FAMILIENPOLITIK: Frauen als Gebärmaschinen - Bischof giftet gegen von der Leyen

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von graci, 22. Februar 2007 .

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  1. #1 22. Februar 2007
    Familienpolitik: Frauen als Gebärmaschinen - Bischof giftet gegen von der Leyen - SPIEGEL ONLINE

    "Kinderfeindlich und ideologisch verblendet": Ungewöhnlich scharf hat Bischof Mixa Familienministerin von der Leyen angegriffen. Ihre Pläne zum Ausbau der Kinderbetreuung seien schädlich, die Frau werde zur Gebärmaschine degradiert.

    Augsburg - Der katholische Bischof verurteilte die Politik von Ursula von der Leyen (CDU) scharf. Deren Pläne seien "schädlich für Kinder und Familien und einseitig auf eine aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern fixiert", sagte Walter Mixa in Augsburg. Die Familienpolitik der Ministerin diene nicht in erster Linie dem Kindeswohl oder der Stärkung der Familie, sondern sei "vorrangig darauf ausgerichtet, junge Frauen als Arbeitskräftereserve für die Industrie zu rekrutieren".

    Von der Leyen beabsichtigt, die Zahl der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren zu verdreifachen - bis zum Jahr 2013 auf rund 750.000. Dann könnten bundesweit etwa 35 Prozent dieser Mädchen und Jungen in Kitas oder von Tagesmüttern betreut werden. Die Zusatzkosten beziffert sie auf jährlich drei Milliarden Euro.

    Mixa kritisierte, dass das Familienministerium andere Familienleistungen kürzen wolle, um neue Einrichtungen zur Kinderbetreuung zu finanzieren. Die Denkmuster erinnerten an die Ideologie der staatlichen Fremdbetreuung von Kindern in der DDR, sagte der Bischof weiter. Die Doppelverdiener-Ehe werde geradezu zu einem "ideologischen Fetisch" erhoben.

    Wer mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleite, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiere die Frau zur "Gebärmaschine". Der Staat müsse sich stattdessen bemühen, mehr Mütter für die zeitlich überwiegende oder ausschließliche häusliche Erziehung ihrer Kinder in den ersten drei Lebensjahren zu gewinnen und dies auch finanziell zu fördern, forderte Mixa.

    Der Bischof kritisierte ferner, dass im Familienministerium nach wie vor dieselben leitenden Mitarbeiter und Berater tätig seien wie unter Rot-Grün: "Da herrschen immer noch die alten sozialistischen Vorstellungen, die von der neuen Familienministerin jetzt mit dem Etikett 'christdemokratisch' geadelt werden."

    Verengter Familienbegriff und antiquiertes Männerbild

    Damit gehen die Angriffe auf von der Leyen weiter. Kritik an ihrem familienpolitischen Konzept kam bisher vor allem aus der bayerischen CSU. Bayerns Familienministerin Christa Stewens hatte von der Leyen gewarnt, die staatliche Kinderbetreuung dürfe nicht ausgespielt werden gegen die Erziehung innerhalb der Familie. CSU-Parteichef Edmund Stoiber sagte, der Vorschlag von der Leyens laufe Gefahr, den Familienbegriff zu verengen. Es gebe zahlreiche Eheleute, bei denen einer von beiden bewusst zu Hause bleibe, um sich vorwiegend den Kindern zu widmen. Diese Paare dürften nicht schlechter gestellt werden.

    Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm hatte der Familienministerin ein "antiquiertes Männerbild" vorgeworfen. Von der Leyen wolle der Bevölkerung ein bestimmtes Familienbild vorschreiben und verbreite selbst ein "antiquiertes Männerbild", sagte Schönbohm dem "Tagesspiegel". "Frau von der Leyen stellt die Männer in eine Ecke, in die sie nicht gehören", wird der CDU-Politiker zitiert. "Männer, das sind für sie offenbar familienscheue Drückeberger mit lächerlichem Imponiergehabe", sagte Schönbohm weiter. Von der Leyen hatte kürzlich in einem Interview gesagt, die Zeiten der Männer als "Alphatierchen" seien vorbei.

    Merkel stützt Familienministerin

    Auch am Politischen Aschermittwoch schieden sich an der Familienpolitik die Geister. Stoiber sprach sich für mehr Kinderbetreuungsplätze aus, warnte aber vor dem Eindruck, dass die Union nur noch das Familienmodell der erwerbstätigen Frau förderte. Wenn die Menschen nicht mehr den Unterschied wüssten zwischen der früheren SPD-Familienministerin Renate Schmidt und deren CDU-Nachfolgerin Ursula von der Leyen, dann würden sie die Union auch nicht mehr wählen.

    Kanzlerin Angela Merkel gab ihrer Ministerin im mecklenburgischen Demmin hingegen Rückendeckung. Die Zahl der Kindergartenplätze in Deutschland drastisch aufzustocken, sei richtig. Von der Leyen habe ihre "volle Unterstützung", sagte Merkel. "Wir müssen mehr tun für die, die Beruf und Familie vereinbaren wollen."

    Unterstützung fand von der Leyen auch bei Gregor Gysi. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag sprach sich in Passau für eine umfassende Kinderbetreuung aus. Die Pläne von der Leyens, verstärkt Kinderkrippen einzurichten, seien in der ehemaligen DDR schon verwirklicht gewesen, sagte Gysi. Jedoch sei es in Deutschland versäumt worden, positive Entwicklungen aus dem Osten zu übernehmen. Manches hätte sich "als ganz praktikabel herausstellen können", so Gysi.


