Gersten Genom entschlüsselt für Bier und Whisky der Zukunft?

Artikel von in.spider am 17. Mai 2017 um 20:37 Uhr im Forum Essen & Trinken - Kategorie: Wissenschaft

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Gersten Genom entschlüsselt für Bier und Whisky der Zukunft?

17. Mai 2017   in.spider   Kategorie: Wissenschaft
Wenn es nach dem internationalem Forscher-Team aus 77 Forschern geht, soll Gerste ertragreicher, Bier und Single Malt Scotch besser werden. Das soll mit Hilfe des gewonnenen Wissens aus dem Genom der Gerste gelingen, welches nun komplett entschlüsselt ist. Zehn Jahre haben die Forscher in aller Welt dafür gebraucht, alle Gene im Gerstengenom präzise zu lokalisieren und zu entschlüsseln. Es ist doppelt so groß wie das Menschliche. Entsprechend schwer deshalb die Entschlüsselung.

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Auf dieser neuen Wissensbasis lässt sich herausfinden, welche Teile des Getreide-Erbguts für die Umwandlung in Zucker beim keimendem Gerstenkorn zuständig ist. Dieser Prozess findet beim Mälzen (kontrollierter Keimvorgang) statt, einem wichtigen Schritt beim Brauen von Bier oder Whisky. Jetzt können gezielt Gerstensorten entwickelt werden, die besser für diesen Prozess geeignet sind. „Seit mehr als 20 Jahren ist bereits bekannt, dass eine Vielzahl an Genen diesen Prozess beeinflussen. Ihre genaue Anzahl konnte bisher aber aufgrund der Vielzahl ähnlicher Kopien im Genom nicht definiert werden“, so einer der Wissenschaftler, der ebenfalls an der Entschlüsselung beteiligt war.

Das Erbgut der Gerste ist nun der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie auch privaten Pflanzenzüchtern für genetische Analysen zugänglich. Begeisterung auch beim Leiter der Genbank für landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturpflanzen am IPK: „Die Referenzsequenz wird uns helfen, die 22.000 Gerstenmuster in unserer Sammlung zu untersuchen. Langfristiges Ziel ist es, Gerstensorten zu züchten, die auch unter sich ändernden Umweltbedingungen starke Erträge zeigen und so zur globalen Ernährungssicherung beitragen.

Gerste ist nicht nur zur Herstellung von alkoholischen Getränken wichtig. Das Getreide ist Bestandteil von Kornflakes und wird in der Vollwertküche eingesetzt. In ärmeren Regionen Asiens und Afrikas ist es Grundnahrungsmittel. Große Mengen werden auch in der Tierzucht verbraucht. Jährlich werden rund 144 Millionen Tonnen Gerste Produziert.

Quelle: Ready for a better beer?
 

Kommentare

#2 17. Mai 2017
Ob das Bier dann besser wird, ich glaube nicht. Aber zumindest könnte man Rohstoffe sparen wen der Keimprozess bzw das Mälzen mehr Zucker umwandeln kann. Aber andererseits ist das auch egal, weil in der Regel wird das Malz hinterher an Tiere verfüttert und die Nährstoffe damit auch verwertet.

Ich denke nicht das dadurch Bier oder Whisky besser werden, außer man verändert den Geschmack der Gerste. Der meiste Geschmack kommt ja ohnehin durch das Rösten und die Hefe sowie Hopfen.

Viel wichtiger ist wohl die Tatsache, dass man nun den Züchtungs-Erfolg besser überprüfen kann und damit die Richtung der gewünschten Eigenschaft gezielter ausgebaut werden kann. Wie oben genannt für Sorten die besser mit Trockenheit und Hitze zurecht kommen. Immerhin ist es ja auch ein wichtiges Lebensmittel, vor allem in den armen Ländern wo ohnehin meist kein gutes Ackerlandklima ist.