Glaubenssystem und WIssenschaftliches Sytem- inkompatibel ?

Dieses Thema im Forum "Politik, Umwelt, Gesellschaft" wurde erstellt von taker875, 28. September 2007 .

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  1. #1 28. September 2007
    Ich lese gerade ein Buch, in welchem die These aufgestellt wird ( sie ist auch häufig andernorts vertreten) dass Glaubenssysteme und Wissenschaftssysteme diametral entgegengesetzt und inkompatibel sind.

    Dieses wird aus herausgearbeiteten Unterschieden beider Systeme geschloßen. Um es kurz zu sagen( weil viele ned so gerne so viel lesen):
    In Wissenschaftlichen Systemen werden Phänomene nicht ganzheitlich gesehen. Sie werden analysiert, es wird hinterfragt, eine frage wurde (scheinbar) geklärt, zwei neue tun sich auf. Dieser Prozess lässt sich beliebig weit fortführen, wir kommen in diesem kognitiven System nicht zu einer Warheit letzter Schluß. Wir haben nur relative Wahrheiten und keine Sicherheit. ( eine definition von wahrheit wäre hier ganz interessant) Wir haben allerdings Erkenntisprozesse.

    Glaubenssysteme sehen Phänomene als Ganzes und als "Letzt-Ursachen". "Gottes Wege sind unergründlich" also versucht man dieses auch nicht. Hinterfragen bedeutet das Geglaubte in Frage zustellen. Dies ist in Glaubensystemen aber nicht interessant. Es wird etwas als wahr definiert ! Glaubensysteme vermitteln also warheit ( als absolut definiert) und damit auch Sicherheit.

    Die Hauptaussage ist nun, dass diese beiden systeme nicht mit einander vereinbar sind, inkompatibel sind.

    An dieser Stelle würde mich eure begründete Meinung interessieren. Seid ihr auch dieser Meinung? Der Haupt und Angelpunkt ist in dieser Geschichte meiner Meinung nach die "Wahrheit".
     

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  3. #2 29. September 2007
    AW: Glaubenssystem und WIssenschaftliches Sytem- inkompatibel ?

    Bei "Glaubenssystemen" herrscht eigentlich immer eine Art von Denkverbot.
    Es gibt eine vorgegebene, offenbarte Wahrheit und die sollte man als Gläubiger normal nicht in Frage stellen.
    Mit Glauben kann man meiner Meinung nach auch nichts erklären,
    sondern Fragen im besten Fall einfach eine Stufe weiter weg schieben.
    Ich finde das unbefriedigend.

    Insofern kann man schon sagen, dass "Glaubenssysteme und Wissenschaftssysteme diametral entgegengesetzt und inkompatibel sind".
    Denn in der Wissenschaft herrscht ja erstmal kein Denkverbot.
    Allerdings gibt es natürlich auch Wissenschaftler die ihren Glauben als kompatibel mit der Wissenschaft sehen.
    Wobei man wiederum sagen muss, dass es verdammt viele verschiedene Glaubensrichtungen auf der Welt gibt - und alle lassen sich, wenn man nur will, irgendwie mit der Wissenschaft vereinen.

    Um mal auf das Thema Wahrheit zu kommen: beim Glauben hängt Wahrheit ja immer davon ab, welchem Glauben/Religion man angehört. Deswegen kann man da meiner Meinung nach auch nicht von der Wahrheit sprechen.
    Es ist eben mehr eine persönliche Vorstellung - aber nie und nimmer die Wahrheit. (wobei natürlich jeder Glaube die Wahrheit für sich beansprucht) Allerdings liegt ja auch genau darin, die größte Unvereinbarkeit mit der Wissenschaft.

    In der Wissenschaft hingegen gilt der Skeptizismus. Es gibt nicht die absolute Wahrheit,
    je nach Forschung verändern sich Erkenntnisse und werden weiterentwickelt um somit der Wahrheit näher zu kommen.

    Ein Zitat, das mir in diesem Zusammenhang gut gefällt:
    "Der Unterschied zwischen den Vertretern des Wissens und den Vertretern des Glaubens besteht darin, dass Wissenschaftler wissen, dass sie nur etwas "glauben" (= für „wahr“ halten), was heute zwar angemessen erscheint, morgen aber möglicherweise schon überholt ist, während Gläubige glauben, etwas zu wissen, was auch morgen noch gültig sein wird, obwohl es in der Regel schon heute widerlegt ist ."

    Um diese Barriere zu überwinden, braucht es Vernunft.
    Deswegen denke ich, ist der Angelpunkt weniger die "Wahrheit", sondern vielmehr die "Vernunft".
    Nur durch Vernunft gepaart mit Gedankenfreiheit haben wir eine Chance zur wirklichen Wahrheit zu gelangen.
    Und durch den Gebrauch von Vernunft können Gläubige ihren Glauben mit Wissenschaft vereinen. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob man das noch als (ursprünglichen) Glauben bezeichnen kann oder ob sich durch Vernunft nicht auch automatisch der Glaube wandelt?

    Somit spielt auch wieder die Wahrheit eine Rolle. Denn wenn Gläubige auf ihrer angeblichen Wahrheit stur beharren, sind "Glaubenssysteme und Wissenschaftssysteme diametral entgegengesetzt und inkompatibel"

    Aber das ist kein einfaches Thema, über das ich vielleicht lieber morgen noch mal in aller Frische nachdenk^^
     

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