vor dem totalen Außenhandelskollaps bzw Überschuldung. Doch was danach? Um die Wirtschaft und die Stärke zu erhalten ist billiges Öl nötig und die einzigen großen Quellen die das leisten sind im Orient.
     
  8. #32 21. September 2018
    Da Trump ja immer alles sagt was er denkt, kann man an seinem Twitter ablesen das die USA Probleme mit dem hohen Ölpreis hat. Zum wiederholtem male forder er die OPEC auf die Preise zu senken. Obwohl die USA ja eigentlich kurzfristig davon profitieren, höhere Preise bedeutet auch mehr Ölwirtschaft im eigenen Land, doch scheinbar hat er mitbekommen, dass die restliche Wirtschaft der USA auf Ölpreise unter 100USD angewiesen ist. Zudem will er keine weiteren Zinserhöhungen, doch die werden wahrscheinlicher je stärker die Inflation anzieht und diese zieht parallel mit den Ölpreisen an, denn Öl wird für jedes Produkt benötigt und wenn es nur der Transport ist.

    Einerseits fordert er niedrige Ölpreise auf der anderen Seite setzt er mit aller Macht Sanktionen gegen den Iran durch, und erpresst andere Länder mit ebenfalls Sanktionen, wenn sie dem nicht nachkommen. Widerspricht sich eigentlich, es sei den, er geht davon aus, in Zukunft wieder Öl aus dem Iran beziehen zu können...

    Da bleibt ihm aber nicht viel Zeit, Blitzkrieg? ^^
     
  9. #33 22. September 2018
    Würde mich nicht wundern, wenn Trump mit dem Super-Kompromiss um die Ecke kommt: "Die Sanktionen gegen Iran bleiben, Öl ist ausgeschlossen"

    Gegen Venezuela schießt Trump auch gerne, bezieht aber dennoch viel Öl von dort.
     
  10. #34 22. September 2018
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2018
    Die wollen halt den Iran destabilisieren und brechen, das erreicht man über den Angriff auf die Wirtschaft. Der Iran lebt quasi vom Ölexport. Weil seine Sanktionen aber nicht für alle gelten und der Iran weiter die Haupteinnahmen über Öl hat (auch wenn viel weniger, dafür dadurch steigenden Ölpreise kompensiert) ist der OPEC Preis, der Hebel um den Angriff wieder effizient zu machen.

    Was er also will ist, das die Ölpreise sinken damit der Iran weniger einnimmt und ins straucheln gerät.

    Wie kann er das erreichen?
    Er kauft Saudiarabien, in dem er diese zu niedrigeren Preisen bewegt und die Differenz anders begleicht, irgend welche Milliardeninvestitionen oder Rüstungsdeals. Das geht vor allem deshalb besonders gut, weil die USA auch Hauptabnehmer von saudischem Öl ist. Quasi behaupten die einfach sie würden Öl für 50$ kaufen, zahlen aber über die Hintertüre an die Saudis die Differenz.

    Alternativ oder Zusätzlich könnte man natürlich auch die Förderquoten aus Fracking manipulieren oder parallel Öl aus den Lagern abverkaufen.

    Nur gefährlich wenn die globale Nachfrage steigt, und die Saudis ihre Produktion nicht so stark anheben können um den Plan zu decken. Das würde sich vor allem in rapide sinkenden Ölreserven bemerkbar machen.

    Wie der Zufall so will, ist genau das der Fall. Trotz Rekord-Förderung, sinken die US-Reserven um ein vielfaches der Prognosen, was natürlich ungünstiger weise auch den Ölpreis unterstützt.
     
  11. #35 25. September 2018
    Wie zu erwarten, plappert er was er denkt ^^

     
  12. #36 30. September 2018
    Die Hauptabnehmer saudischen Öls sind China und Japan. Sogar Indien liegt noch vor den USA.
     
  13. #37 2. Oktober 2018
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2018
    Stimmt seit 2015 hat China den Platz eins eingenommen, allerdings ist die USA in den Top3 - obwohl sie selbst nahezu so viel Öl Produzieren wie Saudiarabien. In der Korrelation muss man auch die stark angestiegene Eigenproduktion sehen. In wieweit die Statistiken für verkauftes Öl stimmen sei mal dahin gestellt.
     
  14. #38 6. Dezember 2018
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dezember 2018
    Der Krieg gegen den Iran ist der USA wohl sehr wichtig. Die Sanktionen gegen den Iran diktiert die USA einseitig an seine "Partner" und Erpresst diese.

