Französischer Kulturminister gegen generelles Verbot von P2P

Dieses Thema im Forum "Netzwelt" wurde erstellt von xxxkiller, 22. Januar 2006 .

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  1. #1 22. Januar 2006
    Ein generelles Verbot von Internet-Tauschbörsen hält der französische Minister für Kultur und Kommunikation, Renaud Donnedieu de Vabres für nicht sinnvoll. Auf einer Pressekonferenz am Rande der Midem in Cannes sagte er: "Ich möchte nicht die neuen Möglichkeiten und die Freiheit, die das Internet bieten, unterbinden." Die Rechte von Kulturschaffenden gelte es dennoch zu verteidigen. "Ich wünsche mir, dass wir uns auf die neuen Gegebenheiten der Informationsgesellschaft einstellen, allerdings unter Berücksichtigung der Interessen der Allgemeinheit, für die der Staat der Garant ist."

    Im heftigen Streit um die Urheberrechtsreform in Frankreich hat sich der französische Innenminister Nicolas Sarkozy mit Verbänden und Unternehmensvertretern auf sieben Kompromissprinzipien geeinigt. Die Mehrheit der französischen Parlamentarier hatte sich in einer nächtlichen, allerdings nur noch schlecht besuchten Sitzung vor Weihnachten gar für die vollständige Legalisierung von Tauschbörsen durch die Einführung einer Pauschalabgabe in Form der auch in Deutschland diskutierten Kulturflatrate ausgesprochen. In weiteren Beschlüssen des Parlaments zum Entwurf des neuen französischen Urheberrechtes hieß es dann, dass private Downloads über P2P-Systeme als Bagatelldelikte behandelt werden sollen. Für Urheberrechtsverletzungen beim Download aus dem Internet soll es künftig abgestufte Strafen geben. Die Beratungen des Paralments zur Urheberrechtsreform in Frankreich sollen im Februar wieder aufgenommen werden.

    Derzeit können französische Filesharer mit Strafen bis zu 300.000 Euro oder drei Jahren Gefängnis belegt werden. "Wir müssen weg kommen von einem System, das auf den normalen Surfer einschlägt", heißt es dagegen in den vom Ministerium bei der Midem verbreiteten Presseunterlagen. Surfer, die in geringem Umfang urheberrechtlich geschütztes Material aus dem Netz laden, sollen künftig mit "relativ geringen Strafen" rechnen müssen. Nur wer in größerem Maß urheberrechtlich geschützte Daten zur Verfügung stellt, muss dann mit Bußgeldern um 4000 Euro rechnen.

    De Vabres, der sich in Cannes mit einer Reihe europäischer Kollegen traf und auch die P2P-Frage und mögliche Änderungen in den Europäischen Gesetzen diskutieren wollte, warb für einen Ausbau legaler Musikangebote im Netz. Neue Geschäftsmodelle seien gefragt; der Minister wünscht sich davon recht viele und verschiedenartige. Sein Ministerium habe sich etwa in einer Übereinkunft mit Canal Plus und France Television darum bemüht, dass diese ihre Angebote vollständig ins Netz bringen. Das werde in den kommenden Monaten realisiert. Niemand könne ernsthaft gegen eine möglichst weite Verbreitung von Inhalten über alle möglichen Kanäle sein. Man solle im Auge behalten, dass die Zahlen der Erstverträge für neue Musiker bei den Plattenlabels im vergangenen Jahr um 40 Prozent zurückgegangen seien.

    Angesichts der Verteidigung der Tauschbörsen wirkte es fast schon wie ein Friedensangebot, dass der Minister der Musikindustrie in Frankreich beträchtliche Finanzspritzen für das kommenden Jahre zusagte. Bis zu 500.000 Euro Steuernachlass beziehungsweise direkte Kredite soll es geben, wenn das Unternehmen in den digitalen Auftritt eines Künstlers investiert. Diese Unterstützung muss allerdings noch von der EU genehmigt werden. Darüber hinaus fördert die Regierung die Branche mit 1,8 Millionen Euro, die besonders an unabhängige, kleinere Produzenten verteilt werden sollen. Die kulturelle Diversität, und damit auch die Förderung französischer Inhalte, stehen dabei auch auf de Vabres' Prioritätenliste.

    Weniger gefallen dürften der Musikbranche am französischen Gesetz die vorgesehenen Verpflichtungen zur Interoperabilität, die de Vabres besonders am Herzen liegen. Einmal gekaufte Musik soll auf allen Geräten für den Endnutzer abspielbar sein.


    Quelle: heise.de
     

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  3. #2 23. Januar 2006
    mensch warum kann ich nicht in frankreich leben -.-

    da wird filesharing immer weiter legalisiert und die cdu bei uns denkt da dran nichtmal im traum.

    hier soll ja weiter verschärft dagegen vorgegangen werden.....

    naja ich glaube irgendwann kommt das ganze auch bis nach uns.

    mfg Soulrunner
     

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