Hacker baut sich ein iPhone für 280EUR aus China-Teilen

Dieses Thema im Forum "Mobile News" wurde erstellt von raid-rush, 18. April 2017 um 15:39 Uhr .

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  1. raid-rush
    raid-rush Admin
    Administrator
    #1 18. April 2017 um 15:39 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 18. April 2017 um 15:54 Uhr
    Marken wird immer wieder vorgeworfen, Verbraucher für das Unternehmens-Image zahlen zu lassen wobei die Produkte selbst nur einen geringen Herstellungs-Kostenanteil haben. Ein Beispiel ist das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von Adidas, Die Produktionskosten und Lieferung beläuft sich aufgerundet auf 8,50 Euro, im Laden kostet es glatt zehn mal mehr, 85 Euro. Da liegt der Verdacht nahe, dass dies bei Produkten anderer Firmen wie Beispielsweise von Apple ebenfalls zutreffen könnte.

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    Ein Hacker aus den USA hat dies ausprobiert und alle Einzelteile in Shenzhen (China) einzeln eingekauft.
    Scotty Allen ist Ingenieur, in seiner Freizeit auch als Hacker aktiv. In einer geselligen Bierrunde mit Freunden hatte er schließlich eine verrückte Idee: Er will selbst ein iPhone zusammenzubauen. Inzwischen sagt er überzeugt: „Ja, absolut. Es ist nicht einmal so schwer. Das größte Hindernis ist die Sprache.“ Eine Anspielung auf Apple's Fertigung in Asien. Entsprechend müsste er die Einzelteile dort kaufen. Allen hatte in diesem Zusammenhang aber einen großen Vorteil: Er wohnt 6 Monate des Jahres in der chinesischen Hafen und Handelsstadt Shenzhen.

    Drei Monate sammelte er alle Teile auf den chaotischen Elektronikmarktplätzen der Metropole und hat das Projekt tatsächlich abgeschlossen. Mit Materialkosten von 300 Dollar war das iPhone 6s mit 16 GB und iOS9 zusammengebastelt. Allerdings ohne den Zeitaufwand der Suche und Hilfe von Experten. Denn teilweise stieß er an seine technischen Grenzen und musste dann E-Techniker um Hilfe bitten. Dennoch hat sich das Projekt gelohnt, viel gelernt und wieder eine Bestätigung mehr, dass der Kunde für Marken zu viel bezahlt.


    Allen hält sein iPhone Projekt in einem Videotagebuch fest:


    Quelle: How I Made My Own iPhone – in China!



    Was dabei natürlich nicht vergessen werden darf sind auch Entwicklungskosten der Unternehmen zB beim Betriebssystem, allerdings werden diese mehr als ausreichend gedeckt auch bei deutlich geringeren Endpreisen. Letztendlich ist Apple nicht umsonst die wertvollste (bzw teuerste) Marke, der Wert ergibt sich durch die hohe Dividendenausschüttung der Unternehmens-Gewinne an die Aktionäre, deren Kauflust definiert den Wert des Konzerns.
     

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  3. Cyris
    Cyris The Supervisor
    Team
    #2 18. April 2017 um 19:09 Uhr
    Das ist schon eine enorme Gewinnspanne, welche somit von Apple eingefahren wird.
    Natürlich darf man die F&E Kosten nicht außer acht lassen, wie du bereits geschrieben hast.
    Auch die Assets zur Herstellung und das Personal will bezahlt werden, aber der Reinerlös ist hierbei schon gewaltig.

    Aber wenn ich mich recht entsinne gab es das iPhone 6s nur ab 32gb, oder irre ich mich?
    Klar er hat es selbst zusammen gestellt und bei den Kosten macht es auch kaum einen Unterschied, aber war nur so nen Gedanke.
     
  4. raid-rush
    raid-rush Admin
    Administrator
    #3 18. April 2017 um 21:55 Uhr
    Dachte ich auch aber das 6S gibt es tatsächlich auch mit 16GB: Apple iPhone 6s Smartphone 4,7 Zoll grey: Amazon.de: Elektronik

    Ob die Teile auch alle gleich sind kann man natürlich auch anzweifeln. Dafür kann man auch davon ausgehen das jemand der Einzelteile von Händlern kauft noch mal andere Preise hat als ein Konzern der diese in großer Stückzahl bestellt. Die Gewinnspanne dürfte also noch größer sein.

    Ein Punkt fehlt bei dem Projekt auch, die Arbeitskosten welche Apple zahlen muss die im Materialpreis nicht enthalten sind. Nur weil die Fertigung in Asien stattfindet ist überhaupt so ein guter Preis möglich. Würde man das Gerät in Europa oder USA fertigen und man wollte den selben Gewinn aufschlagen, das wäre Unmöglich weil das Smartphone dann fast doppelt so teuer wäre. (Zumindest so lange noch Handarbeit dran ist, Roboter lohnen sich da noch nicht, aber Arbeitsplätze würden so oder so keine geschaffen die Lohnstückkosten sind dem Konsumenten einfach zu hoch, das zahlt keiner)

    Einblicke in die Finanzstruktur solcher Unternehmen ist praktisch nicht möglich und besser geschützt als manche Bank. Aber alleine schon die Schätzungen der Konzernkosten in der Entwicklung und den Zukäufen plus die Gewinnausschüttung durch die verkaufte Stückzahl lässt erahnen das zwischen Verkaufspreis und Herstellungskosten eine recht große Differenz besteht.
     
  5. Sancho-Pancho
    Sancho-Pancho Aktives Mitglied
    Stammnutzer
    #4 19. April 2017 um 13:34 Uhr
    Nein, ist es natürlich nicht. Denn außer Acht gelassen wird in der Berechnung ja schließlich die Dienstleistungen der Experten. Die müssten eigentlich auch einberechnet werden, was den Preis sicherlich über 280,-€ ansteigen lässt.

    Und auch wenn dann die Gewinnspanne noch recht hoch erscheint, ist das immer noch nicht der Ertrag, den Apple beim Verkauf erzielt, die 678,-€ bei Amazon sind ein Händlerpreis, der sicherlich auch noch am Verkauf verdienen will. Wie evtl. diverse weitere Zwischenhändler auch.

    Ich will Apple allerdings gar nicht in Schutz nehmen, halte die Produkte nämlich allesamt für überteuert. Aber wer außer einem Lebensgefühl nicht viel zu bieten hat, zahlt den Preis vielleicht gerne. Ich würde auch für jedes andere Handy keine 400-500 Euro auf den Tisch legen.
     
  6. Cyris
    Cyris The Supervisor
    Team
    #5 19. April 2017 um 21:49 Uhr
    Dass die Differenz zwischen 280 EUR und dem normalen Verkaufspreis nicht vollständig bei Apple's Konto eingeht, das ist schon klar. Sollte denke ich auch aus meinem Post deutlich werden, in dem ich auf ein paar weitere Faktoren eingehe. Mit ist zudem durchaus bewusst, dass das nicht die einzigen Faktoren sind. Allerdings relativiert sich das oftmals auf ein Produkt wie ein Smartphone.

    Den Transport angenommen. Eine volle LKW-Ladung kann einen ganzen Haufen Smartphones enthalten und somit werden die Transport und Handlingskosten auf eine große Stückzahl verteilt. Bei Überseetransporten macht das noch weniger aus (da zumeist billiger, auf die Entfernung gesehen).
     

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