Die bedeutendste Entdeckung
Marina Escolano-Poveda ist ein Mitglied des Forscherteams und spezialisiert auf Horoskope. Sie spricht in einem Interview über den außergewöhnlichen Fund: „Das Gesamtkorpus der Horoskope in Athribis ist das älteste, größte und komplexeste seiner Art aus der Antike, sowohl in griechischer als auch in ägyptischer Sprache.“ In den Letzten Jahren wurden 43.000 Ostraka gefunden – das sind keramische Scherben mit Inschriften zu vielen Themen. Diese Ausgrabungen dauern seit 2003 an.
Einblicke in die Praktiken der Astrologie
Die Arbeit geschieht in Zusammenarbeit zwischen der Universität Tübingen und dem ägyptischen Ministerium für Altertümer. Christian Leitz, ein Ägyptologe von Tübingen, leitet das Team. Escolano-Poveda hat im Jahr 2022 in einer angesehenen Veröffentlichung Informationen über einige dieser Horoskope bereitgestellt. Das Interesse an diesen Entdeckungen wächst.
Wie die Zukunft des Horoskops aussieht
Die Astral-Ostraka wurden in einem Streifen Land zwischen dem Tempel von Ptolemaios XII und dem Berg im Westen des Geländes gefunden. Seit 2019 wurde eine große Anzahl von Horoskopen entdeckt. Die meisten stammen von einem einzigen Astrologen, der wahrscheinlich zur Zeit des Augustus tätig war. Geburtsdaten dieser Horoskope reichen bis zu Kleopatra VII. zurück.
Die Schriftarten und ihre Bedeutung
Der Astrologe verwendete eine Mischung aus dem demotischen und dem hieratischen Schriftsystem. Dies ist bemerkenswert, da nur Mitglieder des Priesterstandes zu jener Zeit Kenntnisse der hieratischen Schrift hatten. Diese Horoskope sind in schwarzer Tinte verfasst und weisen eine gewisse Struktur auf. Die Horoskope beginnen mit dem Geburtsdatum – Jahr, Monat, Tag und Stunde. Verheiratungen könnten Gründe dafür gewesen sein, warum Menschen sich Horoskope erstellen ließen.
Das Zentrum der Astrologie
Die Horoskope enthalten den Namen der Person sowie den Geburtsort. Es ist offensichtlich, dass Menschen aus anderen Städten den Tempel von Athribis besuchten, um ihre Horoskope erstellen zu lassen. Dies spricht dafür, dass dieser Tempel ein wichtiges Zentrum der Astrologie im gesamten Gebiet war. Neben den Horoskopen finden sich auch Listen mit astralen Begriffen. Solche Beweise bekräftigen die Annahme – Athribis war ein Ort voller astronomischer Aktivität.
Neue Einblicke aus der aktuellen Saison
In der archäologischen Saison 2025-26 wurden rund 60 neue astrale Ostraka entdeckt. Der Großteil sind Horoskope. Solche Funde geben wichtige Hinweise darauf, wie der lokale Astrologe in Athribis arbeitete. Ein bemerkenswerter Fund ist ein Verfahrenstext für den Planeten Venus – die Veröffentlichung steht bevor. Die Praktiken der Astrologie scheinen unterschiedlich – je nach Bedarf und Budget der Klienten.
Die tiefere Bedeutung der neuen Funde
Die Beweise, die die Ostraka zur Drehscheibe für astrologische Aktivitäten machen, sind vielfältig. Astronomische Decken aus dem Tempel von Ptolemaios XII wurden rekonstruiert. Diese Decken enthalten Darstellungen verschiedener Himmelskörper. Auch die Gräber, darunter das Grab des Bürgermeisters und das Zodiak-Grab, haben astronomische Decken, die auf die Kontinuität astrologischer Praktiken hinweisen.
Ein Blick auf die benachbarten Regionen und deren Praktiken
In anderen Teilen Ägyptens, rund um die Zeit der Graeco-Römischen Periode, finden wir ebenfalls astrologische Quellen. Am bekanntesten ist das Gebiet der Oasen im Fayum. Dort wurden ebenfalls Horoskope auf Ostraka gefunden, jedoch in viel einfacherer Form. Eine Sammlung kosmologischer Aufzeichnungen in Tebtunis bietet weitere Informationen zu astrologischen Praktiken und Geburtskonstellationen.
Faszination des Astrologischen Wissens
Die Erkenntnis, dass das physische Erscheinungsbild durch die planetarische Konstellation bei der Geburt beeinflusst wird, ist besonders faszinierend. Diese astrologischen Physiognomien enthalten Aspekte des Aussehens der Menschen. Viele hochrangige Priester jener Zeit waren zweisprachig – was den Glauben an die Gleichwertigkeit der astrologischen und astronomischen Wissenschaften unterstreicht.
Ein neuer Blick auf die Sternenkenntnisse aus Ägypten zeigt, wie dieses Wissen von Mesopotamien in die mediterrane Welt gelangte. Die Traditionen und Methoden, die in den Horoskopen von Athribis erkennbar sind, beeinflussten die Astrologie bis in die frühen modernen Zeiten. Diese erstaunlichen Funde bringen uns den Menschen und seinen Glauben an die Sterne von vor vielen Jahrhunderten ein Stück näher.