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    sehe ich komplett gleich wie der Bischof. also meine Kinder werde ich sicherlich auch nicht züchten und gleich an den Staat abschicken. Erst mit 6 Jahren gehts zur Schule, aber Kindergarten kommt nicht in die Tüte. Ist auch der Grund, warum ich karierregeile Frauen nicht will :D
     

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  3. #2 22. Februar 2007
    AW: FAMILIENPOLITIK: Frauen als Gebärmaschinen - Bischof giftet gegen von der Leyen

    Also so etwas hätte ich als letztes von dem Bischof erwartet, dass er gegen eine in meinen Augen familienfreundliche Politik ist.

    Nur weil man sein Kind in den Hort schickt oder in den Kindergarten, da kann man deren Mütter doch nicht als "Gebärmaschinen" abstempeln. Also das widerstrebt doch jeglichem rationalen Denken.

    Kindergärten sind dazu da um die Mütter zu entlasten, die den Rest des Tages noch genug mit ihrem Kind zu tun haben werden und außerdem sichert es schon eine gewisse "Vorbildung" für das Kind. In vielen Familien mit Migrationshintergrund wird vor dem 6. Lebensjahr nichts für das Kind getan und vor allem nicht Deutsch gesprochen. Da finde ich es doch sehr löblich, dass wenigstens die Möglichkeit besteht es "abzugeben" und dabei noch in guten Händen zu wissen.

    Meiner Meinung nach ist diese Art von Politik doch sehr kinderfreundlich, da den Familien die sich momentan eindeutig gegen Kinder entscheiden auf Grund der Karriere wiederum die Möglichkeit geboten wird nach dem das Kind ein gewisses Alter erreicht hat, sprich 3 Jahre, wieder halbtags einen Job zu ergreifen und so auch für die finanzielle Sicherung des Kind vorsorgen.
     
  4. #3 22. Februar 2007
    AW: FAMILIENPOLITIK: Frauen als Gebärmaschinen - Bischof giftet gegen von der Leyen

    der bischof macht es geschickt, aber nicht geschickt genug, dass man seine motivation nicht durchschauen könnte. er verkehrt die sache und behauptet, frauen würden zu "gebärmaschinen" degradiert von den leuten, die gegen solche zustände vorgehen, wozu aus mir unerfindlichen gründen auch von der leyen in seinen augen zählt. zugrunde liegt dem ein klares rollenverständnis, welches davon ausgeht, dass frauen ihre erfüllung in der aufzucht der kinder finden würden. dagegen spricht schon die unter hausfrauen anteilsmäßig am weit verbreiteste depression.
    die kirche und konservative politiker, die immer von den werten der familie reden (ich glaube max weber war es, der die familie als "keimzelle totalitärer herrschaftsverhältnisse" bezeichnete und rein soziologisch betrachtet werden die meisten verbrechen innerhalb von familien verübt), sind diejenigen, die frauen auf gebär- und aufzuchtszwecke festlegen wollen.
    damit stehen sie nicht alleine, denn weite teile der bevölkerung sehen das ebenso. ausdrücke wie "rabenmuter" übrigens gibt es in keinem anderen land, die debatten, welche hier geführt werden, wären in frankreich oder england oder den usa nicht im ansatz denkbar. in den skandinavischen ländern ist die beste staatliche betreuung von kindern gewährleistet und völlig selbstverständlichdazu, was frauen die berufsarbeit ermöglicht. diese zahlen dann wieder steuern und so erklärt sich auch die strukturell bessere ökonomie sowie die positivere lebenseinstellung der menschen dort.
    letztendlich bleibt zu sagen: typisch deutsche debatte, angefüllt mit den widerwärtigsten, biologistischen ressentiments
    und die einzige logische konsequenz: abschaffung der ehe und der familie als juristische und politische einheit
     
  5. #4 22. Februar 2007
    AW: FAMILIENPOLITIK: Frauen als Gebärmaschinen - Bischof giftet gegen von der Leyen

    sehr schön, du hast es durchschaut. Solch eine Meinung respektiere ich, und das obwohl ich letzendlich für das Gegenteil bin. Denn wie du schon gemerkt hast. Hier geht es um die MEINUNG, wie die Rolle der Frau auszusehen hat. Entweder modern = emanzipiert oder klassich = konservativ. Dass ich mit meiner pro klassicher Haltung in Deutschland keine Mehrheit finde ist mir nichts neues, da in diesem Land über der klassichen Mann - Frau Verteilung solch Blödsinn vermittelt wird, dass ich an all das selber geglaubt habe. Da hilft nur eins: in Länder fahren, wo klassische Verhältnisse herrschen, zugucken, sehen, nachdenken, bewerten. Kann ja am Ende dasselbe Ergebniss stehen, aber die Argumente sind dann völlig andere und die Vorstellungen, die v.a. durch die Medien verbreitet werden, werden anders gesehen.
     
  6. #5 22. Februar 2007
    AW: FAMILIENPOLITIK: Frauen als Gebärmaschinen - Bischof giftet gegen von der Leyen

    der springende punkt ist, das konservative familienmodell ist gut finanziert, dass andere ist.
    zweiter punkt ist, dass nur frauen alleine entscheiden, wie sie leben wollen, ohne deswegen von politikern oder ekelhaften pfaffen usw. belästigt zu werden.
    beides sind probleme, welche in dtl. und auch in anderen ländern nicht gelöst sind.
    deswegen: abschaffung der ehe, familie den juristischen und politischen eigenstatus aberkennen
    solange auf csu-tagungen noch plakate gegen pauli mit der aufschrift "wo dem teufel seine macht versagt, da schickt er ein weib" hochgehalten werden, ist nur die radikale kritik schonungslos gegen das modell familie anzubringen.
     

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