Gewinnchancen beim Blackjack mit Kartenzählen

Artikel von Burg und Er am 5. Juni 2018 um 10:49 Uhr im Forum Allgemeines & Sonstiges - Kategorie: Games

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Gewinnchancen beim Blackjack mit Kartenzählen

5. Juni 2018     Kategorie: Games
Der Name des Spiels entstammt einer Sonderregel, der zufolge bei der Kartenkombination aus Pik Bube, im Englischen Black Jack, und Pik-As ein zusätzlicher Gewinn ausgezahlt wurde. Diese Regel besteht heutzutage jedoch nicht mehr. Bekannt ist das Spiel aus zahlreichen Filmen und Mythen um das Kartenzählen um die Bank zu „betrügen“, wobei sich hier immer fragt, wer betrügt eigentlich wehn beim Glücksspiel, angesichts der Gewinnchancen.

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Die Regeln des Spiels


Blackjack wird in Deutschland auch gern als 17 und Vier bezeichnet. Dieser Begriff erklärt sich aus dem französischen vingt et un – was 21 bedeutet. Und diese Tatsache ist bereits ein erster Hinweis auf den Kern von Blackjack. Spieler und Kartengeber haben zum Ziel den Kartenwert 21 zu erreichen.

Gespielt wird Blackjack allgemein von bis zu acht Spielern. An einem halbkreisförmigen Tisch sitzen sich sieben Spieler und der Dealer/Croupier (die Bank) gegenüber. Heute besteht der Kartensatz meist aus 312 Karten, was sechs Paketen mit französischem Blatt entspricht.
Die Wertigkeit sieht wie folgt aus:
  • Zahlkarte (2 bis 10) entsprechend dem Wert
  • Bildkarten jeweils 10
  • Ass einfach oder 11
Letzteres ist eine Besonderheit, da das Ass erst endgültig nach dem letzten Kartenkauf des Spielers gewertet wird.
Anschließend geht es folgendermaßen weiter:
  • Spieler setzen in der Box ihren Einsatz
  • Dealer und Spieler erhalten eine offene Karte
  • Spieler erhalten eine zweite offene Karte
Anschließend beginnt der am rechten Tischrand sitzende Spieler damit, Karten nachzukaufen (Hit). Je näher er damit der 21 kommt, umso besser. Sobald ein Spieler beim Blackjack aber einen höheren Zahlenwert zieht, hat er sich überkauft und den Einsatz verloren. Daher sollte der Kartenkauf früh genug (Stay) gestoppt werden.

Nach den Spielern zieht der Croupier Karten: ab 17 Punkten wird keine Karte gezogen, bis 16 muss der Dealer nach kaufen.

Gewonnen haben beim Blackjack alle Akteure mit 21 oder einem höheren Zahlenwert als der Dealer. Bei Gleichstand erhalten Spieler den Einsatz zurück.

Varianten: Wie unterschiedlich wird Blackjack gespielt


Blackjack gehört nicht ohne Grund zu den klassischen Glückspielen. Es ist ein recht altes Kartenspiel. Inzwischen sind aber ganz unterschiedliche Varianten hinzugekommen. Diese unterscheiden sich in den Spielregeln und den verwendeten Kartendecks.

Beispiel: Spanisch 21 kommt ohne 10er Karten im Deck aus. Beim sogenannten Pontoon wird Blackjack nach Sonderregeln gespielt. Die Spieler gleiche Karten nicht teilen. Zudem zählt ein Ass bei dieser Variante immer 11.

Zu den heute sehr stark verbreiteten Variationen des Blackjack gehört der Vegas Stil. Hier gelten spezielle Regelungen in Bezug auf das Überkaufen bzw. das damit verbundene Retournieren der Einsätze, was die Gewinne der Bank erhöht.


Gewinnchancen - ein faires Spiel?


Wie fair ist Blackjack? Grundsätzlich spielt der Zufall im Glücksspiel im klassischen Casino-Spiel immer eine Rolle. Dieser gilt sowohl für die Spieler als auch den Kartengeber. Beim Blackjack genießt der Spieler einige Vorzüge. Wie etwa, dass der Dealer nur bis zur 17 Karten ziehen kann. Zusätzliche Vorteile bieten die spezielle Wertung der Asse und das zwei gleiche Karten geteilt werden können (je nach Spielvariante).

