Feuchtfröhlicher Abschied vom Freudenhaus der Liga

Dieses Thema im Forum "Sport und Fitness" wurde erstellt von Dennis_1212, 19. Dezember 2006 .

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  1. #1 19. Dezember 2006
    Wer in den vergangenen Jahren Ärger mit einem Fan des FC St. Pauli anzetteln wollte, musste nur das Wort "Stadionneubau" erwähnen. Heute geht die über 15 Jahre lange Leidenszeit vorüber. Am Millerntor rücken die Bagger für den ersten Schritt der Rekonstruktion an.

    Bruchbude, Freudenhaus der Liga oder einfach nur die größte Freisprechanlage der Welt: Das Stadion des FC St. Pauli hat viele Namen und birgt noch mehr Geschichten, die zwischen seinen maroden Stehtraversen von der Nordkurve über die Gegengerade bis in die Südkurve im Laufe der vergangenen Jahrzehnte passiert sind. Heute müssen sich die Anhänger von einem Teil des Kultes aus Staub und Stein verabschieden: Im Zuge der Rekonstruktion des Stadions - das Wort Neubau wagt beim FC keiner mehr auszusprechen - wird die Südkurve abgerissen.


    Doch St. Pauli wäre nicht St. Pauli, wenn heimlich still und leise einige Bagger anrücken und die Stehplatz-Kurve neben dem Marathon-Tor, durch das alle zwei Wochen die Spieler den Rasen betreten, dem Erdboden gleichmachen würden. Nach unzähligen Ankündigungen - Anfang der 90er Jahre hatte der mittlerweile verstorbene FC-Präsident Heinz Weisener bereits den Stadionneubau zum obersten Ziel erklärt - herrscht bei den Anhängern eine Mischung aus Unglauben, Schwermut und Euphorie. Darum werden die Bagger heute mit einer großen Party empfangen.


    Die Bauarbeiter dürfen sich ab 18 Uhr für ein paar Minuten wie die Stars des FC Bayern fühlen, die in den vergangenen beiden Jahren gleich zweimal im DFB-Pokal am Millerntor antreten mussten. Zu Ehren des anrückenden schweren Geräts hat der Verein seine Anhänger zu einer großen Party eingeladen, mit Glühwein, Stadionwurst und Feuerwerk. Und jeder Menge Bier. Wer den Verlust der alten Südkurve, in der bislang überwiegend die Fans der gegnerischen Mannschaft die Spiele verfolgten, nicht verkraften oder ertränken kann, hat die Möglichkeit, Andenken an die Kurve zu kaufen. "Die Fans können Steine der Kassenhäuschen erwerben, die seit Jahrzehnten das Bild am Eingang zur Südkurve prägen", sagt Torsten Vierkant.

    Der "Projektmanager für die Rekonstruktion des Millerntors" erwartet hohen Besuch zur Bagger-Party. Neben einigen Spielern der Regionalliga-Mannschaft hat auch Hamburgs Bildungs- und Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig ihr Erscheinen auf der Baustelle angekündigt. Ohne die Stadt Hamburg wäre die Sause auch gar nicht zustande gekommen. Am vergangenen Mittwoch bewilligte die Bürgerschaft den 5,5-Millionen-Euro-Zuschuss für den Umbau der Südkurve, der insgesamt 12 Millionen Euro kosten soll.

    Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,455325,00.html
     

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