    Wie bei der Mafia: Geheimdienste werden eingesetzt um Unternehmen Weltweit auszuspionieren und ggf. Druck auf diese auszuüben damit sie die Sanktionen einhalten. Notfalls mit persönlicher Erpressung durch Agenten - von beiden Seiten.

    Hier ein Aktuelles Beispiel:

    Q: Huawei-Finanzchefin in Kanada festgenommen

    Irre oder?

    Das Zeitfenster wird kleiner, in spätestens 10 Jahren wird die Förderleistung aus dem Iran benötigt um den Weltbedarf zu decken bzw die Preise wirtschaftsverträglich niedrig zu halten. Aus Erfahrung mit den vorherigen Kriegen ist bekannt das es etwa 5-10 Jahre dauert bis wieder reichlich Öl fließen kann. Die Differenz zeigt, es bleiben nur wenige Monate/Jahre.
     
  15. #39 21. Januar 2019
    Nachdem der Atomdeal ja schon vorletztes Jahr von Trump gekündigt wurde, arbeitet der Iran mit Hochdruck an seinem Atomprogramm.

    Die USA hat ihre Nähe zu Nordkorea wohl auch aus dem Grund aufgebaut, weil Nordkorea ein Technologietausch-Partner mit dem Iran ist. Auch wenn die USA mit der Türkei erst auf Distanz war, und sie eigentlich nicht so "dicke" sind - die Interessen sind beiderseits Vorhanden. Die Türkei ist das wichtigste Transitland für den Iran. Die Isolation des Iran soll zum Kollaps führen, das Land wird auf allen Kanälen "ausgehungert". Dafür zieht sich die USA aus Syrien zurück, so dass die Türkei Nordsyrien "frei" machen kann und dort die ganzen Flüchtlinge wieder zurückschicken bzw ansiedeln kann, nebenbei werden da wohl auch die Kurden als Ziel nicht übersehen.
    Der US-Rückzug aus Syrien könnte daher auch taktisch sinnvoll sein, auch um den Iran heraus zu locken. Das würde ins Trump Konzept passen.

    Aktuell mal wieder die hier oft genannten Golanhöhen durch die auch die Transarabische Pipeline verlief. Israel rechtfertigt die anhaltende Besetzung beziehungsweise die Annexion (nach dem Sechstagekrieg 1967) der Golanhöhen mit deren militärstrategischer Bedeutung.

    Die Saudis haben sich ordentlich hochgerüstet, sicherlich nicht weil es unnütz ist. Die wären sicherlich als Interessent bei einer Eskalation dabei.
     
  16. #40 26. Januar 2019
    Die militärstrategische Bedeutung ist auch der einzige Grund der Besetzung. Weder Öl noch irgendeine seit 40 Jahren nicht mehr genutzte Pipeline.

    Sie haben modere Waffensysteme aus den USA gekauft, allerdings sind Saudis die mit Abstand dümmsten Menschen der Welt. Ob die Waffensysteme wirklich sinnvoll bedient werden können ist unwahrscheinlich. Zudem fehlt es an Generälen die intelligenter sind als eine Kuh....
     
  17. #41 28. Januar 2019
    Logischer Ansatz.


    Gab wieder einige interessante Entwicklungen:
    Ein (erfolgreicher?) Putsch in Venezuela würde natürlich das Energie-Problem für die Amis auf viele Jahre lösen.

    Darüberhinaus schießt Trump immer schärfer gegen Nord Stream 2. Das zeigt, dass Washington - öffentlich - viel aggressiver vorgeht inzwischen. Aber ob der deutsche Verbraucher mit 20% teurerem LNG aus der USA glücklicher wird als mit günstigerem aus Russland? Und dann das Argument, dass die Ukraine auf die Transitgelder der jetzigen Pipeline angewiesen sind... Armutszeugnis für dieses korrupte Land.
     
  18. #42 29. Januar 2019
    Wenig verwunderlich, weil die beim Fracking so viel Gas abbrennen müssen... die bekommen das ganze Gas nicht los. Außerdem haben die einen weiteren Deal mit Saudiarabien, die USA braucht frisches Geld um ihr massives Defizit zu Schultern. Daher ist auch der Gas-Export wichtig. Aramco will in den USA Milliarden investieren in die Gasproduktion, die sollen dann auch nach Europa exportieren und zwar ist der Gedanke wohl Preiskoppelung. Kauf Öl aus Saudiarabien zum Discount nur wenn du auch US-Gas kaufst...Die Gewinne gehen durch die geplante Privatisierung des Aramco Konzerns auch an die USA, ebenso wie diverse Förderlizenzen. So kann keiner offiziell behaupten das USA und Saudis das Spiel eingefädelt haben, sondern es erscheint als reine Privatwirtschaft ohne schmutzige Deals.

