FED/EZB Leitzins Anpassungen

Dieses Thema im Forum "Finanzen & Versicherung" wurde erstellt von raid-rush, 28. Oktober 2015 .

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  1. #1 28. Oktober 2015
    Auch in der Sitzung am 28.Oktober konnte sich das FED Komitee zu keiner Leitzinserhöhung entscheiden.

    Gründe gibt es viele, die US-Arbeitsmarktdaten und die Weltwirtschaft sind klare Sorgenkinder die keine Zinserhöhung vertragen.

    Zwar sank der EURO (1,09) und Ölpreis kurz nach 19Uhr MEZ rasch ab, was irritierend ist und vermutlich wieder eine beabsichtigte Masche Anteile abluxen zu können.

    Die weiteren Aussichten bindet die FED wie bisher an die Konjunktur und die niedrige Inflation, welche durch die günstigen Energiepreise weiterhin unter 2% pendelt. Das sind alles eher Anzeichen für weiterhin rotierende Dollarpressen. Ob sich an diesen Faktoren bis zur nächsten Sitzung am 19. Dezember etwas ändert ist daher fraglich.

    Folge logisch wäre eine Erholung bei Euro und Rohstoffen zu erwarten.

    Möglicherweise treibt der Computerhandel die Charts erst mal auf eine Rebound Marke um dann zuzuschlagen.

    Den ganzen Presseartikel findet man hier: FRB: Press Release--Federal Reserve issues FOMC statement--October 28, 2015
     

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  3. #2 29. Oktober 2015
    AW: FED Oktober: Leitzins bleibt bei 0-0,25%

    Damit ist die FED ja in guter Gesellschaft: In Japan, China und Europa gilt gleiches Credo.
    Wobei die US-Arbeitsmarktdaten inzwischen doch sehr positiv anzusehen sind.

    Sollte die US-Inflation nicht weiter sinken, der gute Arbeitsmarktdaten Trend weiter anhalten und die Weltkonjunktur auf diesem Niveau bleiben, kann ich mir gut Vorstellen, dass die FED doch langsam (dieses Jahr noch) an der Zinsschraube dreht.
     
  4. #3 3. Dezember 2015
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    EZB Chef: Keine weitere Zinssenkung, nur das Ankaufprogramm wurde verlängert. Die Spekulanten hatten wohl etwas anderes erwartet und zu früh auf den Dollar gesetzt. Der Euro legt rapide 3% zu und liegt wieder über 1.09 USD
     
  5. #4 14. Dezember 2015
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    Die Zinswende kommt vermutlich erst nächstes Jahr und sollte extrem Flach verlaufen, denkbar wäre sogar eine Anhebung um nur 0.15% Schritte pro Quartal, so dass im Dezember 2016 der Zins bei 0.75% liegen könnte.

    Fed-Vertreter sprechen von 1.375% bis Ende nächsten Jahres, allerdings dürfte das eher eine "Warnung" sein als ein Versprechen. Händler spekulieren auf bis zu 0.85%. Der Euro Kurs entsprechend verhalten.

    Händler am Terminmarkt setzen die Wahrscheinlichkeit einer viertelprozentigen Zinsanhebung am Mittwoch mit 85 Prozent an.

    Das sehe ich nicht, aber zumindest scheinen die Märkte sich ja schon seelisch darauf vorbereitet zu haben.


    Genaueres wissen wir dann am Mittwoch.
     
  6. #5 14. Dezember 2015
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    Die Händler haben schon bei der EZB Entscheidung Anfang Dezember mächtig daneben gelegen.
    Eine erste moderate Zinserhöhung halte ich Persönlich immer noch wahrscheinlich, wird ja schon lang genug vor hergeschoben.
     
  7. #6 14. Dezember 2015
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    Ja wobei wenn man nach den großen Devisenhändlern schaut, die puschen den Euro auf 1.10, hingegen die Händler setzen tatsächlich eher auf Zinserhöhung, was die Indizes und Rohstoffe drückt.

    Andernfalls denken wir an letzte Entscheidung der EZB wo immer noch ermittelt wird wegen Insiderhandel, kurz vor bekannt werden der seichteren Geldpolitik schoss der Euro hoch, davor ging er bis auf 1.05 runter da alle mit verstärkten Geldmaßnahmen gerechnet hatten.