In der ersten umfassenden Analyse zum Spiel von Roger R. Baldwin hat sich eines gezeigt: Eine im Sinn der Wahrscheinlichkeitsrechnung optimale Strategie führt zu Gewinnen und damit zu einem niedrigerem Bankvorteil. Da Blackjack im Gegensatz zu einigen anderen Glücksspielen nicht komplett vom Zufall abhängt, ist Erfahrung und ein gutes Gedächtnis hierbei durchaus von Vorteil - ebenso wie beim Poker hängt die Gewinnchance von den Mitspielern und der Erfahrung gleichermaßen ab.


Strategie beim Blackjack optimieren mit Kartenzählen


Auch aus der Tabelle wird deutlich, dass es für den Spieler besonders günstig ist, wenn dem Kartenstapel alle fünfen entnommen worden sind.Von Nachteil für den Spieler ist jedoch, wenn in dem Kartenspiel alle neunen oder Asse fehlen. Aufgrund dieser Erkenntnisse aus den Tabellen elf bis 13 entwickelte Thorp das Fünfer Zählsystem. Dieses verlangt von dem Spieler das Mitzählen der ausgespielten fünfen und Asse.

In der Tabelle oben (Titel-Bild) kann man ablesen, dass ein Kartenspiel, bei dem bereits alle fünfen ausgespielt worden sind, dem Spieler sogar eine Gewinnerwartung von 3,58 Prozent verspricht. Je nach Anzahl der Mitspieler tritt diese Situation in 3,5% bis 10% der Spiele ein. Durch eine entsprechende Anpassung des Einsatz es, kann sich der Spieler so bereits einen geringen Vorteil gegenüber den Situationen, in denen die Bank gewinnt, verschaffen und diese schlagen.

Eine Strategie, die dem Spieler noch höhere Gewinnchancen einbringt, ist das Zehner - Zählsystem. Dabei muss der Spieler im Gedächtnis behalten, wie viele Karten insgesamt ausgespielt wurden und zusätzlich, wie viele davon den Wert zehn besaßen. Eine ausgespielte zehn-wertige Karte hat zwar nicht so großen Einfluss auf die Gewinnerwartung wie ein Ass, aber da sich viermal so viele Karten vom Wert zehn im Stapel befinden, beeinflussen diese die Gewinnchancen trotzdem in einem entscheidenden Maß. Das Zehner - Zählsystem erhöht die Gewinnerwartung des Spielers sogar um das Sechs fache des Fünfer - Zählsystems.

Den besten Vorteil gegenüber der Bank kann man sich mit der höchsten Strategie Thorps, der „ultimate strategy“ verschaffen. Dies ist jedoch das komplizierteste Karten - Zählsystem, denn dabei muss sich der Spieler alle ausgeteilten Karten merken. Dazu machte Thorp die Auss age: „Auch wenn nach jeder Runde neu gemischt wird, [...] kann ich damit in 20 Stunden jeweils mein Kapital verdoppeln“ (Der Spiegel 1964, 130). Thorps Leitfaden Beat the dealer sind außerdem Merkkarten beigelegt, die dem Spieler das Erlernen der Spielstrate gien erleichtern sollen (vgl. Der Spiegel 1964, 130). Ein weiteres von Edward O. Thorp entwickeltes Zählsystem ist die High - Low - Count - Strategie. Dabei wird jedem Kartenwert, ausgehend von ihrem Vor - bzw. Nachteil für die Gewinnchancen des Spielers , ein „Gewicht“ gegeben. Um dieses System nicht zu kompliziert zu gestalten, fasste Thorp Karten mit ähnlichem Einfluss auf die Gewinnerwartung zu einer Gruppe mit demselben Gewicht zusammen.

Quelle: https://www.ruhr-uni-bochum.de/num1/files/theses/ba_rohlaender.pdf
 

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