    Das in Venezuela kommt den USA gerade recht, allerdings ist das alles kein 100% Dring daher werden alle Optionen vorrangetrieben. Die USA ist noch sehr lange von billigem Öl abhängig, mindestens 50 Jahre und das Fracking wird in 5 Jahren schon lange nicht mehr zur Deckung ausreichen. Dann wird die USA wieder zum größten Öl-Importeur (heute zweit größter) und das schlägt auf den Dollar bzw auf die Außenhandelsbilanz. Die USA kann ihre Schuldenlast nicht mehr tragen... alleine wegen ihrer Dollarmacht (Preisbindung von Rohstoffen und Waren sowie Finanzleistungen in Landeswährung) und dem Militär ist es zu verdanken, das die nicht als Pleite angesehen werden müssen.

    Als Kanonenfutter und zum Rumballern reicht es aus... der Iran hat dagegen veraltete Waffen. Außerdem gibt es private Kriegs-Diensleister (aus den USA) welche die Generalposten oder Strategie leisten können. Das was sie nicht im Kopf haben kaufen sie halt ein, also quasi alles ^^
     
  19. #43 29. Januar 2019
    Ist doch schon gelöst. Die USA waren auch unter Chavez und Maduro immer der größte Abnehmer des venezolanischen Öls, Nur brauchen sie es zunehmend nicht mehr, die Umrüstungen der Raffinerien laufen. Interessant dass man den sozialistischen Traum nur mit Hilfe der Amis umsetzen konnte :)

    Das ist die Frage. Der Alkoholikerstaat ist meiner Meinung nach kein sicherer Lieferant. Allerdings sind 20% ein viel zu hoher Preisaufschlag der eine Versorgung aus Russland rechtfertigt.

    100% Staatsverschuldung in einem Industrieland sind so gut wie nix. Man schaue sich unseren arabisches Nachbarland an, die kommen auf ein ähnliches Niveau, nur mit einem seit Jahrzehnten viel geringem Wirtschaftswachstum.
     
  20. #44 29. Januar 2019
    Stimmt, allerdings ist die Schuldenberechnung der USA komplexer. Verbindlichkeiten der Zukunft werden nicht berücksichtigt. Zudem werden die Überschüsse aus der Sozialversicherung zur Deckung genutzt.
    Von den Privatschulden gar nicht zu sprechen... das kann man am Bruttoinlandprodukt nicht ablesen. Wir können auch eine Verschuldung zum BIP auf wenige Prozent erreichen, weil durch massive Kredite und Verschuldung wird die Wirtschaft und der Geldkreislauf angekurbelt. Das ist allerdings nicht Nachhaltig und führt zu dem was wir schon erlebt haben, das Platz von Kreditblasen bzw das realisieren, das Großteile der Schulden zu Lebzeiten nicht mehr zurückgezahlt werden können. So lange man davon träumt das jeder seine Schulden begleicht, läuft alles weiter, ggf. kann man mit etwas Inflation nachhelfen die Schuldenlast Prozentual zum BIP zu drücken. Hat man in Europa ja auch gemacht für die Südländer.

    Dazu muss man sagen das ein zunehmender Teil der Anleihen und somit Schulden nicht von Gläubigern/Banken/Extern gehalten wird, sondern von der Zentralbank selbst. Das geht nur weil der USD Leitwährung ist und aufgrund der Warenpreisbindung enormes Pufferpotential hat. Andere Länder müssen ihr Geld von Extern oder Privaten echten Gläubigern finanzieren, sie können nicht selbst "Geld Drucken", deshalb können diese Pleite gehen oder haben eine enorme Inflation.

    Ist aber im Prinzip auch völlig egal, letztendlich geht es bei den Schulden nur darum die Währungsstabilität zu garantieren. Das Schulden je realistisch Zurückgezahlt werden, ist in dem System nicht vorgesehen und auch nicht Sinnvoll... denn die Vermehrung von Geld durch Schulden dient der Wachstumsförderung.