    Möglich das sich das gleiche Spiel auf anderer Seite wiederholt.
     
  8. #7 17. Dezember 2015
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    Historische Zinswende in den USA - Wirtschaft - Süddeutsche.de

    Da ist sie und alles bleibt wie es ist erstmal ^^
     
  9. #8 16. November 2016
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    An den Devisenmärkten wird auf eine Zinserhöhung in den USA spekuliert, der Dollar stieg die letzten Tage. Diese wird aber sicherlich sehr klein ausfallen, denn eigentlich gibt es wenig Anreize in der Wirtschaftslage die eine Erhöhung rechtfertigen. Allerdings wird es Zeit die aufgeblähten Märkte etwas zu dämpfen und nach historisch einmalig langen Niedrigzinsen zumindest ein kleines Trendwechsel-Zeichen setzen um das Vertrauen zu erhalten.

    Bisher gab es nur eine Anhebung um 0.25% vermutlich wird die nächste in selber Größenordnung liegen.
     
  10. #9 15. Dezember 2016
    AW: FED/EZB Leitzins Anpassungen 2015/2016

    Wie vermutet wurde der nächste Zinsschritt mit 0.25% beschlossen. Der USD hat entsprechend zugenommen.

    Das dürfte sich in den nächsten Wochen aber wieder setzen, da eine weitere Zinserhöhung sicherlich nicht all zu bald zu erwarten ist. Der Euro könnte sich schon diese Woche wieder bei 1,048 USD stabilisieren.

    Die FED wird die weiteren Entscheidung an die Inflation bzw den steigendem Ölpreis koppeln.

    Bei vermutlichen Ölpreisen (WTI) von unter 56 USD, dürfte nächstes Jahr frühestens im zweiten Quartal eine weite Zinserhöhung in ähnlicher Größenordnung stattfinden.

    Für Gold interessierte könnte sich bald ein günstiger Einstieg ergeben, die Marke von 1100 bzw 1050 sollte sehr stabil sein und Preise unterhalb 1000 USD sind innerhalb 2017 nicht zu erwarten.
     
  11. #10 10. Juni 2017
    Die EZB wird wohl nächstes Jahr auch die Wende einleiten.

    Die EURO-Notenbänker strichen am Donnerstag auf ihrer Ratssitzung in der estnischen Hauptstadt Tallinn die bislang stets erwähnte Option auf noch tiefere Leitzinsen aus ihrem Papier. Die Wirtschaft der Euro-Zone habe inzwischen mehr Schwung, sagte Notenbank-Präsident Mario Draghi.

    Die 1% Markte drüfte aber wohl frühstens ende 2018 zu erwarten sein.
     
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  12. #11 18. Juli 2017
    Nach dem der Euro gegenüber dem Dollar kräftig gestiegen ist, dürfte es für die EZB schwer werden die Zinsen anzuheben. Ich vermute das die US-Notenbank vorher noch einen Zinsschritt machen muss um den Euro Anstieg etwas zu dämpfen und damit der EZB ebenfalls Spielraum für eine Erhöhung gegeben ist.
     
  13. #12 20. Februar 2018
    Aus den EIA Prognosen für die Energiekosten und Ölproduktion ist zu entnehmen das die Regierung mit einer Durchschnittlichen USD-Inflation ab 2020 von 2,7% p.a rechnet bis mindestens 2040 - die nominale Preissteigerung für Energie soll sich auf ca 3,1% pro Jahr belaufen.

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    Die FED hat also noch bis 2020 Zeit ihre Zinsen auf ca 2-2,25% anzuheben. Die aktuelle Spannung an den Finanzmärkten könnte die FED möglicherweise behutsamer agieren lassen, noch besteht die Möglichkeit Zinsschritte zu verschieben oder geringer zu erhöhen. Die Inflationsprognosen deuten auch an, das die Zinsen dauerhaft unterhalb der Inflation bleiben und damit lange laufende Anleihen nicht all zu attraktiv werden. Damit die US-Regierung genug Geld einsammeln kann muss sie die Zinsen erhöhen.

    Zum Vergleich, Deutschland kann Anleihen für 0 Rendite verkaufen während die US Regierung mittlerweile teilweise über 3% bieten muss um an Geld zu kommen. Die Trump-Politik verschwendet unmengen an Geld für neue Rüstung.

    Gold wird also neben Aktien wieder attraktiver, trotz steigender Zinsen. Vorausgesetzt der Ölpreis (welcher maßgeblich für die Kerninflation ist) entwickelt sich so moderat und langsam wie die EIA prophezeit.
     
  14. #13 20. Februar 2018
    Ich gehe davon aus, dass der Ölpreis trotz Anstrengungen der OPEC nicht über die 80$ kommen wird, je nach Szenario sogar um einiges runter. Weil:
    - in der USA werden derzeit pro Tag 10 Millionen Barrel gefördert (Rekord), Tendenz stark steigend. Zweites US-Ölwunder bringt Opec in Nöte
    - die USA importieren noch ca. 15-20% ihres Öl's, davon kommt ~50% aus Venezuela. Wenn die USA noch diesen Geldhahn abdreht wirds schwer für Venezuela. Kommt es zum endgültigen Aufstand in Venezuela, könnte es zu einem Flächenbrand in Südamerika kommen. Natürlich könnte auch gegenteiliges in Venezuela geschehen, friedlicher Umbruch - dann würde sich die Produktivität des Landes in Sachen Ölförderung schnell erhöhen. Also noch mehr Öl für einen gesättigten Markt
    - Russland ist eine große Unbekannte im System, anders als der nahe Osten/Arabische Halbinsel sitzen diese nicht auf einem bequemen Kapitalpolster (vor allem Saudi Arabien rechnet sich künstlich arm). Wird Russland in Zukunft weiter Marktanteile abgeben? Oder lieber weiterverkaufen, auch wenn die Marge immer kleiner ausfällt?
    - Die Ölspeicher sind wohl weitestgehend sehr gut gefüllt, verlässliche Infos darüber sind aber rar.

    Somit halte ich es für möglich, dass noch mehr Rohöl auf den Markt kommt, dies bedeutet geringere Preise.
     
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  15. #14 20. Februar 2018
    Sehe ich auch so, bis 2020 wird der Ölpreis wohl nicht über 80$ steigen. Die Öl-Nachfrage in Asien zieht zwar extrem stark an, aber die USA wird auch exportieren können bis dahin, vorausgesetzt der Ölpreis hält seinen Wert.

    In Europa wird eine stabile 2% Inflation also noch auf sich warten lassen. Vor allem bei dem hohen Euro-Kurs. Eine minimale Zinserhöhung ist meiner Meinung nach frühestens 2019 zu erwarten. Nach wie vor brauchen die Südeuropäer die niedrigen Zinsen um ihren Schuldenberg zu schmelzen. Die angehäuften Schulden und Faulen Kredite der Banken müssen erst mal weginflationiert werden.
    Die Steuereinnahmen steigen dafür ordentlich, was für die Schuldenländer auch wichtig ist ihren Haushalt zu stabilisieren. Denn die Einkommen/Löhne steigen mit der Inflation aber die Steuertabelle bleibt gleich. Oder die Löhne bleiben gleich (sinken effektiv) und die Exportwirtschaftlichkeit wird gesteigert.

    Die westliche Marktsättigung wird allerdings weiter ein Wirtschaftshämmer bleiben. Die Deflationsgefahr wird also auch in Zukunft immer wieder ein Thema bleiben.
     
  16. #15 21. März 2018
    Zuletzt bearbeitet: 21. März 2018
    Die FED könnte heute um 19 Uhr ihre Zinsen von 1,5 auf 1,75% erhöhen. Meist reagieren die Märkte dann invertiert, das heißt wenn der eigentlich Beobachter denkt dann müsste ja der USD steigen, passiert genau das Gegenteil.

    Die steigenden Ölpreise trotz des über die Woche erstarkten USD (wegen Zinserhöhung) deuten an, das viele Banken eher eine abflachende Zinswende spekulieren. Je nachdem welche Aussagen sonst noch getroffen werden, würde ich davon ausgehen, dass Trotz der Zinserhöhung der Goldpreis sowie Euro zulegen.

    Die Börsen sind eigentlich schon lange darauf vorbereitet das diese Zinserhöhungen stattfinden. Ein Signal für eine abflachende Zinswende wäre eigentlich ein Kaufsignal... könnte aber auch ein kleiner Vertrauensverlust sein gegenüber einer rascheren Erholung der Gesamtwirtschaft.

    Da die Zinsen die Inflation vermutlich in den nächsten 5-10 Jahren nicht übersteigen wird, und Dividenden (verzögert) mit der Inflation steigen - sind diese im Gegensatz zu Anleihen (die bei abflachender Zinswende durch Inflation belastet werden) weiterhin die einzige Renditequelle.

    Immobilien sind langsam überhitzt und die Rendite schmilzt durch die hohen Kosten, bleibt also fürs Cash-Kapital nicht viel Option... entweder absichern in Gold oder Aktien. Anleihen vs Inflation entspricht dann etwa der Performance von Gold. (Wobei die Goldproduktion auf einem Level von etwa 1.200 USD die Nachfrage deckt... )

    Kapitalverwalter wie Warren Buffet (Berkshire-Hathaway) aber auch Blackrock haben größere Summen Cash geparkt - so vermeiden sie zum einen eine Überhitzung am Markt und damit das Risiko von Korrekturen. Ich denke nicht das die sich mit Anleihen eindecken werden, steigende Anleihennachfrage wäre ebenfalls ungünstig für den Markt.

    Spekulation: Euro und Gold steigt - Öl sinkt dann meistens - wobei momentan die Lagerbestände gesunken sind - daher neutral. Börsen verhalten sich wie Ölpreise.

    Update 17:22Uhr : Die Rohölbestände sind zwar gestiegen aber der Verbrauch war höher, somit ein Rückgang der Gesamtbestände um 4,5 Millionen Barrel. So erklärt sich der Preissprung.
    Es könnte also sein, dass entweder der Ölpreis das 52Wochen Hoch durchbricht oder eine Gewinnmitnahme nach der FED Sitzung eintritt (Weil die Produktion von Benzin/Kerosin ist gestiegen auch der Input von Rohöl - die Aussichten auf ausgeglichene/steigende Bestände wächst). Oft werden die Gewinne dann zB in Gold Futures umgeschichtet, dort könnte es also dann umgekehrt entweder einen Preissprung (1.340+) geben oder gibt die Tagesgewinne wieder ab (1.300).

    Update 19:24 Uhr:
    Öl, Gold, EUR gesprungen wie vermutet. Bleibt abzuwarten ob die Pressekonferenz um halb zum Abverkauf und Gewinnmitnahme führt oder zu einem weiterem Sprung. - Risiko - Hold.

    Pressekonferenz Live: The Fed - Live Video

    Update 19:46 Uhr: Powell redet recht nervös, es bleibt bei 3 Zinsschritten bisher... trotz guter "Daten" - also die Einschätzung "hold" war richtig. Öl, Gold, EUR ziehen weiter an.
     
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  17. #16 21. März 2018
    Zuletzt bearbeitet: 21. März 2018
    Öl abverkaufen bei HIT Goldpreis 1337 - Insider :D

    Update->Hit... Öl abverkaufen... ca bis 67 (Brent)

    Gold (stabilisiert bei 1333) & USD halten.
     
  18. #17 6. April 2018
    Schwelle wurde erreicht. Bisher keine Kaufempfehlung, aber "halten"
    Würde abwarten was sich mit dem Zollstreit zwischen China und USA entwickelt. Risiko besteht, das Brent auf 66 oder 65 abfällt - wäre dann auch ein Kaufpreis.

    Gold: sehe aufgrund steigender US Zinsen keine großen Ausbrüche nach oben, aber durchaus stabilen Preiszuwachs aufgrund der Trump-Wirtschaftspolitik die Druck auf die Börsen macht, sowie das 2% Inflationsziel im USD
     
  19. #18 20. März 2019
    Zuletzt bearbeitet: 20. März 2019
    Das billige Öl zeigt seine Wirkung, die US-Inflation kann ihre 2% nicht halten. Auch die erwarteten Aussichten der bevorstehenden Rezession könnten die FED möglicherweise zu einem erneuten wechsel in der Zinspolitik bewegen.

    Wie bereits letztes Jahr erwartet, wird es keine weiteren Zinserhöhungen mehr geben können. Doch es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die FED 2020 bereits wieder eine Zinssenkung ins Auge fasst. Angesichts dieser Hypothese einer schwachen Weltwirtschaft und einer bevorstehenden Rezession sowie möglicherweise rückläufigen Inflation, aufgrund der relativ stabilen und günstigen Ölpreise.
    Sinkende Inflation könnte den Druck über steigende Anleihenrenditen auf die Märkte erhöhen, hier könnte die FED frühzeitiger eingreifen und ggf. sogar die Zinsen senken.

    Auch die EZB wird wie schon vor Jahren vermutet ihre Zinsen nicht mehr effektiv erhöhen können. Das Japan-Szenario wird wohl ein globales und dauerhaftes.

    Deutschland sollte seine Sparer endlich drauf vorbereiten, das sie effektiv Kapital verlieren werden wenn sie das Finanzrisiko nicht eingehen und investieren. Es sei denn, Deutschland rechnet damit, dass einige Länder tatsächlich aus dem Euro fallen werden. Aber die Folgen wären wirtschaftlich ungünstig und so würden ebenfalls für lange Zeit niedrige Zinsen nötig sein. Ich sehe also derzeit kein Szenario das eine Zinserhöhung möglich machen würde.

    Zudem steht wie schon länger vermutet ein Risiko bei der Immobilienblase bevor, denn die Folgen der schwächelnden Autoindustrie wird in seiner langen Kette viele Arbeitsplätze kosten. Es wird also zu Kreditausfällen kommen und viele Immobilienfinanzierungen könnten straucheln. Schon jetzt gehen die Investitionen in Immobilien zurück, ein weiterer Preisanstieg ist also nicht zu erwarten, außer in einigen Ausnahmebereichen.

    Update:
    Mit der nachlassenden Konjunkturdynamik haben Fed-Chef Jerome Powell und seine Kollegen den Zyklus der Zinserhöhung pausiert und die Geduld der Zentralbank mit Blick auf den nächsten geldpolitischen Schritt betont - dies gäbe der Fed die Zeit, die Situation besser zu beurteilen.
     
  20. #19 18. Juni 2019
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2019
    Für die Flucht in Anleihen ist es jetzt fast zu spät, die Renditen sind so eingebrochen wie noch nie - was dafür sorgt das tatsächlich auch Gold wieder attraktiv wird. Die globalen Renditen egal ob Aktien oder Immobilien etc werden sich dem sog. LEIT-Zins logischerweise langsam annähern.

    Die Inflation kommt nicht ins rollen, auch in den USA ist sie wieder Rückläufig, die steigende Produktivität trifft auf einen gesätigten Markt, das führt effektiv zu einer Preisstagnation oder auch Deflation genannt, da bei steigendem Umlaufkapital die Preise gleich bleiben nimmt der Preis effektiv ab.

    Die Folge kann sein, eine wirtschaftliche Stagnation - welche ebenfalls als effektive Rezession bezeichnet werden kann, da das BIP (Brutto Inland Produkt) quasi nur nummerisch steigt aufgrund der erhöhten Geldmenge und steigenden Löhne die allerdings unterhalb der Inflation liegen, real gesehen nimmt das Wachstum also schon lange nicht mehr zu. Es ist nur ein Zahlentrick um Statistiken als "Wachstum" Ausschreiben zu können. Generell interessiert die Finanzmärkte aber auch nur das Kapitalwachstum daher sind die eigentlichen Korrekturen sehr milde verlaufen da die niedrigen Zinsen für so hohes Umlaufkapital sorgen, das quasi alles gekauft wird was nicht bei drei in der Goldgrube verschwunden ist.

    Immobilien darf man nun offiziell als Blase bezeichnen auch in Deutschland, die Preise sind unrealistisch und mit Sicht auf die 20 bis 30 Jahre verschuldeten Zinsschuldner welche möglicherweise eine Lohnstagnation und Kurzarbeit bevorsteht bzw Jobverlust, ist die Lag sehr Pikant.

    Ich bin kein Fan von Gold, da es totes Kapital ist und dem Markt wichtige Umlaufliquidität entzieht, daher ist es eigentlich auch für Banken und Investoren tabu. Angesichts der wie schon vor Jahren vermuteten Situation, dass es nie wieder Zinsen geben wird oberhalb der Inflationsrate - ist Gold tatsächlich wieder eine sinnvolle Diversifikation als Puffer in Beimischung zu ETF's und Anleihen. Wenn man Gold und Anleihen derzeit vergleicht muss man schon sagen, das Gold derzeit fast die Nase vorne hat, da die Renditen für Anleihen quasi auch bei 0 sind und Gold wohl kaum größere Risiken aufweist. Ich erachte den Kurs als stabil.

    Wer Niedrigzinsdurchsetzung umgehen will, sollte sich bewusst sein das Tagesgeld und Girokonto kein geeigneter Platz mehr zum Geldparken sind, es werden bald Gebühren fällig vor allem für Bargeldabhebungen. Wer also gerne mit Bargeld zahlt, sollte sich überlegen das womöglich schon vorzeitig abzuheben und zu "Bunkern" da Abhebegebühren auf Bargeld zwischen 0,5 und 1% wohl in Aussicht stehen, so die inoffiziellen internen Pläne von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

    Da in Deutschland 6% der weltweiten verfügbaren Goldvorräte in privaten Haushalten lagern, dürfte wohl das Thema sichere Verwahrung für die meisten auch schon ein Thema gewesen sein.

    Der Ansturm auf Anleihen ist enorm und es frag sich wie viel Puffer hier noch ist... auch Aktien sind gefragt allerdings wiegen hier eben die Rezessionsängste mit, was den Kaufdruck auf Gold auch für Investoren erhöht. Es ist also wahrscheinlich das Gold sich noch dieses Jahr deutlich verteuern könnte. Die $1400 könnten schon dieses Jahr geknackt werden, falls es tatsächlich zu einer Zinssenkung schon dieses Jahr kommt. Ich denke aber das die FED/EZB versuchen wird, so lange wie möglich irgend welche Veränderungen zu vermeiden. Bei der FED wird es sehr eng, eine Zinssenkung ist sogar dieses Jahr noch denkbar. Allerdings werden diese versuchen das Niveau positiv zu halten, da in den USA das Rentensystem von den Aleihenrenditen abhängig ist, ein stetiges rauf und runter über viele Jahre ist also durchaus denkbar.

    Wertpapiere werden wohl bald Alternativlos auch für Kleinanleger die noch auf Tagesgeldkonten sitzen, sobald die Zinsen wirklich negativ durchgesetzt werden, dann ist auch die psychologische Grenze erreicht. Das ist wohl ein Grund dafür, das es Kurszuwächse an den Börsen geben wird trotz schlechter Wirtschaftslage, jeder wird sich mit niedriger Rendite bei höherem Risiko anfreunden müssen, vor allem auch weil die Renten komplett davon abhängig sein werden, es wird keine garantierte Rente mehr geben für niemanden. Renten sind abhängig von der Zukunft und daher ist fast unumgänglich, dass diese abhängig von der real Entwicklung sind. Eine Koppelung von Unternehmensanleihen/Anleihen/Aktien und Renten ist also das was so oder so kommen wird.
    Der Vorschlag von Friedrich Merz damals, das Renten und Aktien sich näher kommen sollten, ist also realistisch und rückt jetzt auch wieder in den medialen Vordergrund.
     
  21. #20 21. Juni 2019
    Dürfte kaum kommen das es kaum mehr Arbeitskräfte gibt. Arbeitslosigkeit existiert heute nur noch freiwillig und da muss man sich schon gehörig anstrengen oder die angst der Amtsmitarbeiter vor einem libanesischen Clan nutzen. Jeder, selbst wenn er geistig völlig weg getreten ist, findet heute in ein paar Minuten einen Job. Und die Lage wird schlimmer, es gibt keinen Fachkräftemangel mehr sondern einen generellen Arbeitskräftemangel.
     