    Währungen werden erst dann labile wenn das Handelsdefizit dauerhaft negativ bleibt, was für viele Länder ein Problem wird, da sie weiterhin angewiesen sind auf Energieimport (vor allem Ölprodukte) aber selbst kaum noch Exportieren aufgrund der stark steigenden Produktivität der Monopolkonzerne welche in den Gewinnerländern sitzen.

    Das ist keine Kritik an der Produktivität sondern ein Hinweis darauf, dass das so nicht dauerhaft funktionieren kann ohne Ausgleich. Die Schulden sind nur ein begrenzter Puffer (Vertrauen). Ganz davon abgesehen das die Umweltkapazitäten maßlos überstrapaziert werden. Eine Umverteilung ist also unausweichlich für den Systemerhalt, egal auf welchen Weg... entweder durch weitere Schulden und Inflation oder über direkte Umverteilung. Leider geht das alles zu lasten der Zukunft, daher sehe ich wie gesagt die Umverteilung auch nicht als Lösung, ein grundlegendes Umdenken ist nötig. Das jetzige System ist nicht dafür ausgelegt mit realistischen Grenzen von Rohstoffen und Umwelt umzugehen.
     
  21. #45 14. Mai 2019 um 16:48 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 14. Mai 2019 um 19:24 Uhr
    Wie schon erwähnt, die Supertanker sind die Achillesferse für die Ölversorgung in Europa aber auch USA. Daher waren meine Gedanken, dass diese wohl effektive Ziele wären, nicht so weit hergeholt, wenn man die aktuellen Sabotageversuche betrachtet.
    Eine weitere Idee wäre, den Sueskanal unpassierbar zu machen. Der Sues-Kanal wäre wichtiges strategisches Ziel für einen Angriff, egal ob Blockade oder Zerstörung, allerdings ist das unwahrscheinlich - dem Kanal gilt eine hohe Schutzposition. Der Kanal ist mittlerweile auch Alternativlos.

    Auch die Vermutung das die USA ihre Flotten in die nähe und Richtung Iran verlegen wird, ist nicht ganz abwegig, immerhin will man jederzeit Bereit sein. Letztendlich warten einige Hardliner (USA und aus Israel) nur drauf das der Iran einen Fehler macht.

    Das Trump "Telefonieren" will, ist wohl eher Strategie als ernst gemeintes entgegenkommen. Denn das verschafft ihm auch im Iran mediale Stimmung.

    Das Regime im Iran duldet immer mehr Freiheiten, um innere Unruhen zu vermeiden, das ist auch dem Druck von außen zu verdanken. Wenn der innere politische Druck im Iran wächst ist auch ein Wandel möglich ohne riskanten Regimewechsel, allerdings hat die Vergangenheit leider auch gezeigt, dass die Führungen hartnäckig sind und sich häufig zu wenig öffnen als das es dann friedlich verläuft. Das Risiko eines außenpolitischen Konflikts steigt daher auch mit dem innerpolitischem Druck, der das Regime möglicherweise an die "Wand" stellt was zu diversen Fehlentscheidungen führen kann.

    Ein Ausfall von Öl aus Venezuela und die dortig ebenfalls instabile Situation die sich noch über Monate oder Jahre ziehen kann, machen einen zusätzlichen Ausfall oder Lieferengpass im Nahosten deutlich pikanter.

    Trotz der schlechten weltwirtschaftlichen Ausblicke und Handelskonflikte kann sich der sonst üblicherweise schnell einbrechende (BRENT) Ölpreis oberhalb von 70 USD halten. Wäre der Ölpreis stärker am schwächeln, ist das ein deutliches Warnsignal an den Märkten.
     
  22. #46 14. Mai 2019 um 20:16 Uhr
    Zu deiner Aussage "größeren Teil der Tankerflotte versenken", will ich eigentlich gar nichts weiter sagen, nur soviel wo X(1,2..) befindet sich jedes Tankschiff Y(1,2..) weltweit gesehen zum Zeitpunkt Z...

    Ich will die politische sowie wirtschaftliche Bedeutung des Kanals in keinster Weise kleinreden, aber auch nach den letzten Ausbauten des Sueskanals (2014/15 für 4,1 Milliarden Dollar), beträgt das Suezmax unter anderem 21,1m Tiefgang, sowie 240.000 tdwat. Dies bedeutet, dass Supertanker (laut Definition ÜBER 250.000tdwat) Ihn, im beladen Zustand, auf ihren Weg nach Europa gar nicht befahren können (nur auf dem Rückweg).
     

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