  22. #21 23. Juni 2019
    Das mag ja stimmen das es viele Stellen gibt, und Fachkräfte überall fehlen, allerdings sind die Qualifikationen bzw Arbeitserfahrung nicht überall gleich und das Lohngefälle ggf groß. Gerade die gut bezahlten Industriejobs in der Automobilindustrie plus die ganze Zuliefererkette, das ist viel Einkommen das eben ein anderer Job nicht gleichermaßen einbringen wird. Zumal das Regional dann extrem unterschiedlich ist. Immerhin haben die Leute ihre Häuser und Wohnungen quasi um die Autoindustriestädte aufgebaut... das beträfe also ganze Region und die Fachkräfte können nicht einfach alle irgend wo anders hin Umziehen auf die schnelle, die sind dort gebunden. Vergleichbar mit der Kohleindustrie oder wenn man sich (USA) Detroit "Motor City" anguckt.

    Der Rechnungshof und auch die EU haben ihre Prognosen auch entsprechend gesenkt. Keiner geht also davon aus, das diese "Luxussituation" in Deutschland ewig anhalten wird.

    Und die Industrie ist empfindlich gegenüber der aktuellen Handelskriege sowie ggf sogar Konflikte auf Geopolitischer ebene. Auch die Übersättigung des Automarktes ist ein Grund der wohl zeigt, das die Beschäftigungszahlen rückläufig werden.
    Die Politik wird dann wohl auch wieder etliches an Steuergeld in die Autosubvention stecken... so in der Art; Verschrotte dein Auto und kauf ein neues (E-)Auto und krieg dafür Zuschüsse.

    Das Autokonzerne langfristig auf E-Mobilität umspringen, ist ein deutliches Zeichen das die Zeit des Wachstums in dem Bereich vorbei ist. Was auch wichtig ist - die ewige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hat keine Zukunft, weil sie die Umwelt enorm belastet.

    Wenn das durchsickert, drückt das auch auf den Konsum vor allem im KFZ Bereich - was wir ja schon mal erleben durften. Wenn die Investitionen dann trotz Negativzins Rückläufig sind... aua.

    Für die Immobilienblase spricht ebenfalls, das man als Investor kaum noch Renditen hat und eine Mieterhöhung quasi nicht mehr möglich ist, weil die Bewohner das gar nicht zahlen können. Die Mietrückstände nehmen stetig zu. Ohne staatliche Zuschüsse wird bald keiner in Bauprojekte mehr investieren. Würde dann noch ein Lohnausfall dazu kommen, zB durch Kurzarbeit - würden die Immobilienpreise wohl sinken, weil die Mieten nicht mehr gezahlt werden.

    Im Prinzip wäre ein Mieterhöhungsverbot für 5 Jahre damit obsolet. Das würde nur die Immobilienbesitzer selbst schützen vor dem Platzen einer Blase. Denn je höher die Mieten steigen desto großer das oben beschriebene Risikoszenario.

    Ich frage mich wie lange noch Anleihen gekauft werden, die Renditen sind quasi bei Null - wenn dann an den Märkten irgend was nicht rund läuft, würden die Goldpreise wohl explodieren. Die Bereitschaft dazu zeichnet sich auch ab, das enormes Geld in Risiko-Aktien läuft zB Gazprom etc. Die Investoren schätzen also die Risikoverhältnisse im eigenen Markt höher ein im Verhältnis zu den gesunkenen Renditeaussichten, eine Folge der Niedrigzinsen. Also ein weiterer Indiz das eine Gold-Rally geben könnte. Ob man bereit sein wird über 1800USD pro Unze zu zahlen ist allerdings fraglich. Ein ebenso schneller Abverkauf mit Gewinnmitnahme wäre wohl die Folge, auch aus dem logischen Grund, dass bei so hohen Preisen der reale Goldkonsum in Form von Schmuck extrem einbrechen würde. Zudem sind die physischen Goldbestände in privaten Haushalten seit 2008 stark gestiegen, eine starke physische Nachfrage wird also ausbleiben, die großen Kursfaktoren sind also weiter die Papiere und damit erhöhte Volatilität.